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Hoffen auf den Knie-Airbag

Ski Alpin | Herren-Super-G am Sonntag im Livestream

Verletzte Skifahrer sind keine Seltenheit, doch in dieser Saison treten sie in einer Häufigkeit auf, die für Unruhe im Skizirkus sorgt. Nächste Station im alpinen Weltcup ist der Herren-Super-G in Kvitfjell am Sonntag, 11 Uhr. Die Abfahrt am Samstag hat Domink Paris gewonnen.

Thomas Dreßen, der am 1. Dezember 2018 beim Sturz in Beaver Creek einen Kreuzbandriss erlitt.
Thomas Dreßen, der am 1. Dezember 2018 beim Sturz in Beaver Creek einen Kreuzbandriss erlitt.
Quelle: Matthias Balk/dpa

Ilka Stuhec wurde vor zwei Wochen Abfahrtsweltmeisterin, vergangenes Wochenende riss sie sich in Crans Montana zum zweiten Mal in ihrer Karriere das Kreuzband. Die Slowenin verkörpert eine emotionale Geschichte mit Höhen und Tiefen, unter dem Strich ist die 28-Jährige aber auch nur eine Nummer, die Nummer 18. Insgesamt 17 Kollegen und Kolleginnen rissen sich in diesem Winter vor ihr das Kreuzband, der letzte war der Österreich Marco Schwarz einen Tag vor Stuhec.

Neue Studie

"Wir müssen uns da Gedanken machen. Es ist unser Job für die Zukunft, in die richtige Richtung zu arbeiten und diese Zahl zu minimieren", sagte Markus Waldner bereits Anfang Februar. Der Renndirektor des Weltverbandes FIS verweist bei Nachfragen unter anderem auf eine neue Studie der Uni Oslo zum Thema Skimaterial und Sicherheit, die zum Jahresende vorliegen soll.

Besonders hart traf es den Deutschen Skiverband (DSV). Sowohl Shootingstar Thomas Dreßen als auch Andreas Sander zerriss es die Sehne im Knie. "Es ist echt brutal", sagte Dreßen als Zuschauer in Kitzbühel, "in jedem Rennen erwischt es einen oder zwei."

Und darunter sind nicht nur Fahrer aus der zweiten Reihe. Anna Veith und Stephanie Brunner (Österreich) sind zwei bekannte Kreuzbandopfer. Max Franz, ebenfalls Österreich, brach sich im Skischuh das Fersenbein, die Kräfte, die wirkten, waren einfach zu groß.

Gisins schlimmer Sturz

Noch Schlimmeres erlebte Marc Gisin. Der Schweizer kann nach seinem Horrorsturz im vergangenen Dezember in Gröden froh sein, dass sich noch alle Körperteile an ihrem angestammten Platz befinden. Er musste wieder lernen zu essen, trinken, atmen oder laufen. Mittlerweile steht er wieder auf Ski.

Den einen Grund, der diese große Verletzungsmisere erklärt, gibt es nicht. Schuld ist vielmehr eine Mischung aus sehr hohem Tempo (bis zu 140 km/h), hochtechnologisiertem Material und extremer Pistenpräparierung. Obendrein sind die Fahrer nur minimal geschützt.

Airbag fürs Knie

Karlheinz Waibel, Bundestrainer Wissenschaft und Technologie beim DSV, arbeitet deshalb an einem Airbag fürs Knie. Für den Rücken gibt es diese Entwicklung bereits, nur ist das nicht die Schwachstelle eines Skifahrers.

Das Knie schon - besonders bei Abfahrern, die Kurven mit über 100 km/h bewältigen müssen. Die Gravitationskräfte steigen dabei auf über eineinhalb Tonnen, der menschliche Körper ist dafür nur bedingt ausgelegt.

Ein Skikarriere ohne Verletzungen ist nicht realistisch, eine Skikarriere ohne Kreuzbandriss kaum mehr vorstellbar. Oder wie es Alpinboss Wolfgang Maier jüngst ausdrückte: "Ein Kreuzbandriss ist salonfähig geworden, und dies finde ich ziemlich erschreckend."

Drei Rennen in Kvitfjell

Für den DSV gehen in Kvitfjell Josef Ferstl (2015 Kreuzbandriss), Manuel Schmid (2013 zwei Jahre Pause nach Patellasehnenproblemen), Klaus Brandner (2017 Riss der Patellasehne und des Kreuzbands), Dominik Schwaiger (2008 Schienbeinbruch) und Christof Brandner (2017 Kahnbein-OP) an den Start. Das Programm ist umfangreich. Da die ausgefallene Abfahrt von Garmisch-Partenkirchen nachgeholt wird, finden ein Training und drei Rennen statt.

Platzierungen ganz oben auf dem Podest sind nicht zu erwarten. Dafür kommen die üblichen Verdächtigen infrage - Beat Feuz (Schweiz), Dominik Paris (Italien) und Vincent Kriechmayer (Österreich). Ferstl ist dennoch guter Dinge: "Ich bin bereit und freue mich auf diese letzten Rennen vor dem Saisonfinale."

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