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Kobayashi auf Hannawalds Spuren

Skispringen - Vierschanzentournee, 4. Springen

von Martin Schneider und Lars Becker

Überflieger Ryoyu Kobayashi kämpft um den Grand Slam, zwei deutsche Flieger um Podestplätze in der Gesamtwertung: Das Finale der 67. Vierschanzentournee in Bischofshofen (am Sonntag live im ZDF) verspricht Spannung.

2 min
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05.01.2019
05.01.2019

Selbst Verfolger Markus Eisenbichler glaubt nicht mehr so recht an das "Wunder von Bischofshofen". "Er ist einfach extrem gut, das muss man neidlos anerkennen. Wer das nicht tut, hat eine Schraube locker", sagt der deutsche Hoffnungsträger. Mit er ist natürlich Ryoyu Kobayashi gemeint, der Überflieger dieser 67. Vierschanzentournee.

Rückstand fast aussichtslos

Der 22 Jahre junge Japaner hat bislang alle drei Springen gewonnen und könnte mit einem weiteren Triumph in Bischofshofen in den illustren Klub der Grand-Slam-Sieger aufsteigen.

Der hat bisher nur zwei Mitglieder: Den letzten deutschen Gesamtsieger Sven Hannawald (2001/2002) und den Polen Kamil Stoch (2017/2018). "Wenn alles normal läuft, wird Kobayashi den Grand Slam schaffen. Er ist einfach das Maß der Dinge und in Innsbruck fast autoritär aufgetreten", sagt Toni Innauer, TV-Experte des ZDF.

Tatsächlich deklassierte Kobayashi am Freitag am Bergisel die komplette Weltelite inclusive seines deutschen Erzrivalen Eisenbichler. In den beiden Deutschland-Springen der Tournee hatte er dem zweimal zweitplatzierten Deutschen winzige 2,3 Punkte abgenommen. In Innsbruck wuchs der Vorsprung in der Gesamtwertung auf den zweitplatzierten auf insgesamt 45,5 Punkte. Das sind umgerechnet gut 25 Meter.

Bei der Klasse von Kobayashi ein schier aussichtsloser Rückstand beim Finale. "Für Markus Eisenbichler sollte es darum gehen, beim Finale ohne Verkrampfung um ein Super-Resultat zu kämpfen und Platz zwei in der Gesamtwertung abzusichern. Bischofshofen ist eine Fliegerschanze, vielleicht kann er Kobayashi da fordern", hofft Innauer.

Bischofshofen Chance für Eisenbichler

Der österreichische Skisprung-Professor sieht auch seinen in Innsbruck mit Platz zwei wiedererstarkten Landsmann Stefan Kraft als einen Kandidaten an, der den vierten Tagessieg von Kobayashi bei dieser Tournee noch verhindern könnte.

"Vielleicht fängt Kobayashi ja zu denken an, aber eigentlich kann er sich nur selbst schlagen", sagte Werner Schuster nach Innsbruck von der Galavorstellung von Kobayashi - und schwärmte : "Ich stehe ja schon lange auf dem Trainerturm. Aber das war mit das Beeindruckendste, was ich bisher gesehen habe. Es ist absolut faszinierend, mit welcher Leichtigkeit er sich nach dem Absprung wegkatapultiert." Deshalb wird es wohl auch dieses Mal nichts mit dem ersten deutschen Tournee-Gesamtsieg seit 17 Jahren werden.

Dem letzten großen Titel, der Chefcoach Schuster in seiner fast elfjährigen Erfolgsära als Bundestrainer noch fehlt: "Wenn wir wieder an einem Überflieger scheitern, müssen wir das schlucken."

Als Severin Freund 2016 auf Platz zwei landete, war es der Slowene Peter Prevc. Im vergangenen Winter beim zweiten Platz von Olympiasieger Andreas Wellinger der Pole Kamil Stoch. Und diesmal eben Kobayashi. "Für uns wird es darum gehen, den Platz in der Top 3 abzusichern. Ich denke, dass die zwei Richtigen von uns dafür vorn mit dabei sind", sagt Schuster.

Eisenbichler geht als Zweiter mit 4,2 Zählern Vorsprung auf den drittplatzierten Norweger Andreas Stjernen in das Finale. Stephan Leyhe hat sich auf Rang fünf nach vorn gekämpft mit 18,1 Zählern Rückstand aufs Podest. Zumindest Eisenbichler glaubt an ein Happyend: "So eine Tournee habe ich mir vorher nicht erträumen können. Ein Platz auf dem Trepperl wäre der Hammer!" Der Platz auf dem obersten Podest scheint schon jetzt für Ryoyu Kobayashi reservert.

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