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Kein Platz für Hülkenberg

Formel 1: Startplätze für kommende Saison vergeben

Das Formel-1-Fahrerfeld für 2020 steht – so wenige Wechsel wie diesmal gab es selten. Und der Leidtragende von einem davon ist ausgerechnet Nico Hülkenberg.

Nico Hülkenberg.
Nico Hülkenberg.
Quelle: dpa

So früh wie selten sind in in diesem Jahr alle Cockpits für die kommende Saison vergeben: Vor dem letzten Saisonrennen in Abu Dhabi steht das Fahrerfeld für 2020 – bei den Spitzenteams gibt es dabei keinerlei Veränderungen. Hamilton und Bottas bei Mercedes, Vettel und Leclerc bei Ferrari – da war ja schon lange alles klar. Und schon vor dem Brasilien-GP bestätigte Red Bull, dass Alex Albon seinen Platz neben Max Verstappen behalten darf. Der Thai-Brite, 2019 als Neuling in die Formel 1 gekommen, und von vielen zunächst unterschätzt, ist damit der Aufsteiger des Jahres: Nach guten Leistungen bei Toro Rosso holte man ihn nach der Sommerpause gleich ins A-Team zu Red Bull, weil sich Pierre Gasly dort neben Max Verstappen doch sehr schwer tat.

Dort schob sich Albon im Laufe der Zeit immer näher an Verstappen heran – zuletzt in Brasilien hätte er ja beinahe den ersten Podiumsplatz seiner Karriere eingefahren, hätte ihn nicht Weltmeister Lewis Hamilton zwei Runden vor Schluss mit einem unüberlegten Manöver von der Strecke befördert. Gasly musste zurück zu Toro Rosso, fing sich dort auch wieder, wurde im Chaos-Rennen von Brasilien sensationell Zweiter und wird in dem Team, das 2020 unter dem Namen AlphaTauri antreten wird, bleiben – zusammen mit Daniil Kwjat.

Nico Hülkenberg muss gehen

Den einzigen wirklichen Wechsel gibt es bei Renault – und der Leidtragende ist Nico Hülkenberg. Er muss nach zehn Jahren in der Formel 1 dem jungen Franzosen Esteban Ocon weichen. Der Mercedes-Junior musste ja 2019 ein Jahr pausieren, nachdem Toto Wolff trotz vieler Bemühungen nirgendwo ein Cockpit für ihn fand. Jetzt entschied sich Renault-Teamchef Cyril Abiteboul, seinen Landsmann ins Team zu holen. Erstens, um für neuen Schwung zu sorgen, zweitens wohl auch aus politischen Gründen. Im Renault-Konzern gibt es ja einige Stimmen, die das Formel-1-Engament vor allem aus Kostengründen in Frage stellen. Politisch gesehen ist in so einer Situation ein französischer Fahrer in einem französischen Team sicher nicht von Nachteil.

Hülkenberg schien zunächst gute Chancen zu haben, bei Haas unterzukommen, der Südtiroler Teamchef Günther Steiner zeigte viel Interesse, hatte auch mehr als einmal deutlich gemacht, eigentlich nicht mehr wirklich mit Romain Grosjean weiter arbeiten zu wollen. Doch dann scheiterten die Verhandlungen überraschend, noch vor Singapur bestätigte Haas Grosjean neben Kevin Magnussen. Allgemeiner Tenor im Fahrerlager: Hülkenberg habe sich wohl etwas überschätzt und zu viel Geld verlangt – was der Emmericher freilich immer abstritt.

Zweites Williams-Cockpit sicher für Latifi

Letzte Hoffnung für Hülkenberg wäre Alfa Sauber gewesen, wo Teamchef Frederic Vasseur, mit dem er schon 2009 bei ART GP2-Champion wurde, ihn wohl auch gerne geholt hätte. Doch dann verlängerte man doch den Vertrag mit Antonio Giovinazzi, obwohl der Ferrari-Junior öfters einmal nicht besonders glänzte, vor allem durch wenig Konstanz in den Rennen auffiel und durch überflüssige Fehler wichtige Punkte wegwarf. Doch der politische Druck von Ferrari auf das Kundenteam Alfa war so groß, dass Vasseur keine Chance hatte, seine Wünsche durchzusetzen. Zu Williams, seinem ersten Team in der Formel 1, wolle er sowieso nicht zurück, sagte Hülkenberg dann immer. Denn die Briten sind heute das Schlusslicht der Formel 1, Hinterherfahren wäre also angesagt.

Was er nicht sagte: In Wahrheit hätte er sowieso keine Chance gehabt, dort unterzukommen. Denn auch wenn auf dem Papier der zweite Williams-Platz neben Mercedes-Junior George Russell noch lange offen blieb, nachdem Robert Kubica dort mehr oder weniger freiwillig das Handtuch warf, Williams die Entscheidung erst am Donnerstag vor Abu Dhabi bekannt gab: Dass dieses Cockpit an den derzeitigen Williams-Testfahrer Nicolas Latifi gehen würde, war immer ein offenes Geheimnis. Der kanadische Milliardärssohn bringt eine zweistellige Millionen-Mitgift mit, auf die das finanziell extrem knappe Ex-Erfolgsteam dringend angewiesen ist.

Die Cockpits 2020

Mercedes: Hamilton, Bottas
Ferrari: Vettel, Leclerc
Red Bull: Verstappen, Albon
McLaren: Sainz jr., Norris
Renault: Ricciardo, Ocon
AlphaTauri: Gasly, Kwjat
Racing Point: Perez, Stroll
Alfa Sauber: Räikkönen, Giovinazzi
Haas: Grosjean, Magnussen
Williams: Russell, Latifi

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