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Was wird aus Nico Hülkenberg?

Formel 1: Deutscher Fahrer noch ohne Cockpit für 2020

Nico Hülkenberg läuft Gefahr, für 2020 keinen Platz mehr in der Formel 1 zu bekommen – obwohl es im Fahrerfeld deutlich schwächere Piloten als ihn gibt. Hat der Deutsche sich verpokert?

Nico Hülkenberg.
Nico Hülkenberg.
Quelle: dpa

Die Verwunderung zuletzt in Singapur war groß: Das  Haas-Team verkündete dort die Vertragsverlängerung mit Romain Grosjean. Dabei hatte der bei Renault geschasste Nico Hülkenberg als klarer Favorit für dieses Cockpit gegolten, Haas-Chef Günther Steiner immer wieder sein Interesse an dem Deutschen bekundet, der jetzt erst einmal im Regen steht.

Angebot oder nicht - das ist die Frage

Und auch wenn Steiner im Nachhinein  überall herumerzählte, man habe zwar verhandelt, aber es habe kein konkretes Angebot an Hülkenberg gegeben und man habe sich angesichts der massiven technischen Probleme des Teams doch lieber für die bekannte Größe Grosjean entschieden: Das nimmt dem sonst so direkten und gradlinigen Südtiroler keiner im Fahrerlager wirklich ab.

Ich muss nicht unbedingt in der Formel 1 bleiben...
Nico Hülkenberg

Hülkenberg sagt ja selbst auch deutlich: "Natürlich hatte ich ein Angebot!"  Warum er es dann nicht annahm?  Das "Gesamtpaket" habe nicht gepasst, wie das so schön heißt, man sei einfach nicht zusammen gekommen. Kann bedeuten: Der 32-Jährige wollte mehr Geld – was unter der Hand massiv die Runde macht, auch wenn der Emmericher selbst das dementiert. Oder zum Beispiel auch eine andere Vertragslaufzeit als die angebotene.

Zu hohe Meinung von sich selbst?

Bleibt die Frage: Hat sich Hülkenberg durch zu hohe Ansprüche verpokert und steht am Ende ganz ohne Sitz in der Formel 1 da? Das Image, eine ein bisschen zu hohe Meinung von sich selbst zu haben, begleitet ja schon seine ganze Karriere. Dabei hat Daniel Riciciardo ihm als Teamkollege bei Renault in diesem Jahr schon Grenzen aufgezeigt. Was in der Formel 1 bedeutet, dass die eigene Aktie schnell an Wert verliert.  Hülkenberg merkte das schon einmal nicht:  Dass er bei Renault durch  Mercedes-Junior Esteban Ocon ersetzt würde, das war im Sommer dem ganzen Fahrerlager über Wochen klar – nur ihm selbst lange nicht.

Und nun?  Bei Williams ist zwar theoretisch der Platz neben George Russell frei, nachdem Robert Kubica dort mit der Ansage, nicht weitermachen zu wollen, einem Rausschmiss zuvor kam. Doch Williams braucht Geld – und der kanadische Milliardärs-Sohn Nicolas Latifi steht mit mindestens 20 Millionen Euro bereit.  Hoffnungen, bei Red Bull zu landen, falls der seit Spa für Pierre Gasly eingewechselte Alex Albon die Erwartungen auch nicht erfüllt, kann er sich  realistisch auch nicht machen. Red-Bull-Motorsportkoordinator Dr. Helmut Marko ist in dieser Beziehung sehr deutlich. Und er sagte das auch Hülkenberg persönlich: Als der ihn in der Sommerpause immer wieder anrief, bekam er irgendwann die deutliche Ansage, das bleiben zu lassen.

Letzte Hoffnung Alfa Romeo

Nico Hülkenberg am 22.06.19 in Le Castellet
Nico Hülkenberg
Quelle: dpa

Bleibt als letzte Möglichkeit noch Alfa Romeo, wo der  Sitz von Antonio Giovinazzi wackelt. Aber obwohl der Italiener in dieser Saison oft nicht wirklich überzeugthat,  hat er als Mitglied der Ferrari-Nachwuchsakademie politische  Rückendeckung im Ferrari-Kundenteam Alfa.  Die andere Hälfte der Machthaber im Ex-Sauber-Team, die  schwedischen Besitzer, hätten gern ihren Landsmann Marcus Ericsson zurück.

Und auch wenn der französischen  Alfa-Teamchef Frederic Vasseur Hülkenberg, den er seit gemeinsamen GP2-Zeiten bei ART sehr schätzt, ihn ja auch vor drei Jahren zu Renault brachte, gern hätte: Ob er sich durchsetzen kann, ist in dieser Konstellation alles andere als sicher. "Es liegt nicht mehr in meiner Hand", muss der 32-Jährige dann auch zugeben. Und baut schon mal vor: "Ich muss nicht unbedingt in der Formel 1 bleiben..."

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