Erholung statt Ärger

Tipps für einen ungetrübten Urlaub

Verbraucher | Volle Kanne - Erholung statt Ärger

Vom Check-in bis zum Abflug - Rechtsanwalt Kay P. Rodegra erklärt, wie man Ärger im Urlaub vermeiden kann und hat Tipps für stressfreies Reisen.

Beitragslänge:
4 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 12.07.2017, 14:00

Eines kann man im Urlaub gar nicht brauchen: Ärger, denn der macht die Erholung zunichte. Wie man Ärger auf Reisen vermeiden kann, weiß Rechtsanwalt und Reiserechtsexperte Kay Rodegra.

Viele Verbraucher sind heutzutage aufgeklärt und wissen, dass sie Mängel im Hotel dokumentieren müssen, um Geld zurück zu bekommen und dass sie Anspruch auf Kostenerstattung haben, wenn Bahn oder Flieger verspätet sind. Einige Dinge jedoch sind noch nicht allen bekannt – zum Beispiel: Dass man sich in einer langen Warteschlange beim Sicherheits-Check bemerkbar machen muss, wenn die Zeit knapp wird und nicht still warten sollte, bis der Flieger abhebt. Viele wissen auch nicht, dass man sich relativ schnell und für wenige Euro am Flughafen Ersatzdokumente ausstellen lassen kann, wenn man erst dort merkt, dass Reisepass oder Personalausweis abgelaufen sind. Diese Dokumente werden allerdings nicht von allen Ländern akzeptiert.

Tipp 1: Änderung der Flugzeiten

Immer wieder werden Flugzeiten verschoben. Oft handelt es sich nur um ein bis zwei Stunden, wenn man aber Pech hat, geht durch die Verschiebung ein ganzer Urlaubstag flöten. Das Gute: Flugzeitänderungen muss man nicht in jedem Maß hinnehmen. „Bei gravierenden Flugzeitänderungen ab drei bis vier Stunden oder gar Verschiebung in die Nacht teilen Sie dem Reiseveranstalter so schnell wie möglich mit, dass Sie mit der Verlegung der Flugzeiten nicht einverstanden sind. Dann können Sie hinterher gegebenenfalls eine Preisminderung einfordern“, rät Reiserechtsexperte Kay Rodegra.

Tipp 2: Warten am Flughafen

Lange Warteschlangen bei den Sicherheitskontrollen sind ärgerlich. „Besteht die Gefahr, dass man sogar den Flug verpassen könnte, muss man sich bemerkbar machen, sonst besteht hinterher kein Anspruch auf Erstattung oder Ersatzflug“, so der Experte.

Beim Check-in dagegen ist die Airline in der Pflicht und muss dafür sorgen, dass alle Passagiere, die sich pünktlich in der Warteschlange angestellt haben, mitgenommen werden. Rodegra: „Um im Zweifelsfall beweisen zu können, dass man rechtzeitig angestanden hat, am besten mit der Kamera in einem Rutsch einen Schwenk über Anstehende und eine öffentliche Uhr machen sowie Telefonnummern mit Zeugen austauschen.“

Tipp 3: Ungültige Papiere

Warteschlange am Check-In
Pflicht der Airline: Wer zeitig beim Check-in war, muss mitgenommen werden.

Wer erst am Flughafen merkt, dass sein Reisedokument abgelaufen ist, hat noch eine Chance: Bei der Bundespolizei am Flughafen gibt es gegen Vorlage eines Personalausweises oder Reisepasses mit Lichtbild unter Umständen einen Ersatz. Der Behelfsausweis kostet acht Euro und ist einen Monat lang gültig. Die Bundespolizei stellt Ersatzdokumente nur für Länder aus, die diese generell akzeptieren – dennoch gibt es keine Einreise-Garantie.

Tipp 4: Versprochen ist versprochen

Versprochen ist versprochen: Wer eine Packeis-Kreuzfahrt gebucht hat, sollte auch mehr als ein paar Eisklümpchen zu sehen bekommen. Was der Reiseveranstalter ausdrücklich zusichert, kann auch eingefordert werden. Daher: Bei der Reisebeschreibung genau auf Einschränkungen achten. Formulierungen wie „mit fast 100-prozentiger Wahrscheinlichkeit“ oder „mit etwas Glück“ bedeuten, dass kein Anspruch auf Entschädigung besteht, wenn es nicht so kommt.

Tipp 5: Pauschalreisen übertragen

Kann man eine Pauschalreise nicht antreten und hat keine Reiserücktrittskostenversicherung, gibt es einen Rettungsanker: „Pauschalreisen können in den meisten Fällen verschenkt, versteigert oder verkauft werden. Fallen wegen der Umschreibung Kosten an, darf der Veranstalter diese in Rechnung stellen. Meist liegen diese zwischen 20 und 50 Euro. Beim Weiterverkauf einer Reise werden nur die Namen geändert. Darum müssen Zeitraum, Personenzahl und Abflughafen genau passen“, erläutert Rechtsanwalt Rodegra. Es gibt nur wenige Ausnahmen – wie beispielsweise ein Rentner, der einen Platz bei einer Jugendfreizeit übernehmen soll – die der Veranstalter mit gutem Grund ablehnen kann.

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