Ärger mit dem Ferienhaus-Vermittler

Was tun, wenn man einem Betrüger aufgesessen ist?

Verbraucher | Volle Kanne - Ärger mit dem Ferienhaus-Vermittler

Internetseiten, die Ferienhäuser vermitteln, leiten Buchungsanfragen meist an Privatpersonen weiter. Betrüger haben somit leichtes Spiel. Michael Terhaag erklärt, wie man sich schützen kann.

Beitragslänge:
4 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 09.03.2017, 14:00

Wer ein Ferienhaus übers Internet bucht und dazu Vermittler-Plattformen benutzt, muss auf der Hut sein. Denn ist ein Objekt gefunden, werden die Verbraucher nach der Buchungsanfrage an eine Privatperson, den Vermieter, weitergeleitet. Kriminellen Machenschaften ist dann Tür und Tor geöffnet.

Ob ein Angebot einer solchen Vermittler-Plattform für Ferienhäuser oder Wohnungen sicher ist oder nicht, können Verbraucher nur sehr schwer feststellen. Denn es kann immer sein, dass sich hinter so einer Seite ein Krimineller verbirgt, der beispielsweise Vorkasse verlangt, aber nie wirklich vorhatte, ein Objekt zu vermieten. Andere spähen Passwörter aus oder stellen gefälschte Angebote mit nicht existenten Feriendomizilen ein.

Um für mehr Sicherheit zu sorgen, raten die Vermittler auf ihren Plattformen, mit dem Vermieter telefonischen Kontakt aufzunehmen. So kann man sich zumindest einen ersten Eindruck verschaffen. Ist keine Telefonnummer hinterlegt, sollte man diese entweder vom Vermieter per E-Mail erfragen – oder sich direkt an den Plattform-Betreiber wenden. Ein Problem dabei kann allerdings die Sprachbarriere sein.

Keine Haftung

Wenn man einem Betrüger aufgesessen ist, kann man nicht damit damit rechnen, dass die Vermittler-Plattform für ihre Kunden eintritt. Diese sehen sich bei Betrugsfällen nämlich in einer sehr komfortablen Lage: Sie haften nicht für die Angebote der Vermieter auf ihrer Plattform. Immerhin: Viele Plattformen geben eine Garantie, dass ihre Kunden bei Internetbetrugsfällen zumindest teilweise abgesichert sind.

Wer in Deutschland bucht, kann davon ausgehen, dass in den allgemeinen Geschäftsbedingungen nichts Überraschendes steht, denn hier gilt deutsches Verbraucherrecht. Anders ist es in den USA. Dort können Verbraucher deutlich stärker belastet werden. Deshalb gilt: Wer in den USA oder im sonstigen außereuropäischen Ausland bucht - in einer fremden Sprache, in einer fremden Währung - der sollte unbedingt einen Blick in die allgemeinen Geschäftsbedingungen werfen.

Geld zurück?

Der kritischste Punkt im Verlauf einer Buchung ist das Zahlverfahren. Zur Verfügung stehen in der Regel Vorkasse, Überweisung, Bezahlung per Kreditkarte oder ein sogenannter Bargeldtransferdienst. Generell wird vor Vorkasse gewarnt, besonders ins osteuropäische Ausland. Aber auch bei Zahlungen mit Überweisung ist Vorsicht geboten, diese kann man in der Regel nicht mehr zurückholen. Und auch bei Zahlungen mit Kreditkarten gibt es keine hundertprozentige Sicherheit.

Ganz unvorteilhaft sind Bargeld-Transferdienste. Internet-Plattformen warnen auf ihren Seiten davor, diese zu benutzen. Denn Internet-Kriminelle missbrauchen mit Vorliebe Bargeld-Transferdienste wie Western Union, Money Gram oder RIA. Dort kann man sich Geld anonym schicken lassen. Die Abholung erfolgt mithilfe einer Codenummer. Die Zahlung kann gestoppt werden, wenn man schnell genug von dem Betrug erfährt. Die Bargeld-Transferdienste bieten Hotlines an, mit denen man diese Codes dann sperren kann.

Buchung über Agenturen sicherer

Wer bei der Buchung von Ferienhäusern oder -wohnungen auf Nummer sicher gehen will, der wählt eine Agentur in Deutschland oder in der Europäischen Union. Denn dort gilt das europäische Pauschalreiserecht. Das bedeutet, dass der Agenturbetreiber dafür einstehen muss, dass beispielsweise die Wohnung frei und in einem ordentlichen Zustand ist - allerdings kosten die Wohnungen und Häuser häufig ein bisschen mehr.

Wichtig ist dabei darauf zu achten, dass man am Ende nicht doch noch mit einer Privatperson zu tun hat. Wird nämlichder Name der Privatperson genannt, dann deutet das auf eine Vermittlung hin. Bei Vermittlungsportalen ist es so, dass man als Vermittler nicht haftet.

Um unser Web-Angebot optimal zu präsentieren und zu verbessern, verwendet das ZDF Cookies. Durch die weitere Nutzung des Web-Angebots stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Näheres dazu erfahren Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Gemerkt! Merken beendet Bewertet! Bewertung entfernt Abonniert! Abo beendet