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WM-Affäre: Zwanziger geht in die Offensive

Ex-DFB-Präsident stellt Strafanzeige gegen Ermittler

Der ehemalige DFB-Präsident Theo Zwanziger reagiert auf seine Anklage in der Affäre um die Fußball-WM 2006 mit einer Strafanzeige gegen die Schweizer Bundesanwaltschaft. Er wirft den Ermittlungsbehörden Versagen und Kungelei mit der FIFA vor.

Theo Zwanziger
Theo Zwanziger.
Quelle: dpa

Der frühere DFB-Präsident Theo Zwanziger hat alle Vorwürfe in Zusammenhang mit dem Sommermärchen-Skandal entschieden zurückgewiesen. Der 74-Jährige holte zudem zum jurstischen Gegenschlag aus und stellte Strafanzeigen gegen die Ermittlungsführerin der Frankfurter Staatsanwaltschaft sowie den Ermittler der Schweizer Bundesanwaltschaft (BA).

Zwanziger wirft den Ermittlern eine bewusst falsche Interpretation von Beweismitteln vor. "Ich bin überzeugt, dass die Verdächtigungen falsch sind", sagte Zwanziger am Dienstag auf einer von ihm einberufenen Pressekonferenz, auf der er zum Rundumschlag nicht nur gegen die Ermittler, sondern auch gegen den Fußball-Weltverband FIFA und dessen Chef Gianni Infantino ausholte.


Zwanziger: "Ganove Bin Hamman"

"Das alles hat mit Rechtsstaatlichkeit nichts zu tun. Ich bin dreieinhalb Jahre wie eine Sau durchs Dorf getrieben worden. Die deutschen und die Schweizer Strafverfolgungsbehörden haben versagt. Das sind keine Ermittlungen, das sind Märchen", wetterte Zwanziger. Der 74-Jährige sagte weiter: "Der Verwendungszweck der Zahlung an den Ganoven Bin Hammam ist nicht geklärt. Das hätte zwingend die Einstellung des Verfahrens nach sich ziehen müssen."

Einmal in Rage, legte Zwanziger nach. "Die FIFA ist ein kommerzielles Zirkus-Unternehmen. Sie könnte Bin Hammam zur Aussage zwingen und Licht ins Dunkel bringen. Aber die FIFA und Infantino schweigen und kungeln mit der Schweizer Bundesanwaltschaft. Das ist Kumpanei auf höchster Ebene", äußerte der 74-Jährige: "Das wird auf dem Rücken der Beschuldigten ausgetragen. Das ist ein Skandal."

Vorwurf: Arglistig Täuschung über Zahlungszweck


Die Schweizer Bundesanwaltschaft hatte in der Vorwoche nach jahrelangen Ermittlungen und nur wenige Monate vor Verjährungsfrist Anklage gegen die Ex-DFB-Funktionäre Zwanziger, Horst R. Schmidt und Wolfgang Niersbach sowie den ehemaligen FIFA-Generalsekretär Urs Linsi erhoben.

Dem Quartett wird vorgeworfen, den Präsidialausschuss des WM-Organisationskomitees 2006 über den eigentlichen Zweck einer Zahlung in Höhe von 6,7 Millionen Euro im April 2005 vom Deutschen Fußball-Bund an den Weltverband FIFA arglistig getäuscht zu haben.

"Die Ermittler sprechen davon, über den Verwendungszweck des Geldes zu spekulieren. Darauf kann man keine Anklage stützen", sagte Zwanziger am Dienstag.

Zwanziger: "Ich werde nicht verurteilt"

Zugleich wies er die Vorwürfe der Steuerhinterziehung, die die Staatsanwaltschaft Frankfurt gegen Zwanziger, Schmidt und Niersbach erhoben hatte, erneut zurück. In dieser Causa hatte das Landgericht Frankfurt im Oktober 2018 die Eröffnung eines Hauptverfahrens abgelehnt. Über eine Beschwerde der Staatsanwaltschaft gegen diese Entscheidung hat das Oberlandesgericht Frankfurt bisher noch nicht entschieden. Zwanziger betonte in beiden Fällen seine Unschuld und prophezeite: "Ich werde nicht in Deutschland verurteilt und nicht in der Schweiz."

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