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Kraft gegen Geiger: Endspurt um den Weltcup-Sieg

Skispringen: Raw-Air-Tournee beginnt

Karl Geiger und der favorisierte Österreicher Stefan Kraft duellieren sich um den Sieg im Skisprung-Weltcup. Die Entscheidung fällt bei der spektakulären Raw Air-Tournee in 16 Sprüngen in zehn Tagen. Los geht’s am Freitag mit der Qualifikation in Oslo.

Skispringen: Karl Geiger und Stefan Kraft.
Karl Geiger und Stefan Kraft.
Quelle: dpa

Am vergangenen Sonntag hat Karl Geiger Skisprung-Historie geschrieben. Im finnischen Lahti gewann der Oberstdorfer den 1000. Einzel-Weltcup der Geschichte. In den kommenden zehn Tagen würde sich Geiger gern nochmal in die Annalen seines Flugsports eintragen: als vierter deutscher Gesamtweltcupsieger nach Jens Weißflog (1983/1984), Martin Schmitt (1998/1999 und 1999/2000) und Severin Freund (2014/2015). "Der Gesamtweltcup ist das Größte, was man als Sportler gewinnen kann. Dann war man über einen ganzen Winter insgesamt der beste Skispringer", hat Geiger dazu einmal gesagt.

Fakten sprechen für Kraft

Das Problem daran: Seine Chancen auf die große Kristallkugel für den Sieg im Gesamtweltcup sind gering. Zwar hat der 27-Jährige mit bislang vier Einzelsiegen die beste Saison seines Lebens hingelegt, dennoch liegt in der Weltcup-Zwischenwertung mit 118 Punkten Rückstand auf den Österreicher Stefan Kraft nur auf Platz zwei. 400 Punkte sind zwar in der Einzelwertung noch zu vergeben, aber eigentlich sprechen alle Fakten für den 26 Jahre alten Kraft. In den letzten sieben Weltcup-Einzelspringen landete der kleine Flugkünstler immer auf dem Podest. Zudem ist er Spezialist bei der anstehenden Raw-Air-Tournee, dem großen Saison-Finale in Norwegen. 2017 holte sich Kraft hier den historischen ersten Gesamtsieg, im vergangenen Winter wurde er Zweiter.

Der Karli hüpft extrem stark. Es wird sicher bis Vikersund ein Krimi bleiben.
Stefan Kraft

Dennoch ist Stefan Kraft längst nicht siegessicher: "Der Karli hüpft extrem stark. Es wird sicher bis Vikersund ein Krimi bleiben. Über den kleinen Vorsprung bin ich froh, aber es wird ein cooler Fight." Bei dem in insgesamt 16 Sprüngen – besser gesagt elf Sprünge und fünf Flüge auf der größten Schanze der Welt in Vikersund – binnen zehn Tagen einfach alles möglich ist.

Auftakt am Holmenkollen

Über den Sieg im Einzel-Gesamtweltcup entscheiden nur die vier Einzelspringen in Oslo (Sonntag), Lillehammer (Dienstag, 10. März), Trondheim (Donnerstag, 12. März) und Vikersund (15. März). Für die Gesamtwertung in der Raw Air-Tournee zählen jedoch auch die beiden Teamspringen in Oslo (Samstag) und Vikersund (14. März) mit. Plus die vier Qualifikationssprünge an den vier Austragungsorten der außergewöhnlichen Tour. Los geht’s mit dem Prolog am Freitag auf der legendären Holmenkollen-Schanze von Oslo. Der Schlusspunkt wird auf dem Gigantenbakken von Vikersund gesetzt. Dort, wo Stefan Kraft 2017 seinen immer noch gültigen Weltrekord von 253,5 Metern markiert hat.

"Jeden Tag ist Wettkampf, dazwischen wird gereist, es gibt keine Ruhephasen – das macht die Raw Air zu etwas ganz Besonderem", sagt Geiger. Auch, weil neben den üblichen Preisgeldern für die einzelnen Wettbewerbe für die ersten Drei in der Gesamtwertung 100.000 Euro an Extra-Prämien ausgelobt sind. Der Sieger erhält 60.000 Euro, für Platz zwei gibt’s 30.000 Euro und der Dritte bekommt 10.000 Euro. Davon kann sich die legendäre wie verstaubte Vierschanzentournee, wo es lediglich 20.000 Euro für den Gesamtsieger gibt, eine dicke Scheibe abschneiden.

Raw Air mit fliegenden Frauen

Das gilt auch für den Umstand, dass die Damen seit vergangenem Winter Bestandteil der Raw Air-Tournee sind. Bei den fliegenden Frauen gehen Qualifikation und die Einzelspringen in Oslo (Samstag/Sonntag), Lillehammer (Montag/Dienstag) und Trondheim (Mittwoch und Donnerstag) in die Gesamtwertung ein, 55.000 Euro Extra-Preisgeld sind ausgelobt.

Auf der Flugschanze von Vikersund dürfen dann exklusiv nur die Männer fliegen. Dann geht es auch um den prestigeträchtigen Triumph im Nationen-Weltcup. Auch hier lautet das Duell Österreich (4720 Punkte) gegen Deutschland (4578). Vielleicht können ja Karl Geiger und Co hier ein Stück deutsche Skisprung-Erfolgsgeschichte schreiben...

von Lars Becker

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