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Martin und Schachmann in Lauerstellung

Rad-WM Innsbruck: Einzelzeitfahren Elite Männer

Wer macht das Rennen in Innsbruck? Mit Tony Martin und Maximilian Schachmann haben zwei Deutsche Chancen auf eine Medaille am Mittwoch im Einzelzeitfahren der Straßenrad-WM (16 Uhr, live im ZDF).

Tony Martin
Tony Martin will eine Medaille im Einzelzeitfahren.
Quelle: imago/Sirotti

„Ich fahre hier nicht um Platz 4, 5 und 6, ich freue mich erst ab Platz 3.“ Tony Martin spricht es offen aus: Der vierfache Zeitfahrweltmeister fühlt sich, zehn Wochen nach seinem kapitalen Sturz bei der Tour de France, in der Form für eine Medaille in Innsbruck.

„Ich würde nicht ganz so hoch greifen. Die WM ist unglaublich stark besetzt. Am Ende gibt wahrscheinlich die Tagesform den Ausschlag“. Maximilian Schachmann ist der Mann der Saison im deutschen Radsport. Vor zwei Jahren schon WM-Zweiter in der Kategorie U23, muss man den jungen Berliner ähnlich hoch einschätzen wie Tony Martin.

Konkurrenz aus den Niederlanden und Frankreich

Die beiden Deutschen aus verschiedenen Radsport-Generationen sind zum  erweiterten Kreis der Medaillenkandidaten zu zählen. Für den Sieg in Frage kommen – glaubt man den Experten – wohl nur zwei Andere: Tom Dumoulin, der Titelverteidiger aus den Niederlanden, und Rohan Dennis, der Australier, der beide Einzelzeitfahren der gerade zu Ende gegangenen Spanien-Rundfahrt gewinnen konnte. Dahinter dürfte es wirklich sehr eng zugehen.

Martin und Schachmann sind sich in dieser Saison näher gekommen. Das gemeinsame Erlebnis Giro d´Italia mit Start in Israel bot genügend Zeit zu tiefergehenden Gesprächen. Der junge holte sich wertvolle Tipps beim erfahrenen Kollegen. Das Ziel: Fehlervermeidung für den künftigen Karriereverlauf. Aber die Kommunikation war beileibe keine Einbahnstraße, auch er habe durchaus von Schachmann profitiert, versichert Martin. Beide haben sie denselben Manager: Jörg Werner. Er organisierte für jeden einen Teamwechsel zum Saisonende. Schachmann verlässt sein belgisches Erfolgsteam Quickstep-Floors, mit 69 Saisonsiegen die klare Nr. Eins unter den World Tour Teams. Er konnte am vergangenen Sonntag mit ihm das Mannschaftszeitfahren gewinnen, die erste von zwölf WM-Entscheidungen in Tirol. Der Wechsel zum deutschen Team Bora-hansgrohe sei nicht riskant, betont Schachmann, der unter vielen Angeboten auswählen konnte. Martin verlässt mit Katusha-Alpecin eine kriselnde Equipe. Wohin genau, das will er erst in den nächsten Tagen bekanntgeben.

Eine anspruchsvolle Strecke

Der WM-Kurs zeigt zwei gegensätzliche Gesichter: Schachmann spricht von „zwei Hälften“. Start ist Inn abwärts im romantischen Rattenberg. Bis Kilometer 30 bietet sind lange flache Geraden typisch, auf denen sich kraftbetonte Fahrer wie Tony Martin wohlfühlen. Dann folgt ein happiges Steilstück: knapp 350 Höhenmeter aus dem Inntal hinauf nach Norden Richtung Karwendelkette, mit bis zu 14 Prozent Spitzensteigung - ein totaler Rhythmuswechsel, der richtig wehtun kann! Das „Unrhythmische“ verliert der Kurs in der Folge bis ins Ziel nicht mehr. Diese beiden Hälften optimal unter einen Hut zu bringen, das sei das Kunststück, betont Schachmann. Dem jagen im Gegensatz zu Tempobolzer Martin auch längere Anstiege keinen übergroßen Respekt ein. Nach 52,5 Kilometern an der Innsbrucker Hofburg haben die Zeitfahrspezialisten dann eines der längsten WM-Rennen der letzten Jahre hinter sich (das drittlängste in 25 Jahren).

Bis auf Dumoulin haben die guten Zeitfahrer unter den Rundfahrtspezialisten nach und nach abgesagt: Chris Froome und Geraint Thomas, die beiden Briten, also Giro- und Tour-Sieger, ebenso wie der Slowene Primoz Roglic. Dem ehemaligen Skispringer hätte es sehr gut gefallen, in Sichtweite der Bergisel-Schanze brillieren zu können, aber er fühlt sich – wie so viele am Ende einer kräftezehrenden Saison – nicht mehr fit genug. Umso besser für die beiden Deutschen.

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