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Gipfeltreffen statt Schaulaufen

Leichtathletik | ISTAF am Sonntag im ZDF

Viele Leichtathleten nutzen das ISTAF am Sonntag in Berlin als letzten Härtetest vor dem Saisonhöhepunkt, der Ende des Monats in Doha startet. Vor allem der Stabhochsprung und das Speerwerfen der Männer sind herausragend besetzt.

ISTAF Berlin
Quelle: reuters

Am Sonntag wird ziemlich sicher der eine oder andere Weltmeister des Jahres beim ISTAF in Berlin zu sehen sein. Anders als in der Vergangenheit weiß nur diesmal noch niemand, wer die Helden der Saison sein werden - denn die WM findet erst vom 26. September bis zum 6. Oktober in Doha im Wüstenstaat Katar statt. Somit wird das traditionsreiche ISTAF diesmal kein Schaulaufen der Stars des Saisonhöhepunktes sein, sondern eine Generalprobe für die WM.

Letzter Härtetest vor der WM

Meetingdirektor Martin Seeber kann dieser ungewohnten Situation durchaus etwas Positives abgewinnen: "Wir wissen, dass die Athleten topfit sein werden, viele wollen die Normen für die WM noch schaffen", sagt er. "Die sportliche Qualität unseres Meetings wird daher wahrscheinlich höher sein als sonst." Das ISTAF wird nicht wie üblich der schöne Ausklang einer langen Saison sein, sondern in einer besonders langen und zudem noch vorolympischen Saison der letzte Härtetest vor der WM.

Die sportliche Qualität unseres Meetings wird daher wahrscheinlich höher sein als sonst.
Martin Seeber

Ihn störe das nicht, sagt Seeber, die Athleten hätten mit diesem späten WM-Termin im Jahr vor den Olympischen Spielen von Tokio sicher eher ein Problem. Sie werden sich kaum Urlaub gönnen können und sehr schnell wieder in die Vorbereitung einsteigen müssen. Beim ISTAF werden sich am Sonntag knapp 200 der weltweit besten Athleten in 16 Disziplinen messen. "Alles schön kompakt und innerhalb von drei Stunden sehr ansprechend präsentiert", verspricht Seeber. Der Publikumsrekord von 54.000 Zuschauern, die 2002 nach dem Diskus-Olympiasieg des Berliner Lokalhelden Robert Harting in London ins Olympiastadion geströmt waren, wird kaum erreichbar sein. Aber Seeber rechnet mit mehr als 40.000 Zuschauern.

Potenzielle Weltmeister am Start

Und vor allem in zwei Disziplinen gehe er davon aus, die kommenden Weltmeister im Starterfeld zu haben: Beim Stabhochsprung und beim Speerwerfen der Männer. In beiden Disziplinen ist zur Zeit eine gigantische Generation aktiv, Sechs-Meter-Sprünge und 90-Meter-Würfe sind fast schon Normalität. Das Speerwerfen wird zudem von deutschen Athleten dominiert. Olympiasieger Thomas Röhler, Weltmeister Johannes Vetter und der Deutsche Meister Andreas Hofmann gehören alle dem elitären 90-Meter-Klub an und werden in Berlin starten. Ihr größter Widersacher wird wohl der Este Magnus Kirt sein, der mit 90,61 Metern die Weltjahresbestenliste vor Hofmann und Vetter anführt. Die Deutschen haben die Mega-Marke in diesem Jahr alle noch nicht übertroffen, vor allem Hofmann und Vetter waren aber bereits nah dran.

Die sechs Meter haben in diesem Jahr bereits drei Stabhochspringer überflogen, und alle drei werden in Berlin dabei sein: Weltmeister Sam Kendricks (USA, 6,06 Meter), Polens Rekordhalter Piotr Lisek (6,02 Meter) und Europameister Armand Duplantis (Schweden). Die Stabhochspringer des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV) sind in den vergangenen Jahren in dieser einstigen deutschen Vorzeigedisziplin ein wenig ins Hintertreffen geraten, der ehemalige Weltmeister Raphael Holzdeppe hat in dieser Saison eine 5,80 Meter stehen, seine Bestleistung aus dem Jahr 2015 steht bei 5,94 Metern.

Deutsche Stars fast alle dabei

Die Stars der deutschen Leichtathletik kommen aktuell aus anderen Disziplinen, und sie sind in Berlin fast alle dabei: Deutschlands schnellste Frau Gina Lückenkemper über 100 Meter, die in diesem Jahr so wunderbar souverän allen davonhüpfende Weitspringerin Malaika Mihambo, der Hochsprung-Europameister Mateusz Przybylko und Hindernisläuferin Gesa Krause. Nur eine fehlt: Mittelstrecklerin Konstanze Klosterhalfen. Der amerikanische Trainer des Supertalents habe aus sportlichen Gründen abgesagt, erklärt Martin Seeber. Bei Starts in beiden Diamond-League-Finals in Zürich (1500 Meter) und Brüssel (5000 Meter) und Höhentraining vor der WM bleibt eben keine Zeit für einen Abstecher in die Heimat.  

SPORTextra am 1. September 2019

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