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Ruhpolding zählt auf Mutter Natur

Sport - Ruhpolding zählt auf Mutter Natur

Ab Mittwoch treffen sich die besten Biathleten zum zweiten Mal binnen weniger Tage in der Chiemgau-Arena. Dort wollen die Frauen an ihre zuletzt starken Ergebnisse anknüpfen.

Beitragslänge:
1 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 09.01.2017, 00:00

Sechs Biathlonrennen haben die Weltcup-Organisatoren in Ruhpolding gerade hinter sich, sechs weitere liegen vor ihnen. Beim zweiten Durchgang ab Mittwoch könnten die Oberbayern von Mutter Natur unterstützt werden – trotzdem lauern noch witterungsbedingte Gefahren.

Claus Pichler ist in diesen Tagen im Dauereinsatz. Kaum ist das Zusatzprogramm in seiner Gemeinde glücklich über die Bühne gegangen, kreisen die Gedanken des Ruhpoldinger Bürgermeisters bereits um den nächsten Biathlon-Weltcup. Diesmal den richtigen, den der 6800-Seelen-Ort in den Chiemgauer Alpen Jahr für Jahr in der ersten Januarhälfte veranstaltet.

Fourcade applaudiert
Am Mittwoch geht es mit dem Einzel der Männer los – oder vielmehr: weiter. Bei der Ersatzveranstaltung für den ausgefallenen Weltcup von Oberhof sind Pichler, der zugleich Organisationschef ist, und seine Mitarbeiter schon mal glimpflich davongekommen: Vor allem die Frauen, die jeweils das Pech der späteren Startzeit hatten, plagten sich durch den tiefen, aufgeweichten Kunstschnee. Der befürchtete Regen aber ging nur beim Jagdrennen der Biathletinnen am Samstag über der Strecke nieder. „Ich glaube, heute ist jeder von uns ein paar Jahre gealtert“, mutmaßte Lokalmatador Andreas Birnbacher nach der Verfolgung jedoch auch im Namen der Herrschaften. Halb so wild, hielt Supermann Martin Fourcade dagegen: „Es war zwar wirklich warm draußen. Aber wir müssen den Leuten hier applaudieren für alles, was sie getan haben.“

Achtung: Echter Schnee
Solche Komplimente hört Claus Pichler gern, doch als Ur-Ruhpoldinger ist er weiterhin auf Überraschungen gefasst. Für die zwei freien Tage ist ergiebiger Regen vorhersagt, ab Mitte der Woche soll in der oberbayerischen Biathlon-Hochburg dann ein selten gewordenes Naturschauspiel zu bewundern sein: Schnee! Und zwar richtiger – der vom Himmel herab segelt und nicht aus irgendwelchen Depots herangekarrt oder in sündhaft teuren Schneefabriken produziert werden muss.

Pichler, ein baumlanger Kerl mit Trachtenhut auf dem Kopf, bekommt leicht glänzende Augen bei diesem Ausblick. „Es bleibt spannend mit dem Wetter“, bremst er gegenüber zdfsport.de seine Euphorie gleich ein, sagt: „Bisher gibt es keine Bedenken, dass wir auch den zweiten Weltcup gut über die Bühne bringen. Die Kunstschneemenge ist ausreichend. Aber was ist am nächsten Wochenende? Ich kann mich zum Beispiel an Stürme erinnern, mit denen wir hier im Januar zu kämpfen hatten.“

Sportliche Herausforderung
In diesem Jahr war der Gegner bislang allein der fehlende Schnee. Schon im November begannen Helfer damit, die ersten 3000 der 15000 aus dem vorigen Winter hinübergeretteten Kubikmeter Kunstschnee auf die Strecke zu schaufeln. Aus dem nahegelegenen Reit in Winkl und dem österreichischen Hochfilzen kamen weitere Ladungen. Die Schneekanonen des DSV taten ein Übriges.

Eine Halle, in der die künstliche weiße Pracht für die immer häufigeren Notfälle deponiert werden kann, ist seit November auch in Oberhof fertig. Damit sollen künftige Absagen im Thüringer Wald verhindert werden. Der Respekt vor den Tücken der Natur aber bleibt bestehen, gerade bei Claus Pichler. „Wenn kein Wind kommt, schaut’s gut aus. Aber wir sind eine Freiluftsportart“, blickt Ruhpoldings Biathlonchef dem zweiten Weltcup-Aufguss anno 2016 entgegen und grinst: „Wir geben unser Bestes. Denn das hier zu schaffen – auch das ist eine sportliche Herausforderung.“

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