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Blütenrausch mit Hortensien

Die Hortensie bringt von Juni bis oft weit in den Oktober hinein Farbe in den Garten und auf den Balkon - und ist dazu noch sehr anspruchslos. Pflanzenexpertin Anja Koenzen gibt Tipps zu Pflanzung und Pflege.

Beitragslänge:
6 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 11.07.2020

Die bekanntesten Hortensien sind die klassischen Bauernhortensien. Sie blühen im Farbspektrum Rosa, Blau und Weiß mit großen, runden, manchmal auch tellerförmigen Blüten. Einige Neuzüchtungen blühen sowohl an den Trieben vom Vorjahr als auch an den neu gebildeten Trieben (also am „alten Holz“ und am „neuen Holz“), was die Blütezeit stattlich verlängert.

Auch die amerikanischen Schneeballhortensien wie „Annabelle“ mit ihren sehr großen runden Blütenbällen werden immer beliebter. Sie gibt es mittlerweile nicht nur mit weißen Blüten sondern auch in Rosa-Tönen. „Jedes Jahr kommen unzählige neue Hortensiensorten auf den Markt; ‚Runaway Bride‘ ist eine der aktuellsten Neuzüchtungen“, sagt Anja Koenzen. Sie blüht auch aus den Seitentrieben und hat einen leicht liegenden Wuchs, der gestalterisch interessant eingesetzt werden kann. Sie wird