Die Speerwerfer - ein Trio für Gold

Thomas Röhler, Johannes Vetter und Andreas Hofmann vor dem großen Wurf

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Im Speerwerfen der Männer hat der Deutsche Leichtathletik-Verband gleich dreifach, was ihm in anderen Disziplinen fehlt: Medaillenkandidaten. Thomas Röhler, Johannes Vetter und Andreas Hofmann führen vor der WM die Weltjahresbestenliste an. Am …

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Jetzt nur nicht die schönen Chancen im letzten Moment noch zerstören. Wegen der im Teamhotel der deutschen Mannschaft auch bei anderen Nationen grassierenden Magen-Darm-Infektion sind Röhler, Vetter und Hofmann umquartiert und nach ihrer Ankunft in London am Montag direkt in ein anderes Hotel gebracht worden. Das deutsche Trio hat die bisherige Saison der Speerwerfer dominiert - und will das nun auch in den WM-Wettbewerben tun.

Eingespieltes Team

Die Nummern eins bis drei der Weltjahresbestenliste sind ein eingespieltes Team. Sie demonstrieren, was kaum zu glauben ist bei ihrer Konkurrenz: Friede, Freude, Einvernehmen. Kein Gerangel um die Vormachtstellung. Kein Getue um die eigenen Trainingsgeheimnisse. Kein Gezeter, wenn einer weiter wirft als die anderen.

Die mögen sich. Die helfen sich. Die freuen sich mit- und füreinander. Das ist das Bild, das Thomas Röhler, Johannes Vetter und Andreas Hofmann nach außen abgeben. Bundestrainer Boris Obergföll sagt: "Die sind wirklich so, das ist nicht gespielt."

Konkurrenz geschockt

Drei nette Jungs von nebenan, einer wie der andere mit einem unglaublichen Gefühl für den Speer und einer riesigen Leidenschaft für die Disziplin ausgestattet. Der deutsche Rekordhalter Johannes Vetter (Offenburg, 24 Jahre, 94,44 m), Olympiasieger Thomas Röhler (Jena, 25 Jahre, 93,90 m) und Andreas Hofmann (Mannheim, 25 Jahre, 88,79 m) haben die internationale Konkurrenz schon ganz schön schockiert in diesem Sommer.

In London geht es also weniger darum, ob ein Deutscher den Speerwurf der Männer gewinnt. Die Frage ist vielmehr, welcher Deutsche ihn gewinnt. Der Olympiasieger mit der filigranen Technik? Oder der deutsche Rekordhalter, der in diesem Jahr so viel Wumms im Arm hat, dass er sich so manches Mal bei seinen Würfen selbst von den Füßen holt? Oder Hofmann, der Kräftigste des Trios, der auf seinen großen Tag lauert?

Drei Medaillen "der Traum"

Eine Prognose will Bundestrainer Obergföll nicht abgeben. Er sagt: "Das Ziel ist, so viele Medaillen wie möglich zu machen. Drei ist der Traum." Den er allerdings nicht zu träumen wagt.  Der zweimalige WM-Dritte und Ehemann von Ex-Weltmeisterin Christina Obergföll fügt an: "Das wird natürlich nicht so kommen."

Röhler traut sich. Er sagt: "Wir sind alle verrückt genug davon zu träumen, alle Medaillen mit nach Hause zu nehmen. Aber wir sind auch Realisten genug, das Stadion nicht in Tränen zu verlassen, sollte das nicht passieren."

Solche Satzkonstruktionen sind typisch für Thomas Röhler. Wahrscheinlich denkt er sie sich aus, wenn er in seiner Freizeit dem Fliegenfischen frönt. Dieser stammt auch von ihm: "Die Gegner wurden in den letzten Wochen durch unsere positiven sportlichen Aktivitäten ein bisschen ins Nichts gedrückt." Was aber nicht bedeute, dass sie bei der WM keine Gefahr seien: "Die waren genauso in Trainingslagern, haben sich genauso vorbereitet und wollen genauso gewinnen."

Obergfölls Team-Building

Woher die deutsche Übermacht kommt? Jahrelange Arbeit, sagt Boris Obergföll. Seit er 2008 das Amt des Bundestrainers übernommen hat, habe er sich bemüht, "den Haufen zusammenzuführen". Vertrauen aufbauen, zusammenrücken, Geheimnisse austauschen, bei gemeinsamen Workshops an den Feinheiten tüfteln.

Das geht, obwohl die deutschen Spitzenspeerwerfer an verschiedenen Standorten bei verschiedenen Trainern trainieren. „Wir machen alles im Team, wir entscheiden im Team“, sagt Obergföll. In Röhlers Worten: „Wir werfen unsere individuelle Expertise in einen riesen großen Topf, den wir dann fair miteinander nutzen.“

Rekord geknackt und abgegeben

Er hatte gleich zu Beginn der Saison mit 93,90 Metern einen deutschen Rekord aufgestellt. Dass dieser ihm nur zwei Monate später von Johannes Vetter schon wieder abgenommen wurde, nahm Röhler sportlich.  Die 94,44 Meter von Vetter bedeuten den zweitbesten jemals absolvierten Wurf, weiter kam nur der legendäre Weltrekordler Jan Zelezny (98,48 Meter) aus Tschechien. Das muss man einfach anerkennen.

Ergebnisse, Zeitplan, Medaillen

Weltrekorde der Männer

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