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Spielt der DFB ein falsches Spiel?

Fußball | Korruption

von Markus Harm

Der DFB soll schon Ende 2018 Insiderinformationen über Infront gekauft haben, die Berateragentur Esecon erhielt Aufträge ohne öffentliche Ausschreibung. Doch der Verband bestreitet die Vorwürfe.

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11 min
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28.06.2020

In der Affäre um mögliche Korruption bei Geschäften mit Sportvermarkter Infront Sports hat der Deutsche Fußball Bund (DFB) offenbar bereits Ende 2018 Informationen angekauft.

Nach Recherchen von der ZDF Sportreportage soll der Verband einem Insider dafür Anfang 2019 Geld überwiesen haben. Das bestätigen ehemalige Angestellte des DFB. Der Verband weist diese Darstellung zurück:

"Sämtliche Informationen stammen - soweit für den DFB nachvollziehbar und ersichtlich - aus legalen Quellen. Es wurden seitens des DFB keine Informationen angekauft."
DFB

Belege für einen Informanten sind vorhanden

Dass es einen Informanten im Zuge der Infront-Affäre gibt, belegen Gedächtnisprotokolle von ehemaligen DFB-Mitarbeitern. Diese Dokumente liegen dem ZDF vor. Infront selbst hat mittlerweile Zuwendungen an DFB-Mitarbeiter eingeräumt. Dies geht aus einem Brief des Sportvermarkters vom 19. Mai 2020 an den DFB hervor.

Bei den Zuwendungen handelt es sich unter anderem um vier hochwertige Uhren und ein rund 12.000 Euro teures Rennrad. Der DFB teilte mit, bei der Aufarbeitung der Ungereimtheiten um den Infront-Deal die Staatsanwaltschaft Frankfurt am Main "frühzeitig eingebunden und informiert" zu haben.

Staatsanwalt erfährt Informationen aus der Presse

Diese Darstellung weist die Staatsanwaltschaft zurück und teilte auf Anfrage des ZDF mit, erst aufgrund von Presseberichten über den Verdacht der Bestechung erfahren zu haben. Mittlerweile arbeitet die Berliner Beratungsagentur Eseceon die Affäre im Auftrag des DFB auf. Auch diese Zusammenarbeit wirft Fragen auf.

Nach Recherchen des ZDF erhielt das Unternehmen den DFB-Auftrag um den Infront-Deal ohne öffentliche Ausschreibung. Auch ein zweites, späteres Mandat für die sogenannte DFB-Generalinventur bekam Esecon auf diesem Weg. Wie viel Geld die Firma vom Verband für die Aufträge erhält, will der DFB nicht mitteilen.

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