Gatlin entthront Bolt

Harting wird Sechster, Schäfer kämpft um Gold

Sprintstar Usain Bolt ist ausgerechnet zum Abschied seiner Karriere vom Sprintthron gestoßen worden. Er holte in London WM-Bronze. Seine ebenfalls letzte WM beendete Diskuswerfer Robert Harting als Sechster. Um Gold kämpft in London unterdessen Siebenkämpferin Carolin Schäfer.

Usain Bolt
Usain Bolt Quelle: reuters

Der 30 Jahre alte Jamaikaner Bolt wurde am Samstagabend in 9,95 Sekunden Dritter hinter dem neuen Weltmeister Justin Gatlin aus den USA (9,92) und dessen Landsmann Christian Coleman (9,94).

Buhrufe für Gatlin

Gatlin wurde nach seinem Sieg ausgebuht, der 35-Jährige richtete mehrfach den Zeigefinger auf den Mund in Richtung des Publikums. Vor zwölf Jahren war Gatlin schon einmal Weltmeister, seither hatte er Bolt vergeblich gejagt. Nun weinte Gatlin hemmungslos, er ging vor Bolt auch auf die Knie und huldigte dem Supermann der vergangenen Jahre.

"Ich habe versucht, mich so gut wie möglich zu konzentrieren. Es ist absolut surreal, jetzt gewonnen zu haben. Obwohl ich gewonnen habe, ist dass der große Moment von Usain Bolt", sagte Gatlin bei "Eurosport": "Er ist der größte Champion aller Zeiten. Ich danke Usain dafür, dass er zu Zeiten meiner eigenen Karriere gelaufen ist. Er hat mir (nach dem Rennen, Anm. d. Red.) gesagt, dass ich es nicht verdient habe, so ausgebuht zu werden."

Das 100-Meter-Finale von London war Bolts letztes großes Einzelrennen, nach den Titelkämpfen beendet der achtmalige Olympiasieger seine Karriere. 2009, 2013 und 2015 hatte Bolt WM-Gold über die prestigeträchtigen 100 m gewonnen, 2011 war er wegen eines Fehlstarts disqualifiziert worden.

Harting wird Sechster

Diskus-Olympiasieger Robert Harting hat bei seinem letzten Start bei einer Leichtathletik-WM keine Medaille mehr gewonnen. Der dreimalige Weltmeister aus Berlin musste sich am Samstag im Finale von London mit einer Weite von 65,10 Meter und Platz sechs begnügen. Überraschend gewann der Litauer Andrius Gudzius den Weltmeistertitel mit 69,21 Meter. Topfavorit Daniel Stahl aus Schweden holte mit 69,19 Meter Silber vor Mason Finley (USA), der 68,03 Meter weit warf.

Martin Wierig aus Magdeburg war in der Qualifikation mit drei ungültigen Versuchen ausgeschieden. Robert Hartings Bruder Christoph, Olympiasieger von 2016, konnte sich in der nationalen WM-Ausscheidung nicht durchsetzen.

Deutsche Medaillenhoffnungen

Schäfer kämpft um Gold

Unterdessen hat die Frankfurterin Carolin Schäfer hat bei der Leichtathletik-WM die Führung im Siebenkampf übernommen. In den vier Disziplinen des ersten Tages sammelte die 25-Jährige 4036 Punkte. Im abschließenden 200-Meter-Lauf übertrumpfte Schäfer die bis dahin führende Belgierin Nafissatou Thiam (4014).

«Ich bin wunschlos glücklich. Es war ein grandioser erster Tag und es ist riesig, hier zu sein», sagte Schäfer. «Strahlen kann ich mir erlauben bei diesem Ergebnis.» Auf Rang drei vor dem Weitsprung, Speerwerfen und 800-Meter-Lauf am Sonntag liegt Yorgelis Rodriguez aus Kuba mit 3905 Punkten.

Weltrekorde der Männer

Weitsprung-Gold an Manyonga

Der Südafrikaner Luvo Manyonga hat in London Gold im Weitsprung gewonnen. Der 26-Jährige setzte sich mit 8,48 m vor dem US-Amerikaner Jarrion Lawson (8,44) durch. Bronze ging an Manyongas Landsmann Ruswahl Samaai (8,32) vor dem Russen Alexander Menkow (8,27). Der Weltmeister von Moskau 2013 startete wegen der Suspendierung seiner Mannschaft unter neutraler Flagge.

Manyonga, früher drogenabhängig, ist der erste Weitsprung-Weltmeister aus Afrika und der zweite in einer Sprung-Disziplin nach dem südafrikanischen Hochspringer Jacques Freitag, der 2003 in Paris gesiegt hatte. Im zweiten Versuch erzielte der frühere U20-Weltmeister die Gold-Weite, blieb jedoch deutlich unter seiner Weltjahresbestleistung (8,65).

Der Kampf um Bronze bot Hochspannung, Maykel Masso (Kuba/8,26) fehlte bis zum letzten Durchgang nur ein Zentimeter auf die bis dahin weitengleichen Samaai und Menkow - dann zog der Südafrikaner aber mit seinem letzten Versuch davon. London-Olympiasieger und Titelverteidiger Greg Rutherford (Großbritannien) hatte seinen Start bei seiner Heim-WM verletzungsbedingt absagen müssen. Rio-Olympiasieger Jeff Henderon (USA) war wie der deutsche Meister Julian Howard (Karlsruhe) bereits in der Qualifikation gescheitert.

Ayana holt 10.000-Meter-Gold

Über die 10.000 Meter hat sich Weltrekordlerin und Olympiasiegerin Almaz Ayana (Äthiopien) Gold gesichert. Die 25-Jährige setzte sich nach einem Alleingang nach 30:16,32 Minuten souverän gegen ihre Landsfrau Tirunesh Dibaba (31:02,69) durch, Bronze sicherte sich Agnes Jebet Tirop aus Kenia (31:03,50).

Dibaba, Weltmeisterin von 2005, 2007 und 2013, sicherte sich als erste Frau der Geschichte ihre vierte WM-Medaille über diese Strecke. Bei den Männern hatte am Freitagabend Großbritanniens Laufheld Mo Farah den Titel über die 25 Stadionrunden geholt.

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