Deutscher Dreikampf auf Hawaii

Triathon: Ironman am Samstag live im ZDF

Beim Ironman im Urlaubsparadies haben am Samstag drei Deutsche gute Chancen auf einen Sieg über die härteste Triathlon-Distanz unter härtesten Bedingungen: Titelverteidiger Jan Frodeno, Sebastian Kienle und Patrick Lange.

Siegerehrung der Männer beim Ironman auf Hawaii - 2016
"Deutsches Podest" 2016: Sebastian Kienle, Jan Frodeno und Patrick Lange (v.l.) Quelle: ap

1978 setzten 15 Männer auf Hawaii einen verwegenen Plan in die Tat um. Sie kombinierten drei bestehende Wettkämpfe im Schwimmen, Fahrradfahren und Laufen zu einer Extrem-Herausforderung: 3,8 Kilometer Schwimmen, 180 Kilometer Radfahren und zum Abschluss ein Marathonlauf (42,2 Kilometer). Sie taten das, weil sie sich im Jahr zuvor nicht einig geworden waren, ob Schwimmer oder Läufer die besseren Athleten sind. 39 Jahre später steht die Antwort fest: Triathleten sind die fittesten. Ironman-Finisher die härtesten. Und Hawaii-Ironman-Sieger sind fitter und härter und ein bisschen verrückter als alle anderen.

Ironman ist eine Marke geworden

Am Samstag (ab 18:30 Uhr im ZDF-Livestream) ist es wieder so weit. Der Eisenmann wird gesucht. Aber der Ironman auf Hawaii ist längst kein heimliches Kräftemessen Ausdauersport-besessener Einzelgänger und Navy-Soldaten mehr. Am Samstag werden rund 2000 speziell auf diese Distanz vorbereitete Athleten am Start stehen. Der Ironman heißt Ironman, weil Commander John Collins damals sagte: "Whoever finishes first, we’ll call him the Iron Man." ("Wer auch immer zuerst ins Ziel kommt, wir werden ihn den Eisenmann nennen.")

Heute ist der Ironman so viel mehr als eine lustige Wortschöpfung. Er ist eine gewinnbringende Marke mit Ablegern in aller Welt. Die Besten sind Profis, sie verdienen ihr Geld mit diesem Sport, auf dieser Distanz. Und das Erstaunliche: Aktuell sind die Besten Deutsche.

Frodeno will den Hattrick

Im vergangenen Jahr feierten Jan Frodeno (36), Sebastian Kienle (33) und Patrick Lange (31) einen Dreifachtriumph. Für Frodeno, in Köln geboren, in Südafrika aufgewachsen und aktuell wechselweise in Australien und Spanien sesshaft, war es der zweite WM-Triumph in Folge. Er könnte sich zurücklehnen und seines Lebens freuen. Er hat alles erreicht, was es in seinem Sport zu erreichen gibt. Den Olympiasieg 2008 über die Kurzdistanz, zweimal den Titel Eisernster aller Eisenmänner und zudem den Weltrekord: 7:35:39 Stunden.

Aber Frodeno, der seinen Körperfettanteil auf fünf Prozent und seinen Ruhepuls auf 39 Schläge pro Minute heruntertrainiert hat, will mehr. Er will den Hattrick. Drei Siege auf Hawaii hat noch kein Deutscher geschafft. Und er will unter acht Stunden kommen. Der Streckenrekord auf Hawaii steht seit 2011 bei 8:03:56 Stunden. Das Problem: Auf der Pazifikinsel wird die unmenschliche Distanz noch durch kräftezehrende Hitze und gnadenlosen Wind ergänzt. Frodeno sagt deshalb: "Der Gedanke ans Aufgeben ist bei diesem Rennen omnipräsent."

Er hat sich in dieser Saison auf der großen Bühne rar gemacht und all sein Streben ganz auf Hawaii ausgerichtet. Er hat an seinem Laufstil gefeilt und auf dem Airbus-Gelände am Bodensee im Windkanal seine Rad-Technik perfektioniert. Kaum zu glauben bei der Distanz und Wettkampfdauer - aber die Profis arbeiten an den winzigsten Details.

Kienle und Lange auf Frodenos Spuren

Sebastian Kienle und Patrick Lange sind ihrem Landsmann dicht auf den Fersen. Kienle hat 2014 auf Hawaii gewonnen, er will mit einem zweiten Triumph mit Frodeno gleichziehen. Er hat in diesem Jahr die Ironman-EM in Frankfurt am Main in persönlicher Bestzeit dominiert, scheint also gut gerüstet zu sein für das ultimative Kräftemessen am Samstag.

Patrick Lange gibt anders als Frodeno und Kienle nicht den Sieg als oberstes Ziel für Hawaii an. Er fühlt sich wohl in der Verfolgerrolle. Dabei hat er im vergangenen Jahr bei seine ersten Hawaii-Start derart brilliert, dass ihm der große Coup durchaus zuzutrauen wäre. Lange hatte auf der Radstrecke eine fünfminütige Zeitstrafe wegen eines falschen Überholvorgangs kassiert - und ist dann über die Marathon-Distanz vom 24. auf den dritten Rang vorgesprintet.

Er hat die 42,2 Kilometer in 2:39,45 Stunden bewältigt. So schnell ist den Marathon innerhalb des Hawaii-Ironman noch niemand gelaufen. Am Ende lag Kinele 4:44 Minuten hinter Jan Frodeno. Und er hat den großen Vorteil, dass ihm als relativem Neuling in der Szene noch größere Leistungssprünge gelingen könnten als den alten Hasen.

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