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Acht Medaillen sind das Ziel

Hoffen auf Medaillenregen bei Nordischen Ski-Weltmeisterschaften

Es herrscht Kaiserwetter im tief verschneiten Seefeld. Genau das richtige Setup für die Nordischen Ski-Weltmeisterschaften, die am Mittwochabend mit dem deutschen Star-Geiger David Garrett als Topact der Eröffnungsfeier im noblen Wintersportort beginnen.

Hinweisplakat für die nordische WM im tief verschneiten Seefeld am 27.01.2019
Nordische Ski-WM in Seefeld.
Quelle: dpa

Über 160.000 Tickets wurden für das Skifest in Österreich bereits verkauft, in das das deutsche Team bis 3. März als einer der großen Medaillenfavoriten geht. Die Latte liegt allerdings hoch: Bei der letzten WM vor zwei Jahren in Lahti gab es mit sechsmal Gold, dreimal Silber und zweimal Bronze die beste deutsche Bilanz aller Zeiten.

"Das Ergebnis von 2017 wird wahrscheinlich nie wieder zu erreichen sein. Wir hatten 2017 insgesamt elf Medaillen in Nordischer Kombination und Skispringen und bei Olympia 2018 neun. Wenn wir diesmal in den beiden Disziplinen zusammen sieben bis acht Medaillen erreichen würden, wären wir sehr zufrieden" sagt Horst Hüttel im Interview mit ZDFsport.de. Er ist sportlicher Leiter der deutschen Medaillen-Disziplinen Skispringen und Nordische Kombination. Im Skilanglauf sieht es dagegen im ersten Winter nach dem Amtsantritt des neuen Teamchefs Peter Schlickenrieder weiterhin nicht so rosig aus. Die letzte deutsche WM-Medaille gab es 2011 und auch dieses Mal ist nicht mit einem Podestplatz zu rechnen.

Erstmals im WM-Programm steht der Teamwettbewerb der Skispringerinnen. Das ist eine gute Nachricht für das deutsche Team: Einzel-Weltmeisterin Carina Vogt und Co. sind klare Goldfavoritinnen. Hier die einzelnen Sparten im Überblick:

Deutsche Medaillenprognose Skispringen: 1- 2 x Gold, 5-6 Medaillen insgesamt

Die "fliegenden Frauen" waren bei den vergangenen beiden Weltmeisterschaften jeweils deutsche Gold-Garanten. Carina Vogt gewann nicht nur jeweils den Einzel-Titel, sondern führte auch das deutsche Mixed-Skisprungteam zweimal in Serie zu Gold.

Im Einzelwettbewerb ist dieses Mal zwar die norwegische Olympiasiegerin Maren Lundby nach neun Siegen in den letzten elf Weltcup-Springen die klare Favoritin, aber die deutschen Frauen bringen mit der viermaligen Saisonsiegerin und Olympiazweiten Katharina Althaus, Juliane Seyfarth (beide wurden zuletzt Zweite bei der WM-Generalprobe in Oberstdorf) sowie Vogt gleich drei Medaillenkandidatinnen an den Start. Das macht das deutsche Frauen-Team auch zum haushohen Favoriten bei der WM-Premiere des Frauen-Teamwettbewerbs. "Ich weiß, dass wir die Favoritenrolle haben, aber nach innen werden wir sehr demütig bleiben. Die acht Sprünge müssen erst mal runtergebracht werden", sagt Frauen-Bundestrainer Andreas Bauer.

Auch im gemischten Teamwettbewerb mit den Männern ist Gold möglich, obwohl die deutschen Flieger zuletzt mit Leistungsschwankungen kämpfte. Bei der WM-Generalprobe in Willingen lief es am vergangenen Wochenende jedoch wieder blendend: Platz zwei im Teamwettbewerb folgte ein Sieg von Karl Geiger und ein zweiter Platz von Markus Eisenbichler. "Bei uns ist momentan viel Bewegung im Team, wir haben einige Trümpfe. Unser Ziel bleibt wie zumindest eine Einzel- und eine Teammedaille", sagt Bundestrainer Werner Schuster.

In den beiden Einzelentscheidungen scheinen Eisenbichler und Geiger die größten Chancen zu haben, allerdings zeigten zuletzt auch die Leitwölfe Richard Freitag und Olympiasieger Andreas Wellinger ansteigende Form. Großer Favorit ist der Japaner Ryoyu Kobayashi, der elf Weltcup-Siege inclusive aller Vierschanzentournee-Springen gewonnen hat. Im Team ist Polen mit Chefcoach Stefan Horngacher Favorit. Eine pikante Situation: Horngacher gilt als Wunschkandidat für die Nachfolge des zum Saisonende scheidenden Bundestrainers Schuster.

