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Alpiner Skizirkus vor dem Umbruch

Weltcupfinale in Andorra

Marcel Hirscher ist Österreichs Ski-Held, Felix Neureuther ist der bekannteste Wintersportler in Deutschland. Ob die beiden nächste Saison im Weltcup noch dabei sind, ist offen. Andere Branchengrößen sind bereits zurückgetreten. Dem Skizirkus, der gerade in Andorra seinen Saisonabschluss feiert, droht ein Vakuum.

Ski Alpin: Marcel Hirscher und Felix Neureuther (r.) am 18. März 2017 in Aspen
Marcel Hirscher und Felix Neureuther (r.) am 18. März 2017 in Aspen
Quelle: imago/Eibner Europa

Felix Neureuther (34 Jahre) wird am Sonntag womöglich ein letztes Mal seine Ski anschnallen und seinen müden Körper durch die Slalomstangen in Soldeu schlängeln. Danach ist bei der Männersparte des Deutschen Skiverbands Tabula Rasa angesagt.

Alles muss auf den Tisch

Trainer und Athleten wollen sich in einem ehrlichen Gespräch zusammensetzen und analysieren, was man in Zukunft verbessern könnte.

Alles muss und soll auf den Tisch. Kein ungewöhnlicher Vorgang, aber in diesem Fall geht es um die Frage, ob der erfolgreichste und beliebteste Skifahrer Deutschlands seine Karriere beendet oder nicht.

Neureuther mahnte zuletzt mangelndes Engagement einiger Kollegen und fehlende Perspektive an. Bei Wolfgang Maier stieß er auf offene Ohren. "Es müssen einmal alle an den Tisch, damit die ganzen Problemfelder wirklich ausdiskutiert werden", sagte der Alpinchef des Deutschen Skiverbands.

Klar ist: Der DSV wird alles tun, um sein Aushängschild zu halten. Die Chancen stehen mindestens 51 zu 49 Prozent, dass Neureuther weitermacht.

"Bin motiviert"

In den Gesprächen zuletzt sei es nie "um einen Rücktritt" gegangen, sagte Herrenchef Mathias Berthold: "Von daher würde mich das auch überraschen, wenn er zurücktreten würde." Auch aus der Familie hört man positive Tendenzen. Dem ORF sagte Neureuther noch vor einer Woche, dass die Entscheidung von vielen Faktoren abhänge: "Ich bin aber schon motiviert - denn Skifahren ist das, was ich fast mein ganzes Leben lang mache."

Ähnliches gilt für Marcel Hirscher. Schnee, Ski und Stöcke waren seit seiner Kindheit das Leben des 30-Jährigen. Mit der Geburt seines ersten Sohnes im Oktober 2018 hat sich das ein wenig geändert. Seit diesem Zeitpunkt wägt der mittlerweile achtfache Gesamtweltcupsieger seine Zukunft genau ab.

Die Situation gleicht der Neureuthers, ebenfalls Jungpapa. In der "Kleinen Zeitung" sprach Hirscher zuletzt von einem möglichen "Schmalspur-Programm" für die kommende Saison.

Zwei Größen würden fehlen

Trainer Michael Pircher sagte der Nachrichtenagentur "APA": "Marcel muss mit sich selbst und seiner Frau ausmachen, wie es weitergeht, er muss das für sich entscheiden. Ich werde nicht versuchen, ihn zu beeinflussen, das ist nicht meine Aufgabe. Wenn er aufhört, ist es die richtige Entscheidung und genauso, wenn er weiterfährt."

Sollten Neureuther und Hirscher aufhören, würde die FIS zwei absolute Fan-Magneten verlieren. Tendenziell bleiben beide dem Weltcup aber vorerst noch enthalten.

Svindal und Vonn

Im Gegensatz zu Aksel Lund Svindal (36, Norwegen) und Lindsey Vonn (34, USA), beide sind in Soldeu schon nicht mehr dabei. Durch Svindal verliert die Skiwelt nicht nur einen sportlichen Heroen, sondern auch einen charismatischen Ski-Promoter.

Durch den Abgang von Lindsey Vonn wird der Glamour-Faktor, die Verbindung nach Übersee reißt aber nicht ab, Mikaela Shiffrin sei Dank. Die 23-Jährige schickt sich an, die erfolgreichste Skifahrerin aller Zeiten zu werden. Eine Geschichte, die die USA lieben dürfte.

Schweden, diesjähriger WM-Ausrichter, steht hingegen vor einem harten Schnitt. Mit Frida Hansdotter (33) und Andre Myhrer (36), beide 2018 in Pyeongchang noch Olympiasieger im Slalom, beenden die zwei entscheidenden Gesichter ihre Karrieren.

Schluss gemacht haben auch die ehemaligen Weltmeister Erik Guay (37, Kanada) und Patrick Küng (35, Schweiz). Wer ihnen noch folgt, werden die nächsten Tage zeigen.

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