Last-Minute Weihnachts-Shopping

Geschenke-Schnäppchen vor dem Fest?

Verbraucher | Volle Kanne - Last-Minute Weihnachts-Shopping

In den letzten Tagen vor Weihnachten erwartet der Handel nochmal einen großen Ansturm. Lassen sich kurz vor dem Fest noch Geschenke-Schnäppchen machen?

Beitragslänge:
4 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 21.12.2017, 09:05

Wer jetzt noch kein Geschenk hat, steht vor der Entscheidung: Noch auf den letzten Drücker etwas besorgen oder lieber einen Gutschein verschenken, der im neuen Jahr entspannt eingelöst wird? Die Chance für Schnäppchen zumindest sind kurz vor dem Fest nicht mehr besonders günstig. „Die Händler wissen, dass die Leute, die jetzt noch kommen, unter Druck stehen, kaufen zu müssen, also eher bereit sind einen hohen Preis zu zahlen. Außerdem ist es erfahrungsgemäß so, dass man mit günstigen Preisen jetzt keinen mehr dazu bringt, etwas zusätzlich zu kaufen“, erklärt Professor Michael Schleusener von der Hochschule Niederrhein.

Viele Rabattaktionen - wie der Black Friday - seien schon frühzeitiger gelaufen, so Schleusener: „Gerade online, aber auch im stationären Handel, versuchen die Händler, Umsatz so früh wie möglich zu machen und sozusagen der Konkurrenz wegzuschnappen.“
Hinzu kommt: So kurz vor Weihnachten sind manche Artikel schon ausverkauft – möchte man etwas Bestimmtes haben, kann das zum Problem werden.


Nicht jeder Rabatt ein Schnäppchen


Egal ob vor den Feiertagen oder im neuen Jahr: Nicht alles, was mit Rabatten beworben wird, ist tatsächlich auch ein Schnäppchen. Daher lohnt es sich, genau hinzusehen und zu vergleichen – anstatt bei Rabatten von 20 oder gar 50 Prozent unbedacht zuzuschlagen. Denn häufig handele es sich eher um „Scheinschnäppchen“, so der Wirtschaftsprofessor.

Denn oft weiß der Kunde gar nicht, auf welchen Ausgangswert sich die Prozente beziehen. Dies ändere sich aber aufgrund von Internet-Vergleichsportalen zunehmend, so Schleusener. Sein Tipp: „Entspannt bleiben, in Ruhe vergleichen, sich nicht hinreißen lassen, sofort zu kaufen. Im Einzelfall kann man mit dieser Strategie etwas verpassen. Die Wahrscheinlichkeit, dass man häufig eher mehr bezahlt, ist allerdings höher.“


Geschickte Psycho-Tricks

Nicht nur mit Rabatten versuchen die Händler die Kunden zu locken. Allein schon durch die Platzierung eines Produktes wird dessen Preis unterschiedlich wahrgenommen: Liegt ein Pullover für 100 Euro zwischen Pullovern, die 150 und 200 Euro kosten, kommt er einem günstig vor. Den umgekehrten Effekt erzielt man, wenn der gleiche Pulli zwischen 50- und 70- Euro-Produktion ausliegt.

Wenn im Supermarkt viele Paletten mit derselben Ware da stehen, denkt der Kunde: Das muss raus, dann ist es jetzt wohl besonders billig. „Warendruck erzeugen“, nennt der Experte diese Strategie. Selbst Kunden, die mit einer klaren Vorstellung davon, was sie haben möchten, in ein Geschäft kommen, lassen sich mit psychologischem Geschick bisweilen umstimmen: „Zeigt der Händler zuerst das ‚Top-Produkt‘, dann erlebt der Kunde mit dem, was er eigentlich wollte einen ‚Verlust‘ und ist eher bereit ein höherwertiges Produkt zu kaufen“, erklärt Schleusener.

Online-Handel macht Schule


Der Online-Handel setzt zunehmend Standards auch für die Einzelhändler – zum Beispiel mit Blick auf Lieferzeiten. Die Kunden haben ihre Erwartungshaltung geändert: Alles muss sofort verfügbar sein.

Ein weiteres wichtiges Feature: die Rezensionen anderer Käufer. „Selbst stationäre Händler holen sich deshalb schon Amazon-Bewertungen auf Plakaten in den Laden, zum Beispiel auf elektronische Preisschilder. Denn die Bewertungen nutzen mittlerweile vielen als Hilfe für die eigene Kaufentscheidung. Grundsätzlich gilt: „Ein Produkt muss eine Mindestanzahl von Rezensionen haben, dann wird es deutlich besser verkauft“, so Schleusener. Es sei außerdem deutlich besser, wenn ein Produkt 4.5 statt 5 Sterne habe, da Kunden das nicht für glaubwürdig hielten.


Handeln kann sich lohnen

Mit dem Internet-Preis als Argument kann man auch beim stationären Händler verhandeln. „Man gibt dem Händler eine Chance, statt einfach den Laden zu verlassen ohne zu kaufen“, findet Michael Scheuseler. Manch ein Einzelhändler mag darauf unwirsch reagieren, andere gehen beim Preis der Online-Anbieter mit – oder erklären, warum ihre Leistung oder ihr Produkt besser ist; wieder andere geben statt einem Preisnachlass zum Beispiel Extra-Zubehör oder Serviceleistungen. Ganz kurz vor Weihnachten dürfte das Handeln allerdings schwierig sein: Schließlich wissen die Händler, dass das Geschenk vor allem rechtzeitig unter dem Baum liegen soll.

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