Rekordjäger Wellinger: Das war erst der Anfang

Schuster und Innauer glauben an große Zukunft des DSV-Adlers

Andreas Wellinger

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Andreas Wellinger will beim Weltcup-Finale auf der Skiflugschanze von Planica (ab Freitag live im ZDF) die bislang beste Saison seiner Karriere krönen. Diese war erst der Anfang, meinen die Experten.

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Wintersport-Grafik mit Sendezeiten Skiflug-Weltcup im ZDF
Quelle: ZDF

Ein paar liebe Fanbriefe und Geschenke haben Teenieschwarm Andreas Wellinger über den knapp verpassten 60.000-Euro-Siegerscheck bei der Raw-Air-Tournee hinweggetröstet. Doch an diesem Wochenende will der 21-Jährige beim großen Saison-Finale auf der legendären Skiflugschanze von Planica für ein Happyend seines unglaublichen Winters sorgen.

"Die Raw Air ist abgehakt. Ich bin sehr gespannt, wie sich die umgebaute Schanze in Planica springen lässt. Die Teamkollegen sind begeistert, meine Form stimmt und deshalb freue ich mich sehr auf das Wochenende in Slowenien", sagt Wellinger.

Chance auf kleine Kristallkugel

Der neue deutsche Überflieger hat noch Chancen auf die kleine Kristallkugel für den Triumph im Skiflug-Weltcup. Momentan ist er mit 173 Zählern Dritter hinter dem polnischen Vierschanzentourneesieger Kamil Stoch (189) und Österreichs Weltrekordler Stefan Kraft (245), doch es gibt in den beiden Einzelfliegen noch 200 Punkte zu holen. Keine unlösbare Aufgabe für Andreas Wellinger, der in diesem Winter schon für ganz andere Überraschungen gesorgt hat.



Der Youngster überraschte selbst Bundestrainer Werner Schuster: "Ich wusste, dass in Andreas Wellinger großes Potenzial schlummert und es früher oder später zum Vorschein kommen wird. Aber dass es dann mitten in der Saison mit dem Höhenflug losging und eine unfassbare Podestserie folgte, war schon höchst ungewöhnlich“, sagt Schuster über die Leistung seines Schützlings.

Nachdem die Vierschanzentournee für Wellinger als Gesamt-22 noch enttäuschend endete, startete der DSV-Adler Mitte Januar eine spektakuläre Serie von zehn Einzel-Podestplätzen im Weltcup. Dazu kamen Mixed-Gold und zweimal Einzel-Silber bei den Nordischen Ski-Weltmeisterschaften im Februar in Lahti.

Rekordweite als Zünder

Doch was hat in Wellinger den Turbo zünden lassen? ZDF-Experte Toni Innauer glaubt, dass Wellingers Schanzenrekord in der Qualifikation für das Tournee-Finalspringen in Bischofshofen der mentale Auslöser für den Höhenflug gewesen sein könnte. Mit 144,5 Metern schaffte der DSV-Mann den weitesten Sprung in der Geschichte der Vierschanzentournee – tags darauf verpasste er im Wettkampf den zweiten Durchgang.

"Trotzdem hat dieser Schanzenrekord seinen Wesenskern als Sportler wachgerüttelt und seine ursprünglichen Motivationen freigelegt", sagt Innauer: "Andreas Wellinger will Grenzen durchbrechen – und genau das ist ihm in dieser Saison gelungen".

Sturztrauma überwunden

Der ehemalige nordische Kombinierer Wellinger, der als 18-Jähriger schon Team-Olympiasieger wurde, hat in diesem Winter das Trauma seines schweren Sturzes vom 29. November 2014 im finnischen Kuusamo endgültig überwunden. Das bewiesen ganz besonders seine Auftritte auf den Skiflugschanzen, wo die Extraportion Mut gefragt ist: In Oberstdorf verbesserte er den Schanzenrekord auf 238 Meter. In Vikersund stellte Wellinger mit 245 Metern den deutschen Rekord von Severin Freund ein.

Das verspricht für seinen ersten Auftritt auf der vor zwei Jahren umgebauten Megaschanze von Planica eine große Show – der Schanzenrekord von 248,5 Metern, aufgestellt von Peter Prevc im Jahr 2015, liegt nur fünf Meter unter dem neuen Weltrekord von Stefan Kraft. "Andreas hat den Dreh beim Fliegen raus und er kann die Wettkämpfe an diesem Wochenende mitgestalten. Das Gute an ihm ist: Er lernt ständig dazu", lobt Chefcoach Schuster.

Einer wie Morgenstern

Genau diese Eigenschaft ist es, die den Bundestrainer an eine große Karriere seines neuen Vorfliegers glauben lässt: "Er macht ja immer noch kleine Fehler, muss auch in Sachen Power und Sprungkraft noch zulegen. Aber ich bin guter Hoffnung, dass diese Saison erst der Anfang war", so Schuster.

Genau das glaubt auch Toni Innauer. Wellinger erinnert ihn an den österreichischen Überflieger Thomas Morgenstern, der insgesamt 14 Goldmedaillen bei Olympischen Spielen, Nordischen Ski-Weltmeisterschaften und Skiflug-Weltmeisterschaften gewann. "Wellinger springt genau wie Morgenstern mit der Wucht und Kraft des ganzen Körpers, hat sehr gute Hebel und Dynamik am Schanzentisch. Außerdem ist er ein Draufgänger: Er hat das Potenzial, dem deutschen Skispringen noch viel Freude zu machen", weiß der ZDF-Experte.

Die große Kristallkugel für den Gesamtweltcup-Sieg kann der DSV-Adler freilich wegen des mäßigen Saisonstarts nicht mehr gewinnen. Um diesen begehrten Titel duellieren sich Doppel-Weltmeister und Raw-Air-Sieger Kraft (1465 Punkte) und Kamil Stoch (1434). Aber Andreas Wellinger ist erst 21 und die beste Zeit seiner Flieger-Karriere hat gerade erst begonnen.

Podestplätze der DSV-Adler

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