Der Trick mit dem richtigen Schwung

Viktoria Rebensburg vor dem Riesenslalom in Courchevel

Dass Viktoria Rebensburg in diesem Winter derart erfolgreich die Hänge hinabrauscht, liegt auch an Jürgen Graller. Der neue Chefcoach der deutschen Damen und sein Vorzeigeschützling Rebensburg hoffen, dass die Erfolgsstory beim Riesenslalom in Courchevel (Dienstag, 10.30/13.30 Uhr im zdf-Livestream) weitergeht.

Jürgen Graller und Viktoria Rebensburg
Jürgen Graller und Viktoria Rebensburg

Jürgen Graller ist ein geradliniger, gut strukturierter Fachmann. Er kommt aus Schladming - und er hat seine Trainerkarriere als Ausbilder von Jugendlichen in Australien begonnen. Er weiß ganz genau, dass die richtige Ansprache, das Vermitteln von kompliziert anmutenden Bewegungen nur mit einfachen Worten durchdringt.

Der Mann hatte Erfolg, als Abfahrtstrainer im ÖSV, Damen wie Herren. Jetzt steht er den Deutschen Alpindamen vor. Und womit hat er seine Arbeit begonnen? Mit einfachen Erklärungen, wie man den wichtigsten Schwung beim Skirennfahren verbessert, nämlich den Riesenslalomschwung.

Diesmal nicht nach Südamerika

Jürgen Graller hat seine Auffassung von Training umgesetzt. Viktoria Rebensburg fuhr also nicht nach Südamerika zum Abfahrtstraining, sondern feilte exakt an der Disziplin, in der sie zu den Weltbesten gehört, dem Riesenslalom. Ergebnis: Sieg in Sölden und in Killington. Zwei Respekt einflößende Hänge. Wer dort siegt, kann überall siegen.

In Courchevel wird Viktoria Rebensburg wieder auf das Skiwunderkind Mikaela Shiffrin treffen. Die US-Amerikanerin hat die Rennen in Val d’Isere ausgelassen, um Kraft zu sparen für eine lange Saison. Sie wird Viktoria Rebensburg im Riesenslalom genauso auf den Fersen sein wie die Französin Tessa Worley, Weltmeisterin in dieser Disziplin.

Neues Selbstvertrauen

Was aber macht die Deutsche vielleicht einen Tick stärker als die Konkurrenz? Es ist nicht nur die Skitechnik, die passt, sondern ein neues Selbstvertrauen. In Killington baute sie im zweiten Durchgang einen kapitalen Fehler ein. Die Viktoria Rebensburg vor zwei Jahren hätte diesen Lauf wenig später möglicherweise mit einem weiteren Fehler beendet. Nicht so in Killington.

Oben der Fehler, der Rest war ein Lauf wie von einer anderen Welt. Am Ende gewann sie das Rennen mit fast einer dreiviertel Sekunde Vorsprung.  Hat Jürgen Graller und sein Trainerteam mit Tobi Lux und Andreas Führbeck daran Anteil? Unbedingt! Denn Motivation ist dem Österreicher wichtig. Er motiviert, er kritisiert.

Nachholbedarf bei den Technikerinnen

Und wenn wir bei Kritik sind: Jürgen Graller erwartet von den Athletinnen der Nationalmannschaft nicht nur verbesserte Leistungen, sondern vor allem klare Tendenzen.

In den technischen Disziplinen ist nach wie vor Ebbe hinter Viktoria Rebensburg. Maren Wiesler, Lena Dürr, Marina Wallner und Christina Geiger müssen liefern. Das lässt auf sich warten. Jürgen Graller sagt, er sei kein Zauberer. Wir müssen uns also etwas gedulden.

Um unser Web-Angebot optimal zu präsentieren und zu verbessern, verwendet das ZDF Cookies. Durch die weitere Nutzung des Web-Angebots stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Näheres dazu erfahren Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Gemerkt auf Mein ZDF! Merken beendet Bewertet! Bewertung entfernt Abonniert auf Mein ZDF! Abo beendet Embed-Code kopieren HTML-Code zum Einbetten des Videos in der Zwischenablage gespeichert

Sie wechseln in den Kinderbereich und bewegen sich mit Ihrem Kinderprofil weiter.