Hamilton gewinnt Heimrennen - Vettel nur Siebter

Formel 1 - Großer Preis von Großbritannien

Mit einem Sieg beim Großen Preis von Großbritannien hat der dreimalige Formel-1-Weltmeister Lewis Hamilton den Rückstand in der WM-Wertung auf Sebastian Vettel auf einen Punkt verkürzt. Der Deutsche lag in Silverstone auf Podiusmkurs, kam nach einem Reifenschaden kurz vor Schluss aber nur als Siebter ins Ziel.

Auf Platz zwei sorgte Valtteri Bottas für einen Mercedes-Doppelsieg, Kimi Räikkönen im Ferrari wurde Dritter, nachdem er ebenfalls kurz vor dem Ziel einen Reifenschaden zu beklagen hatte. Platz sechs belegte Nico Hülkenberg im Renault, 17. und Letzter wurde Pascal Wehrlein im Sauber. "Das ist bitter, heute war mehr drin. Wir haben Glück, dass wir überhaupt ins Ziel gekommen sind", sagte Vettel.


Hamilton mit Traumstart, Vettel fällt zurück

Durch den 57. Grand-Prix-Triumph seiner Karriere rückte Hamilton (176 Punkte) nach dem zehnten von 20 Saisonrennen in der Gesamtwertung bis auf einen Zähler an Vettel (177) heran. Der 32-Jährige gewann bereits zum fünften Mal in seiner Heimat und zog mit den bisherigen Rekordhaltern Jim Clark und Alain Prost gleich.


Hamilton erwischte einen Traumstart und erarbeitete sich schnell einen komfortablen Vorsprung. Schon im Qualifying hatte er nur 80 km von seinem Geburtsort Stevenage entfernt überlegen die Pole Position erreicht, am Sonntag war er von der ersten Runde an ebenso dominant unterwegs. Der viermalige Champion Vettel hingegen fiel nach einem schwachen Start noch vor der ersten Kurve von Platz drei auf vier zurück.

Hartes Duell mit Verstappen


Dahinter krachte es zwischen den Toro-Rosso-Stallrivalen Carlos Sainz und Daniil Kwjat, für die Aufräumarbeiten musste das Safety-Car ausrücken. Als Schuldigen verurteilte die Rennleitung später den Russen Kwjat zu einer Durchfahrtstrafe.

Vettel hing nach dem Neustart weiter hinter Red-Bull-Youngster Max Verstappen fest. Von hinten rückte Bottas näher, der wegen eines regelwidrigen Getriebewechsels nur von Platz neun starten durfte. In Runde 14 setzte Vettel zur knallharten Attacke auf den Niederländer an, Verstappen wehrte sich heftig und blieb nach einem Rad-an-Rad-Duell vorn. "Er will wohl Autoscooter spielen", funkte der 19-Jährige. Als auch ein zweiter Versuch wenige Runden später scheiterte, griff Ferrari in die Taktikkiste und holte Vettel zum Reifenwechsel an die Box. Der Strategiekniff zahlte sich aus. Verstappen rollte eine Runde später an die Box - und kam hinter seinem deutschen Widersacher zurück auf die Strecke.

Packende Schlussphase


Unterdessen kontrollierte Hamilton vorn nach Belieben das Rennen, scheinbar mühelos reihte er Bestzeiten aneinander. Auch nach seinem Boxenstopp behielt er die Führung vor Teamkollege Bottas, der noch mit alten Reifen Platz zwei erobert hatte. Als der Finne sich frische Gummiwalzen holte, zog das Ferrari-Duo Räikkönen und Vettel wieder vorbei. Aber Hamilton an der Spitze war an diesem Tag unerreichbar.

Spannung bezog das letzte Renndrittel zunächst aus der Aufholjagd von Bottas. Vettel wehrte sich zuerst erfolgreich, Bottas rutschte kurz neben die Strecke und wirbelte kräftig Staub auf. Doch kurz darauf war Vettel dann chancenlos, auch wenn er nach Silverstone mit 15 PS mehr in seinem Ferrari gekommen war. Kurz vor Ende wurde es dann hochdramatisch. Zunächst musste Räikkönen wegen eines abgefahrenen Reifens noch einmal zur Garage kommen. Dann folgte Vettel. Mercedes konnte das Glück kaum fassen und bejubelte sogar einen unverhofften Doppelerfolg.

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