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Noch ein Jahr schuften und träumen

Im August 2020 beginnen in Tokio die Paralympics

Am 25. August 2020 werden die Paralympischen Spiele von Tokio eröffnet. Die deutschen Behindertensportler bereiten sich darauf dank deutlich erhöhter Fördermittel so akribisch vor wie nie zuvor.

Deutschland gegen Algerien im Männer Goalball Spiel in der Future Arena.
Das deutsche Goalball-Team ist bereits für Tokio 2020 qualifiziert
Quelle: imago image

Für viel Vorfreude ist gerade keine Zeit – aber ein bisschen davon werden sich die deutschen Behindertensportler/-innen zu diesem markanten Datum wohl gönnen: Am 25. August werden in Japans Hauptstadt die Paralympischen Sommerspiele 2020 eröffnet. Das Event, auf das sich alles Träumen und Schuften konzentriert.

Kämpfen um Tickets für Tokio

Friedhelm Julius Beucher, Präsident des Deutschen Behindertensportverbandes (DBS)
DBS-Präsident Friedhelm Julius Beucher
Quelle: imago image

Aktuell gilt es für die Athleten, Startplätze zu ergattern, so genannte Quotenplätze, die einem Sportler der eigenen Nation das Startrecht garantieren. Um die individuellen Tokio-Tickets geht es im nächsten Jahr – oft lassen sich diejenigen, die jetzt die Quotenplätze sichern, dann aber auch nicht mehr abhängen. „Im Moment sind fast alle unterwegs zu Welt- oder Europameisterschaften, zu Welt- oder Europacups, und wer keinen wichtigen Wettkampf hat, ist im Trainingslager“, sagt Friedhelm Julius Beucher über die deutschen Athleten. „Wir spüren Vorfreude“, so der Präsident des Deutschen Behindertensportverbandes (DBS), „aber wir befinden uns eben auch mitten in der heißen Qualifikationsphase.“ 

Die Vorbereitung sei diesmal „so intensiv und umfangreich wie bei noch keinen Paralympics bisher“, sagt Beucher. Der Grund: Im Zuge der Spitzensportreform wurde der paralympische Sport formal dem olympischen Sport gleichgestellt und mit einem um gut drei Millionen Euro erhöhten Zuschuss des Bundes ausgestattet. So konnte der DBS über 50 neue Stellen schaffen. „Wir haben jetzt in allen paralympischen Sportarten hauptamtliche Trainer angestellt“, erklärt Beucher. Weltweit schreitet die Professionalisierung im Behindertensport rasant voran. Da wollen die Deutschen mithalten.

Gerangel um Quotenplätze

Im Para-Radsport (Anfang September), Para-Schwimmen (Mitte September) und in der Para-Leichtathletik (November) stehen in dieser Saison noch Weltmeisterschaften an. „Das sind wichtige Marksteine auf dem Weg nach Tokio“, so DBS-Präsident Beucher. „Da wird es um Zentimeter und Zehntel-Sekunden gehen, es wird ein ziemliches Gerangel um die Quotenplätze geben.“ Das ist gut für den Sport, der zuletzt von Paralympics zu Paralympics in der öffentlichen Wahrnehmung zulegen konnte. In Tokio werden erstmals Livebilder von 21 Disziplinen aus 19 Sportarten angeboten; auch ARD und ZDF sind wieder dabei. In Rio 2016 und London 2012 gab es nur Liveübertragungen von jeweils zwölf Disziplinen.

Die Chancen, es auch als Behindertensportler ins ganz große Rampenlicht zu schaffen, steigen also. Einige Athleten haben das in der Vergangenheit bereits geschafft. Etwa der Prothesen-Weitspringer Markus Rehm, der kleinwüchsige Kugelstoßer Niko Kappel oder die Handbikerin und Biathletin Andrea Eskau.

Paralympics 2020 in Tokio

Favoritenschreck Goalballer

Sportlich sorgen aktuell besonders die deutschen Goalballer für Furore. „Die fahren so was von heiß“, sagt Beucher, „die haben sich zum Favoriten-Schreck entwickelt“. Vor vier Jahren hatte das deutsche Team in dieser weltweit sehr beliebten Ballsportart für Seebehinderte (ein mit einer Klingel ausgestatteter Ball muss ins gegnerische Tor geworfen werden) erst durchs hinterste Hintertürchen als letzte Mannschaft noch ein Ticket für Rio ergattert. Diesmal waren die DBS-Goalballer dagegen die Ersten, die neben den Rollstuhlbasketball-Frauen und -Männern (s.u.) eine Tokio-Fahrkarte sicher hatten, denn sie waren als erste Mannschaft ins WM-Finale eingezogen – was die Bedingung war für eine direkte Paralympics-Qualifikation. Die Brasilianer, die später Weltmeister wurden, absolvierten ihr Halbfinale nach den Deutschen.

Das sportliche Hoch der Goalballer verschaffe der Sportart in ganz Deutschland einen enormen Zulauf, sagt Friedhelm Julius Beucher. Das freut den DBS-Präsidenten. So darf es gern weitergehen. Auch in anderen Sportarten.

Auch Rollstuhlbasketballer in Tokio dabei

Auch die deutschen Rollstuhlbasketballer belohnten sich bei der EM im polnischen Walbrzych durch einen 72:63 (23:13/42:29/61:43)-Erfolg im Viertelfinale über die Niederlande doppelt: Nach den deutschen Frauen lösten auch sie das ersehnte Ticket für die Paralympischen Spiele 2020 in Tokio.

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