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Nagelsmann: Reizpunkte vor der Abschiedstour

Hoffenheim fordert den FC Bayern zum Rückrunden-Auftakt

Im Sommer verlässt Julian Nagelsmann die TSG Hoffenheim Richtung RB Leipzig. Während der Verlust einer prägenden Trainerfigur woanders Unruhe auslöst, sieht man dem Abschied im Kraichgau gelassen entgegen. Und mehr: Seine Ära soll mit der erneuten Qualifikation für einen internationalen Wettbewerb enden.

Julian Nagelsmann, Training Hoffenheim
Julian Nagelsmann im Training mit seinen Spielern.
Quelle: dpa

Julian Nagelsmann mag es, Reizpunkte zu setzen. Wer den Cheftrainer der TSG Hoffenheim vor dem Rückrunden-Auftaktsduell gegen den FC Bayern München am Freitag (20:30 Uhr/live im ZDF) auf dem Trainingsplatz der TSG erlebt, käme kaum auf die Idee, dort arbeite ein Trainer auf Abruf.

Nagelsmanns Anweisungen purzeln noch lauter aus seinem Mund als sonst. Der 31-Jährige scheint in seiner dritten Saison in Hoffenheim keine einzige Minute ungenutzt verschwenden zu wollen. So staunte etwa die "Bild"- Zeitung über eine Trainingseinheit von 120 Minuten Länge und stellte überspitzt fest: "Nagelsmann quält seine Stars für die Bayern."

Das einst kühne Projekt etabliert sich

Das Heimspiel gegen den Rekordmeister mag der erste Härtetest auf dem Weg zum Happy End der Ära Nagelsmann sein, ein Endspiel aber ist es sicher nicht. Einst als kühnes Projekt gestartet, hat sich der Klub aus dem Kraichgau nach zehn Jahren in der Bundesliga etabliert - und mehr: die TSG setzt sich nach zweimaliger Qualifikation für die Champions League neue Ziele.

Der Direktor Profifußball Alexander Rosen spricht davon, dass "der Trainer einen wunderbaren Abschied bekommen" soll - und dass vieles gut sei, aber noch nicht vollends "ausentwickelt". Vor allem international solle sich der "Ertrag" bald steigern.

Mit mutigen und erfrischenden Auftritten, die allerdings früh im Ausscheiden mündeten, weil entweder die international unerfahrene Abwehr patzte oder der Pfosten im Weg stand, mag man sich nicht mehr begnügen.

Champions League erneut das Ziel

Mäzen und Hauptanteilseigner Dietmar Hopp berichtet vom Traum, am Ende dieser Saison erneut in die Champions League zu stürmen. Und vom realistischen Ziel, sich dauerhaft in der Bundesliga unter den besten Acht festzusetzen.

Dass Kaderplaner Rosen in Sachen Transfers und Nachwuchsarbeit vieles richtig gemacht haben muss, zeigt die Tatsache, dass die Bayern mit drei ehemaligen TSG-Spielern zum Rückrundenauftakt anreisen.

Die Lücken füllen

Serge Gnabry, Niklas Süle und Sando Wagner mögen heute bei den Münchnern unter Vertrag stehen, die TSG aber schaffte es nicht nur in deren Fall, die Lücken sinnvoll zu füllen.

Das soll auch für den Trainerposten gelingen. Mit David Wagner, beim englischen Premier-League-Klub Huddersfield Town zurückgetreten, und Marco Rose von RB Salzburg, kursieren zwei Namen potentieller Nachfolger für Nagelsmann.

Heimstark gegen die Bayern

Noch aber ist Nagelsmann der Mann, der unverdrossen für Motivation sorgt, nicht nur, weil er den Meistertitel als Ziel ausgab und damit einen weiteren Reizpunkt setzte. "Er macht den Job jeden Tag mit unglaublichem Feuereifer," sagt Rosen und erinnert daran, dass man den Wechsel nach Leipzig früh und offen kommuniziert habe.

Dass Nagelsmann sich zwischendurch mit der Kaderplanung in Leipzig beschäftige, gehöre zum Geschäft. Vor dem Duell gegen die Bayern allerdings gibt es für Nagelsmann nur eines: Hoffenheim. Dass seine Heimbilanz gegen die Bayern in bisher zwei Spielen zwei Siege (2:0 und 1:0) ausweist, lässt die Anhänger von einem neuen Coup träumen.

Ex-Bayern-Trainer Pep Guardiola nannte den zukünftigen Leipzig-Coach zwar einen "intelligenten Trainer", der die Bayern nächste Saison herausfordern werde. Nagelsmann aber scheint nichts dagegen zu haben, damit noch als Cheftrainer der TSG an diesem Freitag zu beginnen.

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