Budapest - ein Schlüsselrennen im WM-Kampf

Formel 1 - Großer Preis von Ungarn

Der GP von Ungarn (Sonntag, 14 Uhr) könnte richtungsweisend für den restlichen Saisonverlauf der Formel 1 sein. Ist Mercedes auch hier vorne, haben Ferrari und Vettel ein gewaltiges Problem.

Lewis Hamilton im Mercedes
Lewis Hamilton im Mercedes Quelle: dpa

Mercedes kommt mit viel Rückenwind zum elften Saisonrennen der Formel 1 an den Hungaroring. Drei der letzten vier Rennen gewannen die Silbernen - und in Baku verhinderte nur die gelöste Kopfstütze einen Triumph von Lewis Hamilton. Der Kurs in Ungarn gilt allerdings mit seinen engen Kurven, nur kurzen Geraden und oft sehr hohen Temperaturen als derjenige, der den Silberpfeilen während der ganzen Saison am wenigsten entgegen kommt, Ferrari dagegen besser liegen sollte. Dominiert Mercedes aber trotzdem auch hier, dann müssen sich Ferrari und Sebastian Vettel sehr große Sorgen machen: Dann dürfte die WM endgültig in Richtung Silber gekippt sein - schon vor der Sommerpause.

Mercedes hat Fortschritte gemacht

Die Fortschritte von Mercedes in den letzten Wochen waren zuletzt in Silverstone nicht mehr zu übersehen. Als Hamilton, der das Rennen von Anfang bis Ende absolut sicher kontrollierte, einmal fünf Runden lang richtig Gas gab, baute er in diesen fünf Runden den Vorsprung auf Räikkönen von 4,3 auf 10,6 Sekunden aus - das ist mehr als eine Sekunde pro Runde.

Läuft die seit dem Saisonauftakt in Australien eigentlich spannendste WM seit Jahren nun doch eindeutig Richtung Silberpfeile - oder waren die letzten Ergebnisse nur in erster Linie streckenbedingt? Lewis Hamilton, der ja nur noch einen Punkt Rückstand auf Sebastian Vettel hat, ist offiziell noch ein bisschen vorsichtig mit solchen Aussagen: "Ich denke, dass das weiterhin alles sehr eng ist, das am Ende Kleinigkeiten entscheiden werden.“ Auch wenn er zugibt, dass Mercedes in den letzten zwei, drei Rennen schon stärker geworden sei, "weil wir das Wochenende jeweils schon auf dem richtigen Fuß, sprich, mit einer passenden Abstimmung, begonnen haben. Aber das heißt noch nicht unbedingt, dass das jetzt überall so sein wird.“

Ferrari im Qualifying zu langsam

Konkurrent Vettel fällt grundsätzlich noch etwas anderes auf: "Es ist vor allem das Qualifying, wo Mercedes extrem zugelegt hat. Da können sie halt viel mehr als wir die Motorleistung hochdrehen. Da nehmen sie uns dann auf einmal auf der Geraden eine halbe Sekunde ab. Und wer vorne steht, der ist eben in einer viel besseren Position, auch das Rennen zu kontrollieren. Daran müssen wir mit Sicherheit arbeiten.“

Die neue Motorenausbaustufe, die Ferrari in Silverstone brachte, schien in dieser Hinsicht aber wenig verändert zu haben. Im Rennen sei der Abstand geringer. Vettel betont die Vorteile des Ferrari: "In schnellen Kurven sind wir sogar besser als Mercedes. Aber wenn du nicht als Erster in die erste Kurve biegen kannst, ist jedes Rennen nur ein Kompromiss.“

Für den Ungarn-GP ist der viermalige Weltmeister freilich wieder ein bisschen optimistischer. Er erklärt: "Auf diesem engen Kurs spielt der Motor eine etwas untergeordnete Rolle. Auch das andere Streckenlayout und die Temperaturen sollten uns entgegenkommen.“ Immerhin werden für den Rennsonntag Temperaturen bis zu 33 Grad erwartet - eine ziemliche Herausforderung für die Reifen. Gewitterschauer sind allerdings laut Wettervorhersage auch möglich - dann könnte der Grand Prix zum Lotteriespiel werden, eindeutige Aussagen über die Formkurve der Titelkandidaten ausbleiben.

Budapest soll wegweisend sein

Sebastian Vettel
Sebastian Vettel Quelle: dpa

Die erwartet man sich bei Mercedes vom Hungaroring. "Ich würde gerne jetzt schon sagen, dass wir inzwischen das schnellste Auto haben. Aber so etwas ist gefährlich, wenn man das ausspricht, dann bekommt man gerne einmal schnell eine Ohrfeige zurück“, meint Teamchef Toto Wolff. "Unser Auto ist nicht einfach abzustimmen, aber wir sind dabei viel besser geworden. Aber ich möchte erst noch Budapest abwarten, sehen, wie das Auto sich auf einem langsamen Kurs bei hohen Temperaturen verhält. Danach haben wir vielleicht ein klareres Bild.“

Eine gewisse Zuversicht ist bei den Silbernen aber dennoch zu spüren. Die Mercedes-Ingenieure waren sich ja immer sicher gewesen: "Unser Auto hat mehr Potenzial als der Ferrari, wir müssen es nur verstehen und alles zusammenbringen.“

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