Deutsche Medaillenprognose Nordische Kombination: 1-2 x Gold, 3 bis 4 Medaillen insgesamt

Bei der WM 2017 glückte dem "Nordischen Dominierer" Johannes Rydzek der totale Durchmarsch. Der Oberstdorfer gewann alle vier Goldmedaillen und wurde als "König von Lahti" auch zum Deutschen Sportler des Jahres gewählt. "Damals hat speziell in der Kombination vieles zusammengepasst. Dazu gehörte auch, dass die beiden Topnationen Norwegen und Österreich Probleme hatten. Diesmal ist die Situation eine ganz andere", sagt Horst Hüttel. Die Weltcup-Saison haben nämlich bislang die Norweger um den überragenden Jarl Magus Riiber (elf Saisonsiege) dominiert. Und auch Gastgeber Österreich bringt mit Mario Seidl und Franz-Josef Rehrl Mitfavoriten an den Start.

Wir haben auf jeden Fall den Anspruch, in allen vier Entscheidungen ums Stockerl mitzukämpfen.
Hermann Weinbuch

Trotzdem hofft Bundestrainer Hermann Weinbuch, mit Sprung-Trainingslagern in Oberstdorf und Garmisch-Partenkirchen die Grundlage für ein erneutes Topergebnis gelegt zu haben. "Vor Olympia haben wir mit so einem Trainingslager auch noch das Ruder rumgerissen und alle möglichen Goldmedaillen gewonnen. Mal schauen, was uns dieses Mal gelingt. Wir haben auf jeden Fall den Anspruch, in allen vier Entscheidungen ums Stockerl mitzukämpfen", sagt Weinbuch. Erster Anwärter dafür ist Rekord-Weltmeister Johannes Rydzek, der bereits einen Weltcup in dieser Saison gewonnen hat. Aber auch mit Fabian Rießle und dem fünfmaligen Weltmeister Eric Frenzel ist jederzeit im Medaillenkampf zu rechnen. Der neue Hoffnungsträger Vincenz Geiger ist dagegen leicht erkrankt. Trotzdem gehört Deutschland im Teamwettbewerb zu den großen Goldfavoriten.

Deutsche Medaillenprognose Skilanglauf:
0 Medaillen

Die deutschen Skilangläufer zeigten in diesem Winter erste kleine Anzeichen eines zarten Aufschwungs. Nachwuchstalent Janosch Brugger war beim Weltcup-Triple in Lillehammer an einem Tag der Schnellste. Und Sandra Ringwald verpasste als Zweite beim Sprint am vergangenen Weltcup-Wochenende im italienischen Cogne nur hauchdünn einen Weltcup-Sieg. Genau mit diesem Wettbewerb beginnt am Donnerstag die WM, dennoch wäre der erste WM-Medaillengewinn für die deutschen Langläufer seit acht Jahren eine Sensation. Genau wie in den Mannschaftswettbewerben Teamsprint und Staffel, wo das deutsche Team noch am ehesten um vordere Platzierungen mitkämpfen kann.

Bei dieser WM kann man definitiv keine Medaillen von uns erwarten.
Langlauf-Teamchef Peter Schlickenrieder

"Bei dieser WM kann man definitiv keine Medaillen von uns erwarten. Top-Acht-Plätze wären schön, schließlich sind wir mitten in einem Umbruchprozess. Unser Ziel ist, bei der Heim-WM in zwei Jahren in Oberstdorf wieder aus eigener Kraft um die Podestplätze mitzukämpfen", sagt der neue Teamchef Peter Schlickenrieder. Die großen Favoriten kommen aus Norwegen und Russland. Bei den Männer wird Olympia-Superstar Johannes Kläbo von den Russen um Alexander Bolschunow herausgefordert, der mit seinem haushohen Sieg in Cogne schon wieder Doping-Spekulationen schürte. Bei den Frauen sind die von einer Doping-Sperre zurückgekehrte Therese Johaug und Ingvild Flugstad Östberg aus Norwegen Goldanwärterinnen in den Distanzrennen. Im Sprint sind die Schwedinnen um Stina Nilsson favorisiert. Und vielleicht glückt ja Ringwald doch eine Medaillen-Überraschung?

Wettkampf- und Sendeplan

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