Ein Jahr der Bestätigung für Wellinger und Co.

ZDF-Skisprung-Experte Innauer mit einem Saisonausblick

Macht's noch einmal - unter diesem Motto steht die neue Saison der DSV-Adler, die ein weiteres mal ohne Severin Freund Erfolge feiern wollen. "Was Wellinger und Eisenbichler geleistet haben, war großartig. Nun müssen sie es bestätigen", sagt ZDF-Experte Toni Innauer.

Andreas Wellinger
Andreas Wellinger schaffte im letzten Winter seinen Durchbruch in die Weltspitze. Quelle: dpa

WM-Gold und zweimal Silber bei den Titelkämpfen in Lahti, dazu zwölf Weltcup-Podestplätze von Januar bis März - Andreas Wellinger hat sich im vergangenen Winter vom vielversprechenden DSV-Springer zum Weltklasseathleten entwickelt. Wellinger ist in die große Lücke gesprungen, die Severin Freund nach dessen verletzungsbedingten WM-Ausfall im deutschen Team riss.

Und auch Markus Eisenbichler erlebte seine bisher beste Skisprung-Saison, feierte mit Wellinger im Mixed-Team die Goldmedaille in Lahti und überraschte von der Normalschanze mit Bronze.

Entwicklungsschub zur rechten Zeit

Wie die zweite Reihe den Ausfall der deutschen Nummer eins kompensieren konnte, hat auch ZDF-Experten und Olympiasieger Toni Innauer beeindruckt: "Das war wirklich stark, wie das Duo mit einem regelrechten Entwicklungsschub in die Bresche gesprungen ist", sagt die Skisprung-Legende im Gespräch mit zdfsport.de.

Knapp an der Überforderung

"Es war knapp an der Überforderung, aber mit einem erfahrenen Trainer wie Werner Schuster, der sehr geschickt mit seinen Springern umgegangen ist, haben sie es geschafft", so Innauer: "Im Windschatten haben auch Stephan Leyhe und Karl Geiger eine gute Entwicklung gemacht und sind als Mannschaftsspringer sehr wertvoll."

Und nun? Fällt Großmeister Freund erneut aus, nach seinem zweiten Kreuzbandriss binnen weniger Monate. "Der neuerliche Rückschlag ist wirklich hart für Severin - nach der Leistungsexplosion seiner Teamkollegen wäre es für ihn umso schöner gewesen, zurückzukommen und die Mannschaft zu einem Weltklasseteam zu vervollständigen", so Innauer.

Herausforderung für Wellinger und Co.

Für die Mannschaftsspringen muss Bundestrainer Schuster also jedes Mal einen vierten starken Mann neben Wellinger, Eisenbichler und Richard Freitag suchen. Die spannende Frage im Einzel aber wird sein: Können die DSV-Adler in diesem Olympia-Winter ein weiteres Mal in die Bresche springen, das Fehlen ihrer Nummer eins ein weiteres Mal kompensieren?

Das wird die große Herausforderung werden, weiß Innauer: "Was Wellinger und Eisenbichler nach dem Ausfall von Freund geleistet haben, war großartig. In diesem Winter nun müssen sie es bestätigen", so der ZDF-Experte und bemüht ein anschauliches Beispiel aus einer anderen Sportart: "Es ist wie im Tennis: Wenn Du das Break geschafft hast, musst du deinen nächsten Aufschlag durchbringen."

Wellinger selbstbewusst

Die Anzeichen für einen starken Auftakt in den Winter stehen gut, vor allem für Wellinger. Der DSV-Adler wurde Zweiter im hochklassig besetzten Sommer-Grand-Prix und feierte zudem seinen ersten nationalen Meistertitel, nachdem er zuvor im Sommer mit einem Formtief und einem lädierten Knie zu kämpfen hatte. "Wellinger zeigte sich zuletzt absolut wettbewerbsfähig mit der internationalen Konkurrenz", so Innauer, der bei allem Fokus auf Wellinger auch Richard Freitag nicht vergessen will: "Er kann an seinen besten Tagen ein Siegspringer sein, vielleicht findet er in der Olympiasaison den Weg zu mehr Beständigkeit."

Skispringen: Severin Freund
Severin Freund Quelle: dpa

Freitag hat vor dem Weltcup-Auftakt an diesem Wochenende selbstbewusst verkündet, von Beginn an angreifen zu wollen. Genau die richtige Einstellung, findet Innauer: "Es ist sehr wichtig, gleich in Fahrt zu kommen und Selbstvertrauen zu tanken." Hält sein angeschlagenes Knie, spricht nichts gegen ein weiteres starkes Jahr für den 22-Jährigen, der die Führungsrolle im deutschen Team gerne anzunehmen scheint. Ein gutes Omen für einen starken Auftakt Wellingers könnte auch der Austragungsort sein. Auf der Schanze im polnischen Wisla feierte der DSV-Adler seinen ersten Einzel-Sieg im Weltcup.

Freund will weitermachen

Und Severin Freund? Will trotz des neuerlichen Rückschlags seine erfolgreiche Karriere nicht beenden. Der 29-Jährige peilt im WM-Jahr 2018 ein Comeback an.

Die richtige Einstellung laut Innauer, gerade im Hinblick auf den Genesungsprozess: "Mit einem Ziel vor Augen läuft eine Reha immer besser. Man macht diese ja letztendlich für seine langfristige Gesundheit", sagt der ZDF-Experte. Innauer weiß das aus eigener Erfahrung: "Ich habe meine Karriere mit einer schweren Verletzung beendet und die Reha etwas vernachlässigt. Das habe ich lange bereut."

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