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Transvulcania - der Lauf auf dem Vulkan

Ultramarathon auf La Palma

Ein Name mit Wucht: Transvulcania. Der Lauf über den Vulkanrand auf der Atlantikinsel La Palma gehört - mit seinen eigenen Gesetzen - zu den spektakulärsten Skyrunning-Events der Welt. Ironman-Qualitäten sind dabei gefragt, Hobbyläufer haben keine Chance.

Transvulcania auf La Palma
Transvulcania auf La Palma.
Quelle: Getty Images

Als Teilnehmer des Transvulcania kann man während eines einzigen Rennens jeder nur erdenklichen klimatischen Bedingung ausgesetzt sein: Von kalt und nass zu extremer Hitze, Untergrund aus Vulkan-Sand, der die Energie aus den Beinen zieht, bis hin zum spitzen Lavagestein - für Läufer kann das Weltkulturerbe La Palma, und laut UNESCO eine der drei schönsten Inseln der Welt, ganz schnell zur Hölle werden.

Besonders gefürchtet: Ein einzigartiger Downhill kurz vor Ende der längsten Laufstrecke - zurück auf engen Serpentinen wieder auf Meereshöhe. La Palma gilt als steilste Vulkaninsel der Welt. Auf Meereshöhe angekommen, wartet Richtung Ziel noch eine läuferische Aufgabe: Die Mündung des ausgetrockneten Flussbetts im Hafen von Tazacorte - genannt, die "Schlucht der Ängste". Ein Teilstück muss davon durchquert werden. Viele der Läufer können hier nur noch gehen.

Vier Rennen zur Auswahl

Eingebettet in die SkyRunner-World-Series mit insgesamt 16 Läufen lockt der Transvulcania als Berglauf-Veranstaltung mehr deutsche Läufer auf die kanarische Insel als jeder andere vergleichbare Lauf in den Himmel.

2019 nehmen 130 Sportler aus Deutschland teil, mit vier Rennen zur Auswahl: Dazu gehört der Vertikal-Kilometer, ein Lauf mit 1203 Höhenmetern und einer Länge von 7,6 Kilometer. Außerdem im Angebot: ein Media-Marathon mit einer Länge von 24,28 Kilometern (mit 2098 Höhenmeter rauf und 689 Höhenmeter runter). Das dritte, mögliche Rennerlebnis der Marathon, hat auf der Kanaren-Insel eine Länge von 45 Kilometern (1884 Höhenmeter rauf und 3329 Höhenmeter runter).

Königsdisziplin Ultramarathon

Logo des Transvulcania 2019
Logo des Transvulcania 2019
Quelle: pr

Die Königsdisziplin auf La Palma bleibt seit der ersten Austragung im Jahre 2009 aber weiterhin der Ultramarathon über 74,33 Kilometer. Diese Strecke führt über den gesamten Bergrücken, unterbrochen bei Sonnenaufgang, mit einem magischen Blick auf den Teide von Teneriffa.

Der Transvulcania, 2019 so hoch bewertet wie nie zuvor, lockt die Weltklasse an. Der Sieger erhält 200 Punkte. Die Rennen sind schnell ausgebucht. Jede der bislang elf Veranstaltungen, hat ein Motto. Diesmal: "Pure Nature Runners", mit dem Hauptaugenmerk, so wenig Müll wie möglich entlang der Strecke zu lassen.

Ironman-Qualitäten sind gefragt

Der Startschuss bei Dunkelheit ist um 6 Uhr früh, vom Leuchtturm im Hafen von Fuencaliente, dem südlichsten Zipfel der Insel, geht es hoch zur Caldera (höchster Punkt: Roque de los Muchachos, 2426 Meter) und wieder hinab bis ins Ziel von Los Llanos.

Die Teilnehmer müssen dabei 4350 Höhenmeter hoch und 4057 Meter wieder herunterlaufen, wenn keine Krämpfe dazwischenkommen.

Das Startgeld von 95 Euro ist für eine solche Veranstaltung nicht hoch, im Vergleich zu Stadtmarathonläufen, der Gewinn des Siegers mit 1000 Euro aber auch nicht.

Wenn man bedenkt, dass der schnellste Läufer durchschnittlich zehn Kilometer pro Stunde bergauf und bergab schafft, darf man getrost schon von Ironman-Qualitäten sprechen. Hobbyläufer haben hier keine Chance.

Sechs Mal den Mount Everest hoch und runter

Der Trainingspensum der Weltklasse beläuft sich auf 85.000 bis 100.000 Höhenmetern. Das entspricht mindesten fünf- bis sechs Mal den Mount Everest hoch und wieder herunterzulaufen - aber gezählt von Meereshöhe an und nicht vom Basislager.

Von diesmal gemeldeten 1971 Skyrunnern auf La Palma starten am 11. Mai letztendlich 1618, nur 1370 kommen ins Ziel. 248 müssen der Hitze an diesem Tag Tribut zollen, erleiden Schürfwunden nach Stürzen, beenden ihren Lauf vorzeitig oder kommen erst nach 16 Stunden ins Ziel - ohne in die Wertung zu gelangen. Das ist jeder Sechste.

Ergebnis des Transvulcania 2019

Qual als Genuss

"Man zehrt nach so einem Lauf sein ganzes Leben von diesem einzigartigen Erlebnis", sagt der Südtiroler Daniel Jung, einer der weltbesten Trailrunner. Was einen nicht umbringe, mache einen stärker. Für Jung ist die Qual eher Genuss und die Verrücktheit dieses Rennens ein Geschenk. 2017 wurde Jung Fünfter, 2018 Siebter. Diesmal muss er nach 48 Kilometern wegen Krämpfen aufgeben.

Der Transvulcania kann gnadenlos sein. Aber genauso zeichnet er das Leben nach. In komprimierter Form, mit all seinen Höhen und Tiefen. Nur eben an einem einzigen Tag. Auf einer steilen, kanarischen Insel im Atlantik.

Fünf Protagonisten des Transvulcania

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