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Neue Beweise für Doping in Kenia

von Markus Harm

Kenia hat ein massives Dopingproblem. Eine Woche vor den Leichtathletik–Weltmeisterschaften in Doha gibt es neue Enthüllungen. Die IAAF droht mit Suspendierung.

Beitragslänge:
6 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 22.09.2020

Zwei Topathleten des kenianischen Nationalteam für Doha haben sich kurz vor den Weltmeisterschaften mit dem Dopingmittel Epo behandeln lassen. Wie die ZDF Sportreportage am Sonntag berichtet, handelt es sich dabei um einen männlichen und eine weibliche Athletin, die mit versteckter Kamera dabei gefilmt wurden, wie sie Epo direkt in die Vene injiziert bekamen.

Ein Mediziner, der anonym bleiben wollte, bestätigte dem ZDF gegenüber: „Keiner dopt direkt vor den Rennen oder einem wichtigen Wettkampf, hier nutzen sie das Epo im Training. Vom jetzigen Nationalteam hatte ich alleine 8 Läufer bei mir, 8 an der Zahl.“

Der nationale Leichtathletikverband „Athletics Kenya“ äußert sich im ZDF dazu, Barnabas Korir, ein Mitglied der Exekutive sagt: „Wir stellen sicher, dass unser Nationalteam die Regeln befolgt. Mit diesem Team haben wir noch intensiver gesprochen, mit ihm Seminare abgehalten, ihm alle internationalen Regularien erklärt und es mehrfach getestet. Die Athleten kennen die Konsequenzen: wenn einer gedopt hat, wird er aus dem Team geworfen und trägt nie wieder die Nationalfarben Kenias.“

Doch das ZDF berichtet darüber, dass es in Kenia korrupte Machenschaften zwischen „Athletics Kenya“ und der nationalen Antidopingagentur ADAK geben soll. So erklärt ein ehemaliger ADAK Mitarbeiter im ZDF: „Sie verstecken Ergebnisse von verschiedenen Athleten, so dass ein Sportler nicht gesperrt werden kann. Athletics Kenya und ADAK arbeiten dabei zusammen und verdienen Geld damit. Die Sportler oder ihre Manager müssen dafür bezahlen.“ Dem ZDF liegen offizielle Dokumente des nationalen Leichtathletikverbandes vor, in denen ein hochrangiger Mitarbeiter an einen bekannten Leichtathletikmanager schreibt: „Sowohl die A- als auch die B- Probe der Athletin ist positiv. Bitte lassen sie uns schnellstmöglich treffen, um das zu besprechen.“ In einem anderen Dokument heißt es: „Der Verband verfügt über die Möglichkeit die Freiheit für einen gesperrten Athleten sicherzustellen, wir arbeiten mit den relevanten Behörden zusammen.“

Der internationale Leichtathletikverband IAAF ist alarmiert, der Chef der Athletics Intergrity Unit (AIU) des Weltverbandes Brett Clothier sagt im ZDF: „Das sind sehr schwere Anschuldigungen und wir sind nicht so naiv zu sagen, solche Probleme und auch Korruption existieren nicht in Kenia. Wir sind für Hinweise immer offen und versuchen diesen Anschuldigungen nachzugehen.“ Und Clothier geht im ZDF sogar noch weiter, droht Kenia mit einer kompletten Suspendierung: „Es gibt 5 sogenannte Kategorie A Länder, das heißt, in diesen Ländern gibt es intensive Dopingprobleme und deswegen haben sie sehr strenge Regeln und Vorgaben von unserer Seite, die sie einhalten müssen. Kenia gehört dazu und wenn man sich nicht an diese Regularien hält, dann kann der Weltverband mit seiner Exekutive das Land komplett suspendieren.“

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