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DHB-Team verpasst WM-Medaille

Handball-WM | Dänemark holt Titel

Sport | SPORTreportage - DHB-Team verpasst WM-Medaille

Die deutschen Handballer haben die erhoffte WM-Medaille verpasst. In einem dramatischen Spiel um Bronze unterlag die DHB-Auswahl dem Rekord-Weltmeister Frankreich in letzter Sekunde 25:26. Weltmeister wurde Dänemark, das Norwegen 31:22 (18:11) besiegte.

Beitragslänge:
3 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 27.01.2020, 17:10

Der entsetzte Bundestrainer Christian Prokop schmiss vor Wut seine Wasserflasche auf das Parkett, seine enttäuschten Spieler verabschiedeten sich auf einer letzten Ehrenrunde mit leerem Blick von den Fans.

Trotz einer Weltklasse-Vorstellung von Torwart Andreas Wolff haben sich Deutschlands Handballer für ihren starken Auftritt bei der Weltmeisterschaft nicht mit der ersten WM-Medaille seit zwölf Jahren belohnen können.

Karabatic mit der Schlusssirene

Nikola Karabatic traf mit der Schlusssirene und sorgte so für Frust beim deutschen Team, für das Kapitän Uwe Gensheimer mit sieben Toren bester Werfer war.

In der entscheidenden Szene zuvor hatte Linksaußen Matthias Musche einen überhasteten Pass gespielt.

"Der Schmerz ist sehr groß. Die cleverere Mannschaft waren die Franzosen, das müssen wir anerkennen", sagte Bundestrainer Christian Prokop. "Wir haben uns durch Dummheiten um die Bronzemedaille gebracht", kommentierte Wolff. "Wir haben eigentlich eine tolle WM gespielt." Gensheimer ergänzte "Wir haben ein großes Turnier gespielt. Wir haben alles gegeben und können uns keinen Vorwurf machen."

Die große Enttäuschung der verpassten Gold-Chance durch die Halbfinal-Niederlage gegen Norwegen wirkte bei den deutschen Spielern nicht nach. Von Beginn an demonstrierte die Prokop-Truppe den festen Willen, sich wenigstens mit Bronze zu belohnen.

Die Abwehr stand wieder wie eine Wand, und dahinter lief Torwart Andreas Wolff zu überragender Form auf. Nach 17 Minuten gelang beim 9:6 erstmals eine Drei-Tore-Führung. Doch dann ging in der Offensive plötzlich nichts mehr. Neun Minuten lang gelang der DHB-Auswahl kein Treffer, was die Franzosen zum Ausgleich nutzten.

Komfortables Polster verspielt

Prokop forderte in einer Auszeit mehr Risiko. Und siehe da - es ging wieder aufwärts. Dank eines 4:0-Laufs und eines weiter stark haltenden Wolff, der in der ersten Halbzeit 54 Prozent der französischen Würfe abwehrte, nahm die deutsche Mannschaft ein komfortables Polster in die Pause mit.

Den Wiederbeginn verschlief die DHB-Auswahl. Innerhalb von knapp sieben Minuten war die Führung futsch. Mitte der zweiten Halbzeit lag der WM-Gastgeber in seinem einzigen Turnier-Auswärtsspiel mit zwei Toren hinten.

Mit Zuversicht ins Jahr 2020

"Es ist entscheidend, dass wir jetzt bei uns bleiben und mannschaftlich spielen", forderte Prokop. Trotz großen Kampfes gab es für seine Schützlinge in der dramatischen Schlussphase aber kein Happy End.

Obwohl es mit der insgesamt elften WM-Medaille seit der Premiere 1938 nichts wurde, geht der DHB zuversichtlich in das Mega-Jahr 2020 mit EM und Olympia. "Wir haben den Anspruch, jetzt weiter kleine Schritte zu gehen, um dann vielleicht ganz oben zu landen", sagte Sportvorstand Axel Kromer. Für beide Events muss sich die DHB-Auswahl aber noch qualifizieren.

Einseitiges Finale

Für Olympiasieger Dänemark ist es der erste WM-Titel. Der Co-Gastgeber bezwang im Endspiel vor heimischer Kulisse in Herning Norwegen klar mit 31:22 (18:11). In einem einseitigen Finale war Mikkel Hansen mit sieben Toren bester Werfer beim WM-Triumphator, der im zehnten Turnierspiel den zehnten Sieg feierte. Der Rückraumstar vom französischen Topclub Paris Saint-Germain avancierte mit insgesamt 72 Treffern zum WM-Torschützenkönig.

Nach einer ausgeglichenen Anfangsphase rissen die Dänen - mit zehn Bundesligaprofis in ihren Reihen - das Geschehen Mitte der ersten Halbzeit an sich. Beim 13:8 (24.) gelang erstmals eine Fünf-Tore-Führung, die bis zur Pause sogar noch ausgebaut wurde.

Nach dem Wechsel geriet das Team von Trainer Nikolaj Jacobsen, der zugleich Coach des Bundesligisten Rhein-Neckar Löwen ist, nicht mehr in Gefahr. Die Norweger, die im Halbfinale die deutsche Mannschaft gestoppt hatten, fügten sich zeitig in die Niederlage. So nahm die rot-weiße Siegerparty schon lange vor dem Abpfiff ihren Lauf.

Die Handball-WM in Zahlen

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