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Frenzel und Rydzek: Psychokrieg ausgeschlossen

Nordische Ski-WM: Einzel-Entscheidung Nordische Kombination

18 Siege in 19 Einzelweltcups: Die deutschen Kombinierer - speziell Eric Frenzel und Johannes Rydzek - sind in diesem Winter eine Klasse für sich. Auch bei der ersten Einzel-Entscheidung der WM in Lahti (Freitag ab 9.30 Uhr / zdfsport-Livestream) gelten die beiden als haushohe Favoriten. Bundestrainer Hermann Weinbuch jedoch ist sich der Sache nicht ganz so sicher.

Rydzek (links) und Frenzel
Wiedermal ein Fotofinish: Johannes Rydzek (links) und Eric Frenzel.
Quelle: ap/dpa

Das erste innerdeutsche Duell auf der kleinen WM-Schanze von Lahti hat Johannes Rydzek für sich entschieden. Im Premieren-Training segelte der Bayer auf 96,5 Meter und damit genau einen Meter weiter als sein sächsischer Erzrivale Eric Frenzel. Das zeigt schon, dass es wieder spannend werden dürfte zwischen den beiden bei diesen Titelkämpfen in Finnland.

15 Einzel-Siege

So wie schon die ganze Saison, in der sich Rydzek und Frenzel einen faszinierenden Zweikampf mit diversen Fotofinish-Entscheidungen lieferten. 15 der 18 deutschen Einzel-Siege in der Nordischen Kombination gehen auf ihr Konto, acht Mal stand Rydzek ganz oben, sieben Mal hatte Frenzel die Nase vorn.

Es ist bei den deutschen Nordischen Kombinierern also genauso spannend wie in der Formel 1 das Duell zwischen Nico Rosberg und Lewis Hamilton war. Nur ist bei Winterzweikämpfern kein Hass im Spiel, und ein Rücktritt ist auch nicht in Sicht.

Konkurrenten und Kumpels

Beide wollen gemeinsam dafür sorgen, dass die deutschen Kombinierer am liebsten vier WM-Goldmedaillen aus Lahti mit nach Hause nehmen. "Wir sind trotz aller Schlachten auf der Strecke und der Schanze Kumpels. Es ist wichtig, das Ganze nichts ins Private zu ziehen, und das gelingt uns gut", sagt Johannes Rydzek.

Dass es zu Psychospielchen wie beim Mercedes-Duell um den Weltmeistertitel kommen könnte, hält auch Eric Frenzel für ausgeschlossen: "Das wird bei uns nicht passieren. Das sind wir einfach zu lange gemeinsam unterwegs. Die Trainer würden solche Spielchen auch gar nicht zulassen."

Leitwolf Frenzel

Der 28 Jahre alte Frenzel ist seit Jahren der Leitwolf und Erfolgsgarant im Team. Bei jeder der vergangenen drei Weltmeisterschaften hat er einen Titel gewonnen, krönte sich 2014 zum Olympiasieger und gewann vier Mal in Serie den Gesamtweltcup.

Bei der WM 2015 in Falun war er als Favorit angereist, dann stahl ihm jedoch ein gewisser Johannes Rydzek die Show. Der war mit zwei Goldmedaillen und insgesamt vier Medaillen der Star der Titelkämpfe in Schweden.

Neuer Glücksbringer

"Bei mir kommen die unglaublichen Erlebnisse und die schönen Erinnerungen der WM von vor zwei Jahren hoch. Jetzt will ich ein neues Kapitel schreiben", sagt Rydzek. Damals in Falun brachte ihm ein Superman-Shirt unter dem Skianzug Glück - diesmal in Lahti ist er mit einem von den Kindern seines Skiklubs gestalteten "Super-Richie"-Dress unterwegs.

"Wir sind in der Pflicht, zu liefern. Und wir sind in der Lage, zu liefern", sagt Frenzel mit Blick auf die WM. Die große Konkurrenz im deutschen Team (auch Fabian Rießle und Björn Kircheisen haben in diesem Winter schon Weltcups gewonnen) ist ein Grund für den Erfolg. Dazu kommt das eingespielte Trainerteam mit Hermann Weinbuch und Ronny Ackermann, die beide selbst Weltmeister waren und das nötige Knowhow einbringen.

"Coole Dynamik"

Eine perfekte Nachwuchsförderung und die coole Stimmung im Team runden die Erfolgsformel ab. "Wir haben einfach den Flow mit in den Weltcup genommen und können das hoffentlich auch bei der WM zeigen. Wir haben eine coole Dynamik im Team und profitieren alle unheimlich voneinander", sagt Rydzek.

Dazu gehört auch, dass man versucht, mit (fast) allen Mitteln zu gewinnen. "Natürlich zieht man auch vor den Teamkollegen nicht zurück und schenkt sich nichts. Aber wir wissen, wenn der Wettkampf vorbei ist", so der Doppel-Weltmeister von Falun 2015. Er geht am Freitag in Lahti in der ersten Entscheidung als Titelverteidiger und Topfavorit an den Start.

Vorsicht vor den Norwegern

Sein größter Konkurrent: Natürlich Eric Frenzel, der 2014 in Sotschi in diesem Wettbewerb Olympiasieger wurde. Hermann Weinbuch jedoch bringt weitere Namen ins Spiel - die Norweger nämlich. "Die waren in den letzten beiden Weltcups nicht dabei, haben stattdessen Höhentraining gemacht und sich in dieser Zeit verbessert", sagt der Bundestrainer im ZDF-Interview.

Titelverteidiger ist Deutschland auch im Teamwettbewerb am Sonntag und im Teamsprint in der kommenden Woche. Beide Male könnten Frenzel und Rydzek gemeinsam zum Einsatz kommen. Zuvor jedoch werden sie auf der Großschanze im zweiten Einzelwettbewerb wieder Konkurrenten sein. Die Erfolgsformel könnte also lauten: 2 x als Konkurrenten + 2 x gemeinsam = 4 x Gold.

Die WM-Medaillenbilanz von Johannes Rydzek

  • 2015 Falun

Gold Einzel Normalschanze - Gold Team -Silber Teamsprint - Bronze Einzel Großschanze

  • 2011 Oslo

Silber Einzel Großschanze - Silber Team Großschanze - Silber Team Normalschanze

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