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Vettel beendet Sieglos-Serie

Formel 1 - Großer Preis von Singapur

Ferrari-Pilot Sebastian Vettel hat sich nach 392 Tagen ohne Sieg zurückgemeldet und den Großen Preis von Singapur gewonnen. Der Heppenheimer setzte sich vor seinem Teamkollegen Charles Leclerc (Monaco) durch.

Sebastian Vettel während des Rennens in Singapur.
Sebastian Vettel
Quelle: ap/Vincent Thian

Dritter wurde Red-Bull-Pilot Max Verstappen (Niederlande), Weltmeister Lewis Hamilton (Großbritannien) musste sich mit Rang vier begnügen. Für Ferrari war es der erste Doppelerfolg seit Juli 2017. Vettel ist mit nun fünf Singapur-Siegen alleiniger Rekordhalter beim Stadtrennen, insgesamt war es der 53. Erfolg seiner Formel-1-Karriere. Trotz nun drei Ferrari-Siegen in Serie führt Hamilton (296 Punkte) im WM-Klassement weiterhin souverän vor seinem Teamkollegen Valtteri Bottas (231). Vettel (194) bleibt Fünfter knapp hinter Leclerc (200) und Verstappen (200).

Leclerc stinkig, Hamilton weiter klar vorne

Vettel profitierte bei seinem Coemback-Sieg zum Leidwesen von Leclerc auch von einer Fehlrechnung der Ferrari-Strategen - und von einem schweren Fehler der Mercedes-Taktiker. Mit einer selbst fehlerlosen Leistung fuhr der 32-Jährige so völlig unverhofft seinen ersten Saisonerfolg ein - sehr zum Ärger seines Teamkollegen Leclerc. Der Monegasse war von der Pole Position gestartet und fuhr nach Spa und Monza dem nächsten Sieg entgegen. Nach dem einzigen Boxenstopp lag Vettel aber plötzlich vor dem 21-Jährigen, der den Rest des Rennens mit bitteren Vorwürfen an sein Team verbrachte.

Vettel hatte zuletzt am 26. August 2018 im belgischen Spa-Francorchamps gewonnen. Und auch in Singapur sah es zunächst nicht nach einem Sieg des viermaligen Champions aus. Leclerc verteidigte nach dem Erlöschen der Roten Ampeln souverän seine fünfte Pole Position. Vettel versuchte von Position drei aus Hamilton zu attackieren. Der Brite wehrte die Angriffe aber ab. Weiter hinten demolierte sich Nico Hülkenberg auf dem engen Kurs den Wagen und musste nach den ersten fünf Kilometern an die Box, er bekam dabei gleich die härteste Reifenmischung aufgezogen und machte ordentlich Tempo. Der 32 Jahre alte gebürtige Emmericher, der ohne Cockpit fürs kommende Jahr ist, fuhr teilweise über anderthalb Sekunden schneller als die Spitze.

Alle Teams auf Einstopp-Strategie

"Ich kann nicht noch langsamer", funkte Hamilton genervt an den Kommandostand. Das Problem: Wer zu viel Gas gab, den drohten die Reifen auch schneller im Stich zu lassen. Weil aber alle auf eine Einstopp-Strategie setzten, wollten sie den Reifenwechsel so lange wie möglich hinauszögern. Für Spannung sorgte das Bummeltempo an der Spitze erstmal nicht. Wer würde als erster von den Topfahrern zum Reifenwechseln an der Box vorbeikommen? Vettel war's. Auf einmal gab auch Hamilton Gas, verkürzte den Rückstand auf Leclerc, der nun auch zum Reifenwechsel rein- und hinter Vettel wieder rauskam. Absicht von Ferrari? "Was zum Teufel ...", fluchte Leclerc, nachdem er von seinem Renningenieur zu hören bekommen hatte, Druck zu machen. Der Sieger der beiden vergangenen Rennen war stinksauer.

Beide Mercedes blieben noch auf der Strecke. Vorbei war die Bummelei. Ein paar Runden nach Bottas kam auch Hamilton rein und maßgeschneidert vom Team zumindest vor seinem finnischen Gehilfen wieder auf den Kurs. Zur Rennhälfte lief alles zugunsten von Vettel, der bei einem Kompromisslos-Manöver den Toro Rosso von Pierre Gasly touchierte, Antonio Giovinazzi von Ferraris Partnerteam Alfa Romeo ließ Vettel ohne Gegenwehr vorbeiziehen. In Runde 31 führte der Heppenheimer das Feld an.

Vettel cool trotz Safety-Car-Phase

Und dann passierte es: Das Safety Car musste kommen, wie in jedem Jahr seit dem ersten Rennen in Singapur 2008. George Russell war mit seinem Williams in die Streckenmauer gefahren. Vettels Vorsprung auf Leclerc war dahin, der auf Hamilton auf Rang vier liegend ebenfalls. 21 Runden vor Schluss ging es wieder zur Sache, Vettel blieb vorn. Doch er war noch nicht durch. Sergio Perez sorgte für den nächsten Safety-Car-Einsatz. Vettel blieb wieder cool, Leclerc erzürnte sich noch immer. "Ich mache keine Dummheiten, es war aber nicht fair", funkte er an die Box. Er kam an Vettel diesmal nicht ran, auch nach der dritten Safety-Car-Phase nicht.

Quelle: dpa, sid

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