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Herbstfärbung mit Ahorn

Ahornkunde von Anja Koenzen

Mit seiner oft spektakulären Herbstfärbung ist der Ahorn der Baum des Indian Summers in Nordamerika. In Kanada hat er es auf die Nationalflagge geschafft und in China gilt er als Symbol für Amtswürde. Gartenexpertin Anja Koenzen stellt den Ahorn vor.

Beitragslänge:
6 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 10.10.2020

Fast jedes Kind kennt ihn, zumindest seine Flügelfrüchte, die man sich zum Spaß auf die Nase setzen kann. Von den 150 bis 200 Arten weltweit sind vor allem die asiatischen Ahorne besonders edel und zierend. Aber auch die drei in Deutschland heimischen Arten haben ihre Qualitäten.

Heimische Ahorne

Während der Bergahorn und der Spitzahorn für viele Gärten zu groß werden, bietet sich der schnittverträgliche Feldahorn für Hecken an und ist gerade auch mit Blick auf die Vogelwelt empfehlenswert zu pflanzen. Er lässt sich auch zu Formgehölzen ausbilden. Seine Blüten locken Insekten an und bieten ihnen Nahrung, an seinen Früchten erfreuen sich die Vögel und sein dichtes Laub, das sich im Herbst goldgelb verfärbt, ist eine echte Augenweide.

Er kommt sowohl mit phasenweisen Überschwemmungen klar (für eine Dauer von höchstens vier bis sechs Wochen) als auch mit extremen Trockenheitsperioden. Dazu kommt der Vorteil, dass er sehr unempfindlich gegenüber Streusalz sowie höheren Temperaturen und Ozonwerten ist. Für die Gartengestaltung wurden beim Feldahorn besondere Formen gezüchtet. So hat ‚Carnival‘ weiß panaschierte Blätter, die im Austrieb an den weißen Stellen rosa gefärbt sind. Eine kompakte, kegelförmige Krone bildet ‚Elsrijk‘ aus und wird meist sechs bis zwölf Meter groß. Besonders schwach und kugelförmig wächst der Kugelfeldahorn ‚Nanum‘, der meist als veredelter Hochstamm erhältlich ist. Es gibt auch leicht rotlaubige Sorten wie die Sorte ‚Annae‘.

Fächerahorn mit intensiven Farben

Fächerahorn
Fächerahorn
Quelle: imago/Westend61

Vor allem der Fächerahorn (Acer palmatum) – ursprünglich aus Japan, Korea und China stammend – ist besonders beliebt, vor allem wegen seiner meist grazilen Form und der intensiven Herbstfärbung. Über 300 Sorten des Acer palmatum werden als architektonische Elemente und Highlights in der Landschaftsarchitektur verwendet.

In Japan ist er der wichtigste Baum der traditionellen Gartengestaltung und kündigt den Herbst an. Dort werden vornehmlich die ursprünglichen grünen Sorten gepflanzt. Den Fächerahorn findet man auch häufig in der Bonsaikunst. Aus dieser Verbindung gingen auch viele gezüchtete Sorten hervor: Je nach Sorte haben die Blätter mehr Finger, sind stärker geschlitzt, besitzen eine andere Farbe (teils auch nur zu bestimmten Jahreszeiten) oder die Rinde ist rauer als gewöhnlich.

Ahorn schneiden

Rinde des Zimtahorns
Rinde des Zimtahorns
Quelle: imago/blickwinkel

Nahezu alle Ahorn-Sorten haben einen starken Saftfluss, der nur im Herbst für kurze Zeit geringer ausfällt. Schneidet man Ahorn zum falschen Zeitpunkt, kann der Baum regelrecht „ausbluten“. Die beste Zeit für einen Rückschnitt ist der Herbst, wenn das Wetter noch mild und trocken ist – ohne starken Sonnenschein und auch ohne Frost. Bei einigen Ahornen steigt bereits im Januar der Saftdruck an, sodass bis maximal Mitte Januar geschnitten werden sollte.

Ausnahmen von dieser Schnittregel sind zum einen der Feldahorn oder der Schlitzahorn. Schlitzahorn sollte am besten im Frühling kurz vor Austrieb der Blätter geschnitten werden. Feldahorn kann mehrmals im Jahr (am besten im Herbst/frühen Frühjahr und im Sommer) geschnitten werden, damit er ein dichtes Blattwerk ausbilden kann.

Astern als Begleiter

Astern sind robust und pflegeleicht und es gibt sie in verschiedenen Farben und Höhen. Unterschieden wird bei den Astern vor allem zwischen Glattblatt-Astern und Raublatt-Astern, letztere haben samtig behaarte Blätter und die Blüten schließen sich nachts, während die Blüten der Glattblatt-Astern offen bleiben. Raublatt-Astern schließen die Blüten auch in der Vase, weshalb sie für den Schnitt nur bedingt geeignet sind.

Astern gibt es für nahezu jede Jahreszeit im Garten, manche blühen ab Mai, andere im Hochsommer und viele erst im September und Oktober. Es gibt sie für jeden Standort – selbst im trockenen Schatten von Häusern wächst beispielsweise die Waldaster (Aster divaricatus) und auch für den oft schwierigen Standort zu Füßen große Bäume können Astern die Lösung sein. Die Herbstblüher tragen meist mehrere Blütenköpfchen auf verzweigten Stängeln. Mit der Zeit werden Astern blühfaul. Um dem Entgegenzuwirken sollten sie alle drei bis vier Jahre geteilt werden – dadurch wird die Pflanze verjüngt und zu besserer Blütenbildung angeregt.

Ahorn als Nutzpflanze

Ahorn wird zur Holzgewinnung genutzt. Vor allem in Nordamerika und Kanada wird auch Ahornsirup daraus hergestellt: Aus dem Stamm des Zucker-Ahorns (Acer saccharum) und vereinzelt auch des Schwarz-Ahorns (Acer nigrum) und des Rot-Ahorns (Acer rubrum) kann man Ahornsirup gewinnen. Zur Gewinnung des Saftes wird der Stamm einmal im Jahr im Frühling angeritzt oder angebohrt, sobald die Bäume ihren Saft mit den Nährstoffen aus den Wurzeln zu den Blattknospen hochsteigen lassen. Das ist der Fall, so lange die Temperaturen in der Nacht knapp unter dem Gefrierpunkt und am Tag knapp darüber liegen.

Aus dem wässrigen Ahornsaft wird nach dem Ernten durch Erhitzen Ahornsirup gewonnen, der botanisch auch als Phloemsaft oder Xylemsaft bezeichnet wird. Beim Kochen des Ahornsaftes entsteht durch die Karamellisierung des Zuckers das typische Aroma des Ahornsirups und die Farbe. Je heller der Ahornsirup ist, umso früher wurde der Ahornsaft abgezapft, umso weniger unerwünschte Inhaltsstoffe sind enthalten und umso milder und hochwertiger ist er. Ahornsirup schmeckt süßlich-karamellartig und wird als natürliche Alternative zu Honig oder Stevia verwendet.

Von Mitte Februar bis Anfang April sprießen im Bodenlaub um die Pflanze herum Ahornkeimlinge. Sie können gesammelt und roh gegessen werden, bevor sie erste feine Blätter ausbilden (also zu Sämlingen werden). Die frischen Keimsprossen besitzen einen herben, kräftigen Geschmack und sind reich an Inhaltsstoffen.

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