Meister Schuster

Positive Saison-Bilanz der deutschen Skispringer

Der einstige Co-Bundestrainer Stefan Horngacher wird zu einem der härtesten Konkurrenten, der Vorflieger Severin Freund fällt aus – trotzdem erleben die deutschen Skispringer eine starke Saison. Vor allem ein Verdienst von Chefcoach Werner Schuster. Vor dem Skiflug-Weltcup-Finale in Planica (ab Freitag live im ZDF) bilanzieren wir einen überraschenden Winter.

Wintersport-Grafik mit Sendezeiten Skiflug-Weltcup im ZDF
Quelle: ZDF

Severin Freund postet in diesen Tagen immer mal wieder Bilder, die ihn beim Schuften an diversen Fitnessgeräten zeigen. „Auch wenn ich mir mein Saisonfinale etwas anders vorgestellt hab‘, geb‘ ich alles für mein Comeback“, schreibt der einstige deutsche Vorflieger. Der Doppel-Weltmeister und Gesamtweltcup-Sieger von 2015 ist in den Wochen nach seinem Kreuzbandriss im Januar fast ein bisschen in Vergessenheit geraten.

Was vor allem damit zusammenhängt, dass ihn Andreas Wellinger aber auch Markus Eisenbichler glänzend in der Weltspitze der Skispringer vertreten haben. Das ist eine der wundersamen Wendungen einer Saison, die für die deutschen Adler einen überraschend positiven Verlauf genommen hat.

Hommage von der Skisprung-Legende

Skispringen - Werner Schuster
DSV-Bundestrainer Werner Schuster Quelle: dpa

Für den ZDF-Experten Toni Innauer hat das vor allem mit einem Mann zu tun: Bundestrainer Werner Schuster. „Ich habe schon nach der WM eine Hommage über Werner Schuster geschrieben. Er hat aus einer schwierigen Saison eine tolle Saison für das deutsche Team gemacht“, lobt die Skisprung-Legende vor dem großen Saison-Finale in Planica: „Das war eine Meisterleistung von Werner Schuster“.

Seit neun Jahren ist der Österreicher Bundestrainer, führte das deutsche Team aus der Versenkung zum Team-Olympiasieg 2014 und machte Freund zum Champion. Aber in diesem Winter hat Schuster nachgewiesen, dass er ein Ausnahmetrainer ist.

Zwischenlandung im Niemandsland

Norbert König, Toni Innauer
Norbert König und Toni Innauer im Einsatz bei den Wintersportübertragungen

Die Voraussetzungen waren nämlich mehr als schlecht: Im Frühling 2016 wanderte sein langjähriger Assistent Stefan Horngacher als Cheftrainer nach Polen ab und machte die Flieger um den späteren Vierschanzentournee-Sieger Kamil Stoch zu harten Rivalen des deutschen Teams. Auch Vorflieger Severin Freund konnte nach einer Hüftoperation erst Monate verspätet ins Sprungtraining einsteigen.

Trotzdem gewann er gleich beim Weltcup-Auftakt im finnischen Kuusamo ein Springen. „Da haben wir gehofft, dass das Märchen wieder startet. Aber dann kam die Krise bei Severin. Wir waren im Niemandsland: Zwar mit fünf Leuten unter den Top 20, aber kaum mal mit einem Ausreißer nach oben“, so Schuster.

Wellingers Hoch führt zum Durchbruch

Es folgte eine Vierschanzentournee, bei der nur Newcomer Markus Eisenbichler die Hoffnung auf Podestplätze weckte. Und die folgenschwere Verletzung von Freund, nach der viele Experten die deutschen Skispringer schon abgeschrieben hatten. Doch genau in diesem Moment schaffte das Ausnahmetalent Andreas Wellinger den lange erwarteten Durchbruch und erlebte mit nunmehr zehn Einzel-Podestplätzen in gut zwei Monaten die beste Phase seines Skispringer-Lebens.

Skifliegen - Andreas Wellinger
Andreas Wellinger Quelle: dpa

„Natürlich ist auch ein bisschen Glück dabei, wenn genau in solch einem schwierigen Moment die Sportler ins Rampenlicht treten. Aber es hat auch etwas mit dem Trainerteam zu tun, das immer positiv und mit Überzeugung weitergearbeitet hat“, so Innauer. Highlight des Höhenflugs waren die drei Einzelmedaillen bei der Nordischen Ski-Weltmeisterschaft in Lahti – zweimal Silber für Wellinger, Bronze für Eisenbichler – und der Titelgewinn im Mixed-Wettbewerb.

Danach stand Andreas Wellinger auch noch kurz vor dem mit 60.000 Euro prämierten Triumph bei der Premiere der Raw-Air-Tournee in Norwegen, wurde jedoch von der Jury im letzten Flug auf dem Gigantenbakken von Vikersund um den Sieg gebracht.

„Das war schon sehr bitter und nicht so einfach zu verkraften. Jetzt hoffe ich einfach in Planica noch auf das verdiente Happyend“, sagt Schuster: „Das wäre wirklich die Krönung für eine tolle Saison, in der wir viele grandiose Momente erlebt haben.“ Mindestens genauso überraschend wie die Leistungsexplosion von Wellinger war für den Cheftrainer die Entwicklung von Markus Eisenbichler, der „Jahre um den Anschluss gekämpft hat“.

Auch Stephan Leyhe sprang die beste Saison seines Lebens, auch wenn er mit einem Patzer die greifbar nahe WM-Teammedaille verschenkte. Lediglich Richard Freitag tritt weiterhin auf der Stelle – sein Durchbruch bleibt genau wie das Comeback von Severin Freund als Aufgabe für Meistertrainer Werner Schuster für die anstehende Olympiasaison.

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