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Auch zweiter Einspruch abgewiesen - Zankapfel Videobeweis

Handball-EM: Aufregung bei Slowenien - Deutschland (25:25)

Sport | ZDF SPORTextra - Auch zweiter Einspruch abgewiesen - Zankapfel Videobeweis

Die EHF hat auch den abermaligen Einspruch des slowenischen Verbandes gegen die Wertung des 25:25 gegen Deutschland am Mittwoch abgewiesen. Beim dramatischen Vorrundenspiel war erstmals bei einer EM der Videobeweis eingesetzt worden. Die Entscheidung der …

Beitragslänge:
1 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 28.01.2019, 22:45

Das dramatische Geschehen im Vorrundenspiel Slowenien - Deutschland war in den letzten Sekunden kulminiert: Als der Slowene Blaz Janc acht Sekunden vor Schluss zum 25:24 einwarf, gingen die deutschen Profis wie nach einem K.o. im Boxen zu Boden.

Gedankenschnell

Nur Torwart Silvio Heinevetter und Paul Drux nicht: Sie forderten bei den litauischen Schiedsrichtern einen Videobeweis ein, da Drux den letzten Anwurf nicht hatte ausführen können, weil sich drei Slowenen direkt vor ihm auftürmten - im Mittelkreis, also regelwidrig.

Und dann zogen sich diese Minuten, in denen die beiden Referees unter einem schwarzen Tuch auf den Monitor starrten, wie Kaugummi. Sogar die ARD-Tagesschau musste warten, bis die Schiedsrichter nach knapp zehn Minuten auf Siebenmeter und Disqualifikation eines slowenischen Spielers entschieden - und Tobias Reichmann den Strafwurf cool zum 25:25-Endstand in das Netz beförderte.

Danach herrschte weiter Konfusion. Der Trainer der Slowenen, Veselin Vujovic, bekannte später, diese Regel, die ihm Heinevetter noch am Spielfeldrand erklärt hatte, nicht zu kennen. Und der deutsche Trainer Christian Prokop hatte nach dem Abpfiff schon gratuliert und die Niederlage eingestanden.

Die Regel

Klar ist: Allein die Schiedsrichter dürfen einen Videobeweis einfordern - kein Spieler (also auch kein Heinevetter) und auch kein Delegierter. Die einzige Ausnahme besteht darin, dass das Kampfgericht den Videobeweis bei Wechselfehlern nutzen kann.

Die litauischen Schiedsrichter hätten sich also den Videobeweis gar nicht ansehen müssen. Nachdem sie sich aber doch dafür entschieden hatten, hatten sie über ein sogenanntes "Abstandvergehen in den letzten 30 Sekunden" zu urteilen. Dieses sieht laut Regel 8:10c einen Siebenmeter vor, wenn ...

  • "... ein Offizieller oder Spieler die Wurfausführung des Spielers verzögert oder behindert und damit der gegnerischen Mannschaft die Chance genommen wird, in eine Torwurfsituation zu kommen oder eine klare Torgelegenheit zu erreichen (…)."

Werde aber der Wurf ausgeführt und geblockt, dann sei dieses Vergehen mit einer normalen Zweiminutenstrafe zu sanktionieren.

Störung der Wurfausübung

Veselin Vujovic (links) und Silvio Heinevetter
Veselin Vujovic (links) und Silvio Heinevetter Quelle: dpa

Im Falle des Anwurf-Versuchs von Paul Drux war die "Störung der Wurfausübung" durch den regelwidrigen Block der Slowenen durchaus gegeben, denn Drux war so nicht in der Lage, aufs freie Tor zu werfen.

Dennoch hatte der slowenische Handballverband bei der Europäischen Handball-Föderation Protest eingelegt. Die Slowenen argumentierten, die Spielzeit sei schon abgelaufen gewesen, als der Ball noch in Drux' Hand war. Am Dienstagmittag hat die EHF den Protest abgelehnt.

Slowenen ziehen alle Register

Zunächst erwägte Slowenien am Dienstag offenbar den Ausstieg aus der EM. Das berichtet die slowenische Nachrichtenagentur STA unter Berufung auf führende Offizielle des slowenischen Verbands RSZ.

Am Dienstagabend dann hat der slowenische Handballverband Widerspruch gegen den abgewiesenen Protest eingelegt. Da dieser zweite Protest abermals abgewiesen wurde, hat das Ergebnis von 25:25 endgültig Bestand, da Slowenien keine weitere Einspruchsmöglichkeit besitzt. DHB-Vizepräsident Bob Hanning bestätigte der dpa diese Entscheidung der EHF am Mittwoch. «Wir haben mit dieser Entscheidung gerechnet. Alles andere wäre eine große Überraschung gewesen», sagte Hanning. «Wir sind froh, dass wir uns jetzt wieder auf das Sportliche konzentrieren können.» Ob sich der WM-Dritte nun tatsächlich - wie angedroht - vom Turnier zurückzieht, bleibt abzuwarten.


Premiere des Videobeweises

Diese Form des Videobeweises gibt es bei einer Europameisterschaft das erste Mal. Der Weltverband IHF hatte damit schon 2015 operiert - seinerzeit wurden die deutschen Handballer im Viertelfinale gegen Katar bei einem Videobeweis klar benachteiligt. Nach einem Skandal bei der Frauen-WM 2015 in Dänemark hatte die IHF aber wieder darauf verzichtet, nachdem der Observer eine Szene aufgrund einer falschen Videosequenz beurteilt hatte.

Die EHF als Veranstalter der EM hatte den Videobeweis beim Champions League-Final Four 2016 in Köln eingeführt. Seinerzeit zückte das deutsche Schiedsrichter-Duo Geipel/Helbig nach dem Studium der Videobilder eine Rote Karte.

Die EM im Liveticker

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