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Schlüsselrennen für Vettel im Jubiläums-GP

Grand Prix von China

Der GP von China ist nicht nur das 1000. Rennen der Formel-1-Geschichte, sondern auch sehr wichtig für Sebastian Vettel: Er muss seinen Teamkollegen Charles Leclerc in den Griff bekommen.

Formel 1: Vettel und Leclerc im Gespräch
Leclerc (li.) und Vettel (re.) im Gespräch.
Quelle: dpa / Andy Wong

Sebastian Vettel will nach vorne schauen, nicht zurück: Er habe "Bahrain bereits vergessen", sagt der viermalige Weltmeister vor dem Grand Prix von China in Shanghai.

Doch Vettel weiß natürlich auch: Der Jubiläums-GP der Formel 1, das 1000. Rennen der WM-Geschichte, könnte auch für ihn zu einem Schlüsselrennen werden. Denn wenn er seinen Nummer-1-Status bei Ferrari behaupten will, dann darf er sich kaum noch einmal so eine klare Niederlage gegen seinen neuen, jungen Teamkollegen Charles Leclerc leisten, wie zuletzt geschehen in der arabischen Wüste

Rückendeckung vom Teamchef

In Bahrain stellte sich Ferrari-Teamchef Mattia Binotto noch voll hinter Vettel. Schon über Funk versuchte er ihn direkt nach dem Rennen aufzubauen: "Du bist ein sehr starkes Rennen gefahren, so etwas wie der Dreher kann am Limit passieren. Warte nur – China wird dein allerbestes."

Der Teamchef der Scuderia versuchte dann auch gegenüber den Medien etwas Druck rauszunehmen: "Wir sollten aufhören, hier ständig nur über Fehler zu reden. Wir wollen Fahrer, die alles versuchen, die das Letzte aus sich und dem Auto herausholen. Dabei kann auch einmal etwas schiefgehen."

Vettel will wieder spielen

Wobei es ja nicht nur um Vettels Dreher im direkten Zweikampf mit Lewis Hamilton ging. Vettel war auch eigentlich das ganze Wochenende langsamer als Leclerc. Er fühlte sich dabei von Anfang an im Auto nicht richtig wohl, hatte immer noch nicht wieder das gleiche Gefühl wie beim Testen in Barcelona. Dort hatte er sich ja riesig darüber gefreut, "endlich wieder einmal ein Auto zu haben, das absolut genau das macht, was ich will, mit dem ich wieder richtig spielen kann."

Genau das fehlte aber zuletzt – Vettel plagte sich in Bahrain vor allem mit dem extrem nervösen Heck des Ferrari herum. Etwas, was seinem Fahrstil überhaupt nicht entgegenkommt – das mangelnde Vertrauen ins Auto führt dann auch zu schlechteren Rundenzeiten.

Negativspirale vermeiden

Möglich, dass solche Probleme Charles Leclerc etwas weniger stören, dass der 21-jährige Monegasse damit etwas besser umgehen kann. Denn die Daten der beiden Autos waren wohl, wie Ferrari-intern zu hören war, in Bahrain absolut identisch. "Wir haben aus den Fehlern dort gelernt", sagt Vettel und hofft wohl, vor allem bei seinem eintägigen Test nach dem Rennen das Auto wieder mehr in seine Richtung getrimmt zu haben.

Das muss er auch – denn sonst kann die interne Stimmung schnell zugunsten von Leclerc kippen. Nicht nur, weil der durch seinen Manager Nicolas Todt, den Sohn des FIA-Präsidenten Jean Todt, sowieso schon sehr viel indirekten Einfluss im Team hat. Sondern auch, weil er als junger, hochtalentierter Aufsteiger und große Zukunftshoffnung grundsätzlich sehr viele Sympathien genießt. "Bei Red Bull 2014 gegen Daniel Ricciardo", habe sich Vettel schon einmal gegen einen jungen Aufsteiger schwer getan und sich dann wohl auch mental ein bisschen in eine Negativspirale hineingedreht, meint etwa Ex-Weltmeister Jacques Villeneuve. "Vettel muss aufpassen, dass ihm das nicht wieder passiert. Aber so etwas ist nicht einfach."

Vettel fühlt sich angespornt

Momentan versucht Vettel jedenfalls, Leclerc nicht als Bedrohung sondern als zusätzlichen Motivator zu begreifen: "Ich spüre seine Lust auf Erfolg, seinen Hunger", sagt Vettel über Leclerc. "Das spornt auch mich an zu beweisen, dass ich noch besser sein kann." Es gebe immer Tage, an denen andere schneller seien, so Vettel: "Ich mag diese Tage nicht, aber meine Gegner sind ja keine Idioten. Mal sind sie einfach besser, aber schon morgen kann ich zurückschlagen."

Das traut ihm auch Ex-GP-Pilot David Coulthard zu: "Es ist normal, dass die junge Generation die ältere herausfordert. Aber Seb gehört nicht zum alten Eisen. Er kam in Bahrain mit dem Auto nicht klar. Noch ist nichts entschieden." Und F1-Eminenz Bernie Ecclestone betont den Kampfgeist, jenes "Wettbewerbsgen", das er schon bei Vettels erstem Formel-1-Einsatz als Freitagsfahrer 2006 in der Türkei gesehen habe: "Er wird sich auch aus diesem Tief heraus kämpfen!", glaubt Ecclestone an den Deutschen.

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