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Frauen im Männerfußball - wann kommen da mehr?

von Claudia Neumann

Profifußball - Führungsposition - Frau: Eine Konstellation, die in Deutschland praktisch nicht vorkommt. Warum ist das ein Widerspruch? Suche, Gespräche und Analyse mit Frauen mit jeder Menge Expertise.

35 min
35 min
12.02.2021
12.02.2021

Wir haben gesprochen mit Kandidatinnen, mit Vorbildern und mit möglichen Entscheidern. Auch die Meinung unserer TV-Zuschauer und Social-Media-Nutzer hat uns interessiert.

Herausgekommen ist eine Bestandsaufnahme, die deutlich macht, dass es einerseits Verständnis für den Wunsch auf fortschreitende Gleichberechtigung im Fußball gibt, andererseits fehlen konkrete Konzepte.

Katja Kraus, erste Frau im Vorstand

"Meine Töchter glauben, dass sie Bundeskanzlerin werden können, aber nicht Vorstand in einem Fußballverein." Das sagt Katja Kraus, zwischen 2003 und 2011 selbst erste Frau im Vorstand eines Bundesligaklubs, seinerzeit beim Hamburger SV.

Es geht ihr dabei um fehlende Sichtbarkeit und um zu wenig Vorbilder in Funktionen rund um den Fußball. Katja Kraus weiß, wovon sie spricht. Als Aktive hatte sie es bis ins Tor der Nationalmannschaft geschafft. Anschließend wurde sie Pressesprecherin bei Eintracht Frankfurt, als erste Frau in diesem Amt in der Fußball-Bundesliga.

Erfolgreiche Vorstandsarbeit, aber ohne Nachahmerinnen

Doch die Widerstände waren damals groß. 2003 endete ihr Engagement bei der Eintracht. Ihre Vorstandsarbeit beim HSV war durchaus erfolgreich, aber längst nicht mit dem erhofften Nachahmer-Effekt.

Katja Kraus
Katja Kraus

"Frauen in Führungspositionen sind ein nachgewiesener Mehrwert", erklärt Kraus, die in ihrer Funktion als Geschäftsführerin der Agentur Jung von Matt/Sports in einer Studie auf die eklatante Unterrepräsentation von Frauen im Sport hinweist. Im Fußball ist der Frauenanteil derzeit im marginalen einstelligen Prozentbereich angesiedelt.

Profi-Fußball: Keine einzige Frau in einem Trainerteam

Düster sieht es auch im Bereich der sportlichen Verantwortung aus. Kein Verein der höchsten drei Männerligen beschäftigt auch nur eine einzige Frau im Trainerteam. Inka Grings‘ Bemühen, als Trainerin im Männerbereich Fuß zu fassen, ist erstmal gescheitert.

Über freundliche Gespräche mit den Bundesliga-Sportdirektoren geht das Interesse nicht hinaus. Inzwischen hat die zweimalige Europameisterin mit der höchsten DFB-Trainer-Lizenz bei den Frauen des FC Zürich angeheuert.

Dabei hatte DFB-Präsident Fritz Keller zu seinem Amtsbeginn angekündigt, "der Fußball müsse weiblicher werden". Dieses Ziel habe oberste Priorität, sagt er auch heute noch.

Die weiteren Protagonistinnen der Reportage

  • Gaby Papenburg: Ehemalige "ran"-Moderatorin. Bewirbt sich aktuell um das Präsidentschaftsamt des Berliner Fußball-Verbandes. Sie will verstaubte Satzungsstrukturen modernisieren.
  • Helen Breit: Fanvertreterin und Mitglied der DFL-Task-Force "Zukunft Profifußball". Fordert transparente, klare Pläne zur Frauenförderung im Fußball.
  • Bibiana Steinhaus: Bis September 2020 Schiedsrichterin in der Männer-Bundesliga. Hat die gläserne Decke im Schiedsrichterwesen durchbrochen.

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