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Zwischen Zukunftsangst und Rückrunden-Wunder

Trainer Konrad Fuenfstueck vom 1. fc Kaiserslautern

Sport - Zwischen Zukunftsangst und Rückrunden-Wunder

Die 1.Liga spielt auch finanziell gesehen in einer ganz anderen Liga. Das zeigt schon der Vergleich mit der zweiten Bundesliga.

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Neuanfang oder Anfang vom Ende? Der 1. FC Kaiserslautern steht nach der beschlossenen Trennung von Klub-Ikone Stefan Kuntz vor einer ungewissen Zukunft. Für Zuversicht können derzeit nur Siege des Profi-Teams sorgen.

Ein Sieg heute zum Zweitliga-Rückrunden-Auftakt  gegen Union Berlin könnte eine kleine Euphorie-Welle auslösen. Daran glauben zumindest einige Anhänger des 1. FC Kaiserslautern. Vielleicht ist die abgegriffene Fußball-Strategie, von Spiel zu Spiel zu denken, wirklich das beste Mittel gegen die Sinn- und Führungskrise, die der FCK durchlebt. RB Leipzig und der SC Freiburg scheint auf dem Weg in die Bundesliga keiner aufhalten zu können, das erhoffte „Pfälzer Wunder“ wäre Platz drei und Relegationsspiele gegen den Bundesliga-Drittletzten.

Sinn- und Führungskrise

Selbst dahin aber ist der Weg mühsam. Und: Nicht jeder ist zuversichtlich. Für die Berlin-Partie sind erst knapp 22 000 Karten abgesetzt. Zuschauer-Rückgang in der Pfalz? Das war dort schon immer ein Alarmzeichen. Insgesamt liegt der FCK 5000 Zuschauer pro Spiel hinter den Erwartungen.

Während der Klub Schüsselpositionen wie die des Vorstandsvorsitzenden (Kuntz) und des Sportdirektors (Markus Schupp) neu besetzen muss, kämpft FCK-Trainer Konrad Fünfstück gegen die Heimschwäche (nur drei Siege in neun Spielen) seiner Elf an. Als gelte es laut in den dunklen Keller sagt Fünfstück: „Unser Job ist es, Fußball zu spielen, darauf konzentrieren wir uns.“

Heikle Fragen

Dass die Führungskrise bei Coach und Team Spuren hinterlässt, bestreitet Fünfstück dennoch nicht. „Das ist doch klar, dass das bei uns ein Thema ist“, sagt Fünfstück. Der Rest des Vereins muss derweil die heikle Frage klären, ob die bevorstehende Trennung von Kuntz zu einem Re-Start wird oder sich zur Dauerkrise ausweitet? Kuntz soll zwar bei einem „geregelten Übergang“ helfen, das „Konzept Kuntz“ (ein starker Mann an der Spitze, der fast alles regelt) jedoch hat ausgedient.

Matthias Abel
Matthias Abel Quelle: Imago

„Ziel ist es die Aufgaben auf mehrere Schultern zu verteilen. Wir sind in Gesprächen mit Kandidaten und entscheiden dann wie wir weiter vorgehen“, sagt FCK-Aufsichtsrat Mathias Abel. Die avisierte Neuausrichtung muss der FCK im Schwebezustand angehen. Neben ungeklärten Führungsfragen wird die Planung für die neue Saison zum Kraftakt.

Schließlich lässt sich nicht prognostizieren, wo der FCK am Ende landet. Die Platzierung aber hat Auswirkungen auf TV-, Zuschauer- und Sponsoring-Einnahmen. Wenn es schlecht läuft, kassiert der FCK über eine Million weniger. Schon jetzt ist ein Rückgang zu verzeichnen. Wegen der unsicheren Finanzlage lehnte der Aufsichtsrat zuletzt von Kuntz gewünschte  Winter-Transfers ab, was zum endgültigen Bruch führte. Kuntz` Wunschkandidat, Innenverteidiger Emanuel Pogatetz, spielt nun übrigens im Trikot von Union Berlin.

Abel vorsichtig

Wenn es um Zukunftsprognosen geht, gibt sich Ex-FCK-Profi Abel vorsichtig. „Wir wollen gestärkt aus der Situation hervorgehen“, sagt Abel. „Was Strukturen angeht, gibt es Ideen, aber wir setzen uns selbst nicht unter Zeitdruck“, so Abel. Ernsthaft Sorgen um die Zukunft aber macht sich der 34-Jährige nicht: „Ich sehe uns auf einem guten Weg. Mit einer überragenden Rückrunde besteht auch sportlich immer eine Chance“.

Wohin der Weg des FCK endgültig führt, kann in der Pfalz keiner sagen. Sollte die erhoffte „überragende Rückrunde“ ausbleiben, muss sich der Klub wohl dauerhaft auf eine Mitläufer-Rolle in der zweiten Liga einrichten. So aber lässt sich der Ruf des einst bedeutenden Fußballstandorts Kaiserslautern kaum aufpolieren. Im Gegenteil. Für manchen käme ein derartiges Szenario dem nächsten Schritt in die Bedeutungslosigkeit gleich.

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