Blumenzwiebeln mit viel Kraft

Amaryllis macht den Winter bunter

Verbraucher | Volle Kanne - Blumenzwiebeln mit viel Kraft

Amaryllen haben eine lange Blütezeit und verschönen mit ihren unterschiedlichen Farben und Blütenformen den tristen Winter. Gartenexperte Elmar Mai gibt Tipps zur richtigen Pflege.

Beitragslänge:
7 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 06.01.2017, 10:01

Die meisten denken bei Amaryllis nur an dunkelrote oder weiße Blüten. Dabei gibt es sie auch in rosafarbenen und gelben Tönen, mit zweifarbigen, gefüllten Blüten oder mit farbigen Rändern. Gerade zur kalten Jahreszeit bietet der Handel weit über 30 Amaryllissorten an.

Amaryllen haben eine lange Blütezeit. Es sind aber nicht etwa die gleichen Arten, sondern Abkömmlinge von ganz verschiedenen Wildformen. Die Amaryllis kommt mit vielen Arten in Südamerika vor und blüht in den Monaten, in denen auf der Südhalbkugel Sommer oder Herbst ist, bei uns aber Winter oder Frühjahr. Diese jahreszeitlichen Unterschiede haben sich Züchter zu Eigen gemacht und Formen geschaffen, mit denen man die Blütezeit fast auf ein halbes Jahr strecken kann.

Neben den verschiedenen Blütenfarben und -formen gibt es Riesen und Zwerge, unter den spät blühenden Sorten finden sich relativ viele Mini-Formen, die sich besonders gut für schmale Fensterbänke eignen.

So erkennt man Qualität

Rote Amaryllis
Die rote Amaryllis ist äußerst beliebt.

Grundsätzlich gilt: Je größer die Zwiebel, umso besser die Qualität. Aber die Zwiebelgröße ist sortenspezifisch unterschiedlich. Man kann also nicht Zwiebeln verschiedener Sorten vergleichen.  Vielmehr ist der Preis der Zwiebeln ein Qualitätsmerkmal. Je höher der Preis, umso besser die Qualität. Man sollte also beim Kauf nicht sparen.

Da in den Zwiebeln die Kraft der vorherigen Kulturjahre als gespeicherte Energie steckt, sind dreijährige Zwiebeln zu empfehlen. Diese "Superknollen" können bis zu drei Blütenstiele hintereinander treiben. Man sollte darauf achten, dass genügend Wurzelanlagen vorhanden sind und die Zwiebel nicht "nackt" geschnitten wurde.

Der Weg zur Blüte

Drei Stunden vor der Pflanzung wird die Zwiebel in lauwarmes Wasser gelegt. Dann quellen die Wurzeln. Diese keinesfalls knicken oder anderweitig beschädigen. Abgestorbene Wurzeln unbedingt entfernen. Für die Pflanzung wird eine durchlässige humose Erde, also eine hochwertige Zimmerpflanzenerde, benötigt.

Die Hälfte der Zwiebel sollte aus der Erde herausschauen, denn sie ist sehr feuchtigkeitsempfindlich und fault schnell. Deshalb sollte die Erde auch wasserdurchlässig sein, um Fäulnis zu verhindern. Die Zwiebel bei der Pflanzung nur angießen. Erst wenn die Blütenschäfte hochschießen oder die Blätter treiben, sollte man stärker gießen. Nach fünf bis sieben Wochen - je nach Sorte - blüht die Pflanze.

Tipps vom Experten

Amaryllistrieb im Topf
Darf nicht nass stehen: Amaryllistrieb im Topf

Elmar Mai rät, mehrere Zwiebeln zu verschiedenen Zeitpunkten zu setzen, dann hat man länger etwas von der Blüte. Solange die Amaryllis blüht, ist wenig Pflege notwendig. Sie zieht alles, was sie braucht, aus der Zwiebel heraus. Mit dem Erscheinen der Blätter kann man etwas stärker gießen. Mit deutlichem Wachstum der Blätter sollte viel gedüngt werden. Amaryllis sind Starkzehrer. Hier gilt ausnahmsweise: Viel hilft viel. Damit die Amaryllis im Winter blüht, sollte sie warm und hell stehen, zum Beispiel auf der Heizung. Blüht die Pflanze, sollte sie allerdings wieder kühl stehen. Dann hält die Blüte länger.

Im Sommer kann die Pflanze ab den Eisheiligen nach draußen. Die Amaryllis sollte, da sie ein tropisches Gewächs ist, nie kälter als zehn Grad Celsius stehen und vor Schnecken geschützt werden. Ab September benötigt die Pflanze bis Oktober Ruhezeit. Am besten stellt man den Topf in einen dunklen und trockenen Keller. Lassen Sie das Laub absterben. Innerhalb dieser Ruhezeit findet die Blütenbildung statt - ohne Ruhezeit gibt es also keine Blüte. Man simuliert damit die Trockenzeit Südamerikas. Danach kann die Amaryllis umgetopft und warm gestellt werden. Die "echte" Amaryllis, die Belladonna-Lilie aus Südafrika (alle anderen heißen Hippeastrum und kommen aus Südamerika), und die Sorte Papilio müssen durchkultiviert werden. Sie sollten immer hell und kühl und im Winter in ungeheizten Räumen stehen.

Um unser Web-Angebot optimal zu präsentieren und zu verbessern, verwendet das ZDF Cookies. Durch die weitere Nutzung des Web-Angebots stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Näheres dazu erfahren Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Gemerkt! Merken beendet Bewertet! Bewertung entfernt Abonniert! Abo beendet