Schäfer holt Silber im Siebenkampf

Kugelstoßer Storl früh gescheitert

Carolin Schäfer aus Frankfurt hat bei der Leichtathletik-WM in London die Silbermedaille im Siebenkampf gewonnen. Es ist zugleich das erste Edelmetall für Deutschland. David Storl ist unterdessen im Kugenstoßfinale früh gescheitert.

Carolin Schäfer
Carolin Schäfer Quelle: dpa

Schäfer musste sich nach zwei kräftezehrenden Tagen nur Topfavoritin Nafissatou Thiam geschlagen geben, die Olympiasiegerin aus Belgien sicherte sich Gold mit 6784 Zählern. Dritte wurde Anouk Vetter aus den Niederlanden (6636). Die Frankfurterin Claudia Salman-Rath, WM-Vierte von 2013, wurde mit 6362 Punkten Achte. "Das ist ein Moment zum Genießen nach jahrelanger Arbeit, die dahinter steckt. Ich kann kaum in Wort fassen, was mir diese Medaille bedeutet", sagte Schäfer im ZDF.

Vor sechs Jahren hatte Jennifer Oeser zuletzt eine WM-Medaille im Siebenkampf für Deutschland gewonnen, die Leverkusenerin bekam am Sonntag bei einer nachträglichen Siegerehrung Silber überreicht - nachdem die Russin Tatjana Tschernowa des Dopings überführt worden war.

Storl scheitert früh

Kugelstoßer David Storl hat bei der Leichtathletik-WM in London enttäuscht und ist mit 20,80 Metern nur Zehnter geworden. Der zweimalige Weltmeister aus Leipzig verpasste am Sonntag sogar den Medaillenkampf der besten Acht. Das war dem 27-Jährigen letztmals bei der Heim-WM 2009 in Berlin passiert, als er mit 19,19 Metern nicht einmal die Qualifikation überstand. "Das ist ein desaströses Abschneiden. Ich ärgere mich sehr", sagte Storl im ZDF: "Beim Einstoßen war die Lockerheit da, der letzte Versuch war nur noch ein Krampf. Die Form war richtig gut, es war ein rein technisches Problem. Das darf bei einer WM nicht passieren.»

Vor einem Jahr erlebte er bereits bei den Olympischen Spielen in Rio als Siebter eine Enttäuschung. Storl war 2011 in Daegu/Südkorea im Alter von 21 Jahren und 37 Tagen der jüngste Kugelstoß-Weltmeister der Leichtathletik-Geschichte. Auch 2013 in Moskau holte sich der Sachse WM-Gold; vor zwei Jahren in Peking musste er sich nur dem US-Amerikaner Joe Kovacs geschlagen geben.

Weltmeister wurde überraschend der Neuseeländer Tom Walsh mit 22,03 m. In einem zerfahrenen Wettkampf, in dem kaum ein Starter an seine Vorleistungen herankam, ging Silber an Titelverteidiger Joe Kovacs (USA/21,66), dessen vermeintlicher Siegesstoß im letzten Durchgang knapp ungültig gegeben wurde. Bronze holte der Kroate Stipe Zunic (21,46). Der hochfavorisierte Olympiasieger Ryan Crouser (USA/21,20) ging als Sechster leer aus.

Bowie holt 100-Meter-Gold

Die US-Amerikanerin Tori Bowie hat Gold über 100 m gewonnen und damit nach dem Sieg ihres Landsmannes Justin Gatlin den totalen Sprinttriumph der USA perfekt gemacht. Die 26-Jährige setzte sich im Finale in 10,85 Sekunden hauchdünn vor der Ivorerin Marie-Josee Ta Lou (10,86) durch, Bronze gewann die Niederländerin Dafne Schippers (10,96).

Es war das erste Doppel-Gold für die USA seit 2005, damals waren in Helsinki Gatlin und Lauryn Williams erfolgreich. Olympiasiegerin Elaine Thompson (Jamaika) wurde in 10,98 Sekunden nur Fünfte, nach der Niederlage von Usain Bolt war es die nächste herbe Niederlage für die Karibiksprinter.

Deutsche Medaillenhoffnungen

Ryzih Fünfte im Stabhochsprung

Stabhochspringerin Lisa Ryzih hat in London Platz fünf belegt und damit eine Medaille knapp verpasst. Die Vize-Europameisterin übersprang im Olympiastadion 4,65 Meter und scheiterte danach dreimal an der neue persönlichen Bestmarke von 4,75 Meter. Ein vermeidbarer Fehlversuch bei der Einstiegshöhe von 4,45 Meter kostete die 28-Jährige schließlich Bronze.

Gold sicherte sich Olympiasiegerin Ekaterini Stefanidi (Griechenland) durch einen Sprung über 4,82 m vor der Olympiazweiten Sandi Morris aus den USA (4,75). Stefanidi ließ danach noch 4,89 auflegen. Titelverteidigerin Yarisley Silva (Kuba) und die Venezolanerin Robeilys Peinado sicherten sich höhengleich mit Ryzih jeweils Bronze, beide leisteten sich eine Fehlversuch weniger als die deutsche Meisterin.

Molitor mit Bestleistung ins Finale

Titelverteidigerin Katharina Molitor hat ihre Saisonbestleistung um mehr als drei Meter gesteigert und ist souverän ins Finale der Speerwerferinnen am Dienstag (20:20 Uhr MESZ/ZDF) eingezogen. Die bis dato formschwache 33-Jährige warf im zweiten Versuch 65,37 m und übertraf damit die geforderte Qualifikationsweite (63,50) deutlich. Christin Husson schied dagegen mit 57,53 m aus.

"Wir haben die Trainingspläne etwas geändert, ich habe gehofft, dass ich so weit werfen kann, aber das fühlt sich einfach nur wunderbar an", sagte Molitor, die im Finale unter anderem auf Weltrekordlerin Barbora Spotakova (64,32/Tschechien) und Rio-Olympiasiegerin Sara Kolak (63,24/Kroatien) trifft.

Marathon-Gold für Kirui und Chelimo

Der Kenianer Geoffrey Kirui und die für Bahrain startende Kenianerin Rose Chelimo haben die Marathon-Entscheidungen für sich entschieden. Kirui setzte sich in 2:08:27 Stunden vor dem Äthiopier Tamirat Tola und Alphonce Simbu aus Tansania durch. Ein deutscher Läufer war nicht am Start. Chelimo siegte in 2:27:11 Stunden vor der zweimaligen Weltmeisterin Edna Ngeringwony Kiplagat aus Kenia und der US-Amerikanerin Amy Cragg. Die aus Äthiopien stammende Braunschweigerin Fate Tola beendete den Lauf nach 2:33:39 Stunden auf Platz 22.

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