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Mikaela Shiffrin - vom Wunderkind zur Rekordjägerin

Alpiner Ski-Weltcup in der Flachau | Slalom

Rekorde sind da, um gebrochen zu werden. Und Mikaela Shiffrin reißt bei den alpinen Ski-Damen eine Bestmarke nach der anderen ein. Nach ihrem Sieg am Samstag in Zagreb ist sie auch beim Slalom in Flachau (18/20.45 Uhr, ZDF-Livestream) die große Favoritin.

Mikaela Shiffrin
Mikaela Shiffrin
Quelle: Jean-Christophe Bott/dpa

Wenn es um Schnee, Ski und Stangen geht, ticken die Uhren in Österreich ein bisschen anders als in jedem anderen Wintersportland. Sieger werden zu Heroen - und Niederlagen können eine ganze, na ja vielleicht zumindest halbe, Nation in tiefe Trauer stürzen.

Riesen-Preisgeld

Folgerichtig stellt das skiverrückte Alpenland auch das Damenrennen mit dem höchsten Preisgeld. Wer sich beim Flutlicht-Rennen in Flachau zur Königin der Nacht krönt, sahnt 68.977 Euro ab.

Nur blöd aus österreichischer Sicht, dass sie das Geld eigentlich vorab an Mikaela Shiffrin überweisen können. Bernadette Schild, Katharina Liensberger oder Katharina Truppe heißen die rot-weiß-roten Hoffnungen. Aber gegen das US-Girl aus Colorado sind im Moment alle chancenlos.

Beeindruckende Bilanz

Zweimalige Olympiasiegerin: standesgemäß. Dreifache Weltmeisterin: was sonst? 15 Siege in einem Kalenderjahr: einmalig. 37 Slalomsiege: so viele, wie keine Frau zuvor. Erfolge in allen sechs Disziplinen, Parallelslalom inklusive: unübertroffen. 52 Weltcupsiege mit 23 Jahren: Das schaffte so jung nicht einmal der große Schwede Ingemar Stenmark, der mit 86 Erfolgen den Rekord für die meisten Siege hält.

Sollte sich Shiffrin nicht böse verletzen, wird sie auch diese Bestmarke pulverisieren, da sind sich alle Experten einig. Selbst der bisher für die Ewigkeit geltende Saisonrekord von Tina Maze, die 2012/13 schier unglaubliche 2414 Punkte sammelte, scheint plötzlich zu wanken.

Fünf Podestplätze in der Flachau

"Es ist schwierig, denn Mikaela müsste bei jedem Rennen aufs Podium fahren, aber sie kann es schaffen", sagte die Slowenin der Schweizer Tageszeitung "Blick". Bei ihrem ersten Start in der Flachau 2011 schied Shiffrin aus, seitdem stand sie fünf Mal auf dem Podest (drei Siege, zwei dritte Plätze).

Besonders beeindruckend an Shiffrin ist, dass sie sich mehr und mehr zu einer Spezies von Fahrerin entwickelt, die seit den Rücktritten von Maze und Maria Höfl-Riesch als ausgestorben galt - einer Allrounderin. Während sich alle Konkurrentinnen wegen des hohen Trainingsaufwands und der Reisestrapazen auf eine, maximal zwei Disziplinen beschränken, startet und siegt Shiffrin überall.

Lieblingsdisziplin Slalom

Ihr Steckenpferd bleibt aber der Slalom. Wer die 23-Jährige durch die Stangen kurven sieht, wähnt sich in einer anderen Welt. Niemand erzielt so viel Vortrieb und fährt dabei so präzise und nahezu ohne Rutschphasen wie die Überfliegerin, die im Gesamtweltcup bereits 466 Punkte Vorsprung auf die Slowakin Petra Vlhova hat.

Einen großen Anteil daran haben ihre Eltern Eileen und Jeff, auch wenn sie das nicht so gerne hören. Ihr Vater, ein Anästhesist, war in den Anfangsjahren für die (wissenschaftliche) Planung zuständig. Ihre Mutter, eine ehemalige Rennläuferin, trainierte mit ihrer Tochter intensiv und täglich.

Den Schwung eingebläut

Im "Spiegel" beschrieb Papa Shiffrin das Motto wie folgt: It's all about the turn (Es kommt auf den Schwung an). Damit dieser sich in Mikaelas Kopf einbläut, sollte sie jeden erdenklichen Moment nutzen. Abschwingen oder Ausrutschen auf den letzten Metern vor einem Lift - nicht erwünscht.

Das Resultat ist auch am Dienstag in der Flachau wieder zu bewundern. Um es mit den Worten von US-Legende Bode Miller, selbst von vielen für sein Ski-Gefühl verehrt, zu sagen: "Ich glaube, sie ist der beste Skirennfahrer, den ich je gesehen habe, sei es bei den Männern oder bei den Frauen."

Ewige Bestenliste im Slalom-Weltcup

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