Sie sind hier:

Skyrunner: Wenn der Berg zur Laufarena wird

Skyrunner laufen über Wolken und stoßen an den Himmel. Ihr Motto: "Wenn man am Ende eines Rennens nicht weiß, wer man ist, dann wird man nie herausfinden, wer man ist."

Berglauf Ultramarathon
Quelle: pr

Off-Road: Das Hier und Jetzt. Den Augenblick leben. Tempo gilt nicht mehr als ein Antrieb. Einfach dem Gefühl nachgeben. Lauf, lauf einfach los. Das Stadion in der Natur ist diesmal der Berg, den man hoch- und wieder herunterläuft.

Es gibt Wichtigers als die schnellste Zeit

Das unterscheidet einen Skyrunner von einem Trailrunner, der den Berg umrundet. Beiden Naturläufern ist aber gemein: Die Uhr, die den Takt vorgibt, ist das eigene Herz.

Es geht nicht mehr nur darum, die schnellste Zeit zu laufen. Die Freude an der Bewegung, das Erleben der Natur, das Empfinden von absoluter Freiheit, das sind neue Attribute einer Aufwärtsbewegung in den Bergen, die immer größeren Zuspruch erfährt.

Hochalpine Vorfahren

Dass Menschen sich im alpinen Gelände schnell bewegen, ist nicht neu. Zwischen einem Alm-Öhi und Spitzensportlern liegen aber Welten.

Wer hätte früher, beim Hüten der Tiere, im alpinen Gelände über 2000 Höhenmetern, noch Spaß gehabt, den Berg hoch- und wieder herunterzulaufen? Und dies nur in knapp sieben Stunden und über annähernd 75 Kilometer Länge? Über Schneeverwehungen, Eisspalten hinweg, auf Trampelpfaden, die sonst nur Ziegen kennen oder auf unwegsamen Lavagestein bei 40 Grad in der Sonne?

Trend Skyrunning

Einer der Pioniere des Sports, der Italiener Bruno Brunod hat aber seine Vorfahren schon als Skyrunner gewürdigt: "Mein Großvater hat die Berge überquert, um zur Arbeit zu kommen. Wir machen das Ganze heute nur schneller, aber im Grunde ist es das gleiche."

Skyrunning ist die anspruchsvolle Form des Trailruns und ein Trend, der immer beliebter wird, um Sport und die eigene Leistung als Naturerlebnis zu erfahren. "Wenn man am Ende eines Rennens nicht weiß, wer man ist, dann wird man nie herausfinden, wer man ist", sagt Klaus Dahlbeck, der regelmäßig an Ultramarathon-Läufen wie dem Transvulcanica auf La Palma teilnimmt.

Die Qual sei Teil des Ganzen, sagt Dahlbeck über sein Sporttreiben auf La Palma. Ein solches Rennen wie der Transvulcania, der Lauf auf dem Vulkan, sei wie ein komprimiertes Leben, "zwischen Unsicherheit, Euphorie, Höhen und Tiefen, Lösungssuche, wenn man hinfällt, zwischen Hungerast und Wasserzufuhr, zwischen Blasen an den Füßen bis hin zur Glückseligkeit, wenn man die Ziellinie überquert."

Vom Naturlauf zum Event

Wettkämpfe in den Bergen gibt es schon seit 1895, das Ben Nevis Race zum Beispiel, in Schottland. Auf dem Kontinent sind Läufe in den Dolomiten oder auf den Montblanc der "Renner".

Längst ist aus dem einzigartigen Naturlauf, der für viele die Freiheit grenzenlos erscheinen lässt, auch ein Wettbewerb mit Preisgeldern geworden. Die Migu Run SkyRunner World Series etwa, ein Lauf an 15 Orten dieser Welt - mit dem dem Finale in Italien als 16. Rennen - gibt es seit 2004. 2019 ist das erste Mal als Veranstaltungsort Japan dabei.

Über 2.000 Meter und 30 Prozent steil

Vorraussetzung für die Skyrennen: Der Kurs über den Berg muss im Gelände oberhalb von 2.000 Meter weiterführen. Und steile Passagen von 30 Prozent sind gefordert. Weltweit gibt es inzwischen annähernd 200 Skyraces, die sich in drei Disziplinen aufteilen: Beim "Vertical" muss eine Höhe von mindestens 1000 Meter geschafft werden. Dieser Lauf ist kurz und bissig. Beim "Sky" ist eine Länge zwischen 20 und 49 Kilometern gefordert, plus ein Profil von 1300 Höhenmetern.

Der "Ultra" beansprucht die Läufer auf bis zu 99 Kilometer Länge, dazu kommen mindestens 3200 Höhenmeter, die auch wieder zurückgelaufen werden müssen. Das Zeitlimit: 16 Stunden. Dopingkontrollen werden nicht durchgeführt. Sie könnten aber. Vorgesehen sind in diesem Jahr nur Kontrollen beim Finale der Serie in Italien, jeweils für die drei Bestplatzierten bei Männern und Frauen.

Gewertet werden die vier besten Ergebnisse eines Teilnehmers über alle Rennen eines Jahres. Und der beste Skyrunner kann am Ende mindestens 10.000 Euro gewinnen. In der SkyRunner World Series kann nur der gewinnen, der alle Disziplinen beherrscht. Die Sportwelt kennt anscheinend keine Laufgrenzen mehr.

Gemerkt auf Mein ZDF! Merken beendet Bewertet! Bewertung entfernt Abonniert auf Mein ZDF! Abo beendet Embed-Code kopieren HTML-Code zum Einbetten des Videos in der Zwischenablage gespeichert.
Bitte beachten Sie die Nutzungsbedingungen des ZDF.

Um zu verstehen, wie unsere Webseite genutzt wird und um Ihnen ein interessenbezogenes Angebot präsentieren zu können, nutzen wir Cookies und andere Techniken. Hier können Sie mehr erfahren und hier widersprechen.

Um Sendungen mit einer Altersbeschränkung zu jeder Tageszeit anzuschauen, können Sie jetzt eine Altersprüfung durchführen. Dafür benötigen Sie Ihr Ausweisdokument.

Sie wechseln in den Kinderbereich und bewegen sich mit Ihrem Kinderprofil weiter.