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Stallfrieden bei Silberpfeilen in Gefahr?

Formel 1 | GP von Spanien

2018 stellte Valtteri Bottas für Lewis Hamilton nie wirklich eine Gefahr da, in dieser Saison, vor dem Europa-Auftakt der Formel 1 in Barcelona, sieht das anders aus. Der Finne hat sich quasi "neu erfunden". Droht damit auch ein neuer "Krieg der Sterne"?

Mercedes-Pilot Valtteri Bottas
Macht dem Team-Kollegen mächtig Druck: Valtteri Bottas
Quelle: reuters

In der Saison 2018 gewann Valtteri Bottas nicht einen einzigen Grand Prix, musste mehr als einmal den Wasserträger für Lewis Hamilton spielen, schien aber in den meisten Rennen auch nicht in der Lage, wirklich eine Gefahr für den Weltmeister darzustellen. Bottas schien ein "Auslaufmodell", mit gerade mal noch einem garantierten Jahr bei den Silberpfeilen - und Mercedes-Nachwuchsmann Esteban Ocon im Nacken: Der Franzose muss ja dieses Jahr zuschauen, für 2020 hat ihm Mercedes-Sportchef Toto Wolff aber ein Cockpit versprochen, wenn auch nicht explizit im Werksteam.

Ob es auch diese Bedrohung war, die den Finnen dazu brachte, über den Winter noch einmal tief in sich zu gehen und zu versuchen, vieles zu verändern? "Ich war enttäuscht und verärgert Ende 2018, besonders über den Verlauf der zweiten Saisonhälfte. So habe ich mir geschworen: Das darf nie mehr passieren! Um meine Ziele zu erreichen, bin ich bereit zu tun, was nötig ist. Wenn ich dafür an einigen Stellen härter agieren muss, gehört das dazu. Ich habe schließlich nur eine Karriere."

Ankündigungen wahrgemacht

Der neue Vollbart, der "Winkinger-Bart", wie er ihn auch manchmal selbst scherzhaft nennt, ist zwar nur äußeres Zeichen dieser Veränderung, aber sie scheint auch innerlich zu funktionieren. "Diese Saison ist ziemlich anders losgegangen als die letzte", strahlte Bottas zuletzt in Baku, nach seinem zweiten Saisonsieg, der auch wieder die Übernahme der Tabellenführung in der WM bedeutete, mit einem Punkt Vorsprung vor seinem Teamkollegen Hamilton. "Zwei Siege aus den ersten vier Rennen zu holen, ist ein gutes Gefühl."

Entscheidend war in Baku schon der Start, als er zwar ein bisschen schlechter weg kam als Hamilton, sich aber in einem Rad-an-Rad-Duell doch durchsetzte und vorne blieb - ein deutlicher Beweis dieser angekündigten neuen Härte. Bleibt die Frage, wie lange Lewis Hamilton da mitspielt. Zuletzt in Baku machte er ja schon deutlich, sich im Nachhinein schon ein bisschen über sich selbst geärgert zu haben und meinte, "ich bin da wohl ein bisschen zu weich gewesen, hab´s ihm geradezu geschenkt." Will heißen: Beim nächsten Mal wird der Brite wohl auch gegen seinen eigenen Teamkollegen härter einsteigen. Bis es kracht? Wie 2016, genau hier in Barcelona, in der ersten Runde, zwischen Lewis Hamilton und Nico Rosberg - vor der versammelten Mercedes-Vorstandsetage?

Neuer "Krieg der Sterne"?

Droht den Silberpfeilen also wieder einmal ein "Krieg der Sterne"? Teamchef Toto Wolff gibt zu, ein gewisses Déja vu zu haben: "Die Situation erinnert mich ein bisschen an 2014, 2015 und 2016. Wir haben zwei Fahrer, die Weltmeister werden wollen. Wir hingegen möchten, dass sie im Auto zwar entschlossen zur Sache gehen, aber der gegenseitige Respekt muss bleiben." Von einer Stallorder will er aber zumindest im Moment noch nichts wissen: "Wir lassen unsere Piloten frei fahren, weil wir ihnen vertrauen. Der Kampf in der Startrunde in Baku über mehrere Kurven hat ja auch gezeigt, dass der Respekt untereinander groß ist."

Damon Hill, Weltmeister von 1996, sieht jedenfalls gewisse Probleme auf Wolff zukommen, auch, weil er noch nicht an den großen Mercedes-Durchmarsch 2019 glaubt, trotz der vier Doppelsiege in den ersten vier Rennen: "Mercedes dominiert nicht so wie früher. Ferrari wird Rennen gewinnen, und das wird wohl auch Red Bull Racing schaffen. Aber Bottas hat sich ohne jeden Zweifel gesteigert, und so könnte es leicht passieren, dass sich der Titelkampf zwischen den beiden Mercedes-Fahrern entscheidet. Das muss Spannungen erzeugen. Es ist unmöglich, für das gleiche Team um den Titel zu fahren und dem Anderen den Vortritt zu lassen."

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