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Wohin steuert die Formel 1?

Umweltplan, neue Regeln, zögernde Hersteller

Der Zeitgeist ist in der Formel 1 angekommen: Ein Umweltplan soll die Rennserie bis 2030 klimaneutral machen. Neue Regeln sorgen zukünftig für mehr Ausgeglichenheit und Spannung.

Rauch hinter einem Formel-1-Boliden
Rauch hinter einem Formel-1-Boliden
Quelle: picture alliance/HOCH ZWEI

In dieser Woche stellte das Formel-1-Management von Liberty Media einen Umwelt- und Nachhaltigkeitsplan vor, der die Königsklasse bis 2030 komplett CO2-neutral machen soll. Zudem will man an der Effizienz der Verbrennungsmotoren arbeiten, die ja heute schon bei über 50 Prozent liegt. Kraftstofftechnisch sollen synthetische Produkte, sogenannte E-Fuels, zum Einsatz kommen. Rund um die Grand Prix' sollen nur noch nachhaltige Materialien zugelassen, Plastik ganz verbannt werden.

Neue Regeln – mehr Attraktivität?

Kurzfristig genauso wichtig ist das Interesse der Fans zu steigern. Das verabschiedete Reglement ab 2021, soll die Attraktivität der Rennen wieder deutlich erhöhen. Ein technisches Regularium soll das Überholen einfacher machen. Durch die Einschränkung gewisser Freiheiten sollen auch Kosten gespart werden. Die Rennwochenenden werden in sich etwas verkürzt, dafür sollen bis zu 25 Rennen im Kalender möglich werden. Finanziell soll eine Kostendeckelung die Unterschiede zwischen den großen und kleinen Teams verringern und so für mehr Ausgeglichenheit und Spannung sorgen.

Wie weit diese Ziele im einzelnen erreicht werden, bleibt abzuwarten. Nicht alle im Fahrerlager sind mit den neuen Regeln wirklich zufrieden. Was die Technik angeht, fürchten vor allem die Big Player Ferrari, Mercedes und Red Bull zu viele Einschränkungen. Sie sprechen von einer Quasi-Einheitsformel, bei der sich die Autos kaum noch unterscheiden werden. Dazu gibt es bei einigen Aerodynamikern Zweifel, ob das Überholen wirklich so viel einfacher wird, wie die FIA-Experten vorrechnen.

Mehr Ausgeglichenheit – wichtigere Rolle der Fahrer

Ein großer Wunsch, den Fans weltweit jmmer wieder äußern ist, dass das Können der Fahrer wieder eine größere Rolle spielt. Weniger Möglichkeiten für die Ingenieure, weniger unterschiedliche Autos, ein engeres Feld – all das könnte dazu durchaus beitragen. Sebastian Vettel ist in seiner Einschätzung des Gesamtpakets noch vorsichtig. „Auf dem Papier sind viele Ideen fabelhaft. Ich schätze in den kommenden Wochen wird ein wenig klarer, was da alles auf uns zukommt. Ungeachtet dessen, wie die Autos aussehen – wenn dadurch der Sport besser wird, dann ist das im Sinne der Fahrer.“

Vettel hat allerdings auch schon jetzt einen deutlichen Kritikpunkt: „Wo wir uns meiner Meinung nach in die falsche Richtung bewegen, ist beim Gewicht. Diese Autos sind viel zu schwer und für 2021 werden sie nochmal schwerer.“ Das schränkt nicht nur den Fahrspaß der Piloten ein. Es macht es auch schwieriger für die absoluten Top-Fahrer, sich von ihren Konkurrenten abzuheben. Denn je leichter, agiler und damit auch im Grenzbereich kritischer ein Auto zu kontrollieren ist, desto eher trennt sich die Spreu vom Weizen.

Kostendeckelung – aber mehr Rennen

Die Kostendeckelung wird von beiden Seiten kritisiert, von groß und klein. Die 175 Millionen Dollar Jahresbudget sind in Wahrheit eher 250 Millionen, weil etwa Fahrergehälter, die Gehälter der drei Top-Angestellten und Marketing-Ausgaben ausgenommen sind. Den Großen wie Mercedes, die bis jetzt an die 400 Millionen ausgaben, ist das zu drastisch, den kleineren, die kaum 150 Millionen Budget aufbringen können, immer noch zu hoch.

Die vor allem von den neuen Formel-1-Besitzern gepushte Richtung mit bis zu 25 Rennen im Jahr sehen viele, von Fahrern über Teams bis zu den Fans, kritisch. So drohe die Gefahr der Übersättigung. Einzelne Rennen könnten an Wert verlieren. Zudem ist so ein Programm für die Teams, vor allem die Mechaniker, kaum noch zu bewältigen. Die Verkürzung der einzelnen Rennwochenenden von vier auf drei Tage, in dem man den Medien-Donnerstag jetzt auch noch in den Freitag schiebt und dafür das freie Training erst am Nachmittag starten lässt, bringt in Punkto Entlastung wenig. Vor allem der Reisestress, der alle extrem belastet, bleibt ja trotzdem – und steigt bei 25 Rennen noch.

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