Sie sind hier:

Blick in Bayerns Baukasten

DFL-Supercup heute live im ZDF

Der Supercup bei Pokalsieger Eintracht Frankfurt steht vordergründig im Zeichen der Rückkehr von Niko Kovac. Die Pflichtspiel-Premiere des neuen Bayern-Trainers dürfte erste nähere Aufschlüsse über seine inhaltliche Handschrift geben. Anstoß ist heute um 20.30 (ZDF ab 20.15 Uhr).

Besprechung mit Neu-Trainer Niko Kovac
Niko Kovac (4. v. r.) beim Training

Wann immer zuletzt die Rede auf die Neuerungen unter Niko Kovac kam, wurde vor allem die Quantität zum Thema. Nicht nur bei jenen, die schon lange beim FC Bayern angestellt sind. Auch der einzige echte Zugang Leon Goretzka verwies auf die hohen Trainingsumfänge unter dem neuen Fußballlehrer aller Münchner.

"Alles gewinnen"

"Ungewohnt", sagte der bisherige Schalker, seien die Intensität und Dauer der Einheiten. Als Klage wollten weder Goretzka noch die anderen Kadermitglieder diesen Befund verstanden wissen. Vielmehr erhoffen sie sich von den Qualen der Vorbereitung viel Ertrag in dieser Saison, ebenso wie die Vereinsführung. "Wir wollen alles gewinnen", gab der Vorstandsvorsitzende Karl-Heinz Rummenigge unter Verweis aufs Triple 2013 bereits in Auftrag.

Begonnen werden mit der Titelsammlung soll nun im Supercup bei Pokalsieger Eintracht Frankfurt, der im Mai mit Kovac 3:1 gegen die Bayern gewonnen hatte. Die Begegnung an diesem Sonntag steht dabei nur vordergründig ganz im Zeichen seiner Rückkehr an die alte Wirkungsstätte. Übergeordnet gerät die Pflichtspiel-Premiere von Kovac vor allem zu einem Blick in seinen Baukasten.

Arbeit und Fitness

Welche Teile der 46 Jahre alte Kroate für unverzichtbar für eine erfolgreiche Saison hält, hat er schon mehrfach dargelegt. Dazu gehören neben harter Arbeit und viel Fitness vor allem defensive Stabilität und offensive Zielstrebigkeit bei taktischer Flexibilität.

Die erste Titelvergabe der neuen Saison dürfte nun erste nähere Aufschlüsse darüber geben, inwieweit seine inhaltliche Handschrift schon erkennbar ist und wie gut die Teile aus seinem Baukasten bereits zusammenpassen. Die Messlatte dafür hat Kovac bereits am vergangenen Sonntag vorgegeben.

"Wir haben das Spiel dominiert und keine einzige Torchance zugelassen", sagte er nach dem 1:0 im Test gegen Manchester United und goutierte den kompakten Vortrag als "schon sehr gut". Im Supercup müsse man "mindestens genauso oder noch besser performen", fügte er an.

Nur Tolisso fehlte am Tegernsee

Die Voraussetzungen dafür scheinen nicht schlecht zu stehen. Bis auf Weltmeister Corentin Tolisso hatte Kovac seine Belegschaft zuletzt im einwöchigen Trainingslager am Tegernsee beisammen und konnte daran arbeiten, seine zu unterschiedlichen Zeitpunkten in die Vorbereitung eingestiegenen Kicker körperlich und inhaltlich zunehmend auf ein Niveau zu bringen.

Abgeschlossen ist dieser Prozess zwar noch nicht. Aber anders als im Test gegen Manchester United dürften Stammspieler wie Stürmer Robert Lewandowski nun in der Lage sein, von Beginn an mitzuwirken.

Frankfurt im Rückstand

Hinzu kommt, dass dem Gegner der Pflichtspielauftakt zeitlich eher ungelegen kommt, weil sich das Gefüge nach je neun Ab- und Zugängen unter dem neuen Trainer Adi Hütter und dessen neuen Vorgaben erst noch finden muss. "Eine Woche später", also nach mehr Zeit zur gemeinsamen Einarbeitung, wäre ihm der Vergleich mit dem deutschen Branchenführer lieber gewesen, ließ Fredi Bobic wissen.

Immerhin einen personellen Erfolg konnte der Sportvorstand am Freitag verkünden. Der umworbene Pokalheld und kroatische WM-Teilnehmer Ante Rebic, 24, verlängerte seinen Vertrag vorzeitig bis 2022 und bleibt der Eintracht zumindest vorerst erhalten.

Zeichen stehen bei Boateng auf Abschied

Kovac muss sich dagegen wohl darauf einstellen, dass er künftig auf Innenverteidiger Jérôme Boateng, 29, verzichten muss. Zwar sprechen sich der Trainer und viele Teamkollegen wie Arjen Robben für einen Verbleib des Nationalspielers aus. Dieser wird weiterhin von Paris Saint-Germain umworben und soll dem Vernehmen nach auch gerne zu Thomas Tuchel wechseln.

Rummenigge und Präsident Uli Hoeneß präferieren jedoch einen Verkauf für um die 50 Millionen Euro Ablöse. Bedarf für Ersatz im Falle eines Abgangs von Boateng sehen sie derzeit eher nicht. Ganz glücklich dürfte Kovac damit nicht sein, sollte es wirklich so kommen. Für die zuweilen angedachte Variante mit einer Dreierkette in der Abwehr würde ihm die fest eingeplante Stammkraft Boateng neben den beiden anderen hauptamtlichen Innenverteidigern Mats Hummels und Niklas Süle fehlen.

Favoritenfußball

In Frankfurt dürften aber ohnehin andere taktische Mittel gefragt sein. Favoritenfußball wird Kovac dort wie fast immer in der anstehenden Saison spielen lassen müssen. Die angekündigte zeitweilige Abkehr vom Ballbesitzfußball hin zum schnellen Konterstil dürfte verstärkt wohl erst dann zum Tragen kommen, wenn die Spiele gegen größere Mannschaften anstehen.

Gegen Manchester United ließen sich zumindest die Grundlagen dafür, das sogenannte Gegenpressing und Umschaltspiel, bereits beobachten. Süle hob zudem die "die defensive Absicherung als Team" hervor, zumal es "im letzten Jahr in vielen Spielen das Problem war, dass wir hinten in Unterzahl standen". Wie im Pokalfinale gegen Frankfurt und Kovac.

Gemerkt auf Mein ZDF! Merken beendet Bewertet! Bewertung entfernt Zur Merkliste hinzugefügt! Merken beendet Embed-Code kopieren HTML-Code zum Einbetten des Videos in der Zwischenablage gespeichert.
Bitte beachten Sie die Nutzungsbedingungen des ZDF.

Um zu verstehen, wie unsere Webseite genutzt wird und um dir ein interessenbezogenes Angebot präsentieren zu können, nutzen wir Cookies und andere Techniken. Hier kannst du mehr erfahren und hier widersprechen.

Um Sendungen mit einer Altersbeschränkung zu jeder Tageszeit anzuschauen, kannst du jetzt eine Altersprüfung durchführen. Dafür benötigst du dein Ausweisdokument.

Du wechselst in den Kinderbereich und bewegst dich mit deinem Kinderprofil weiter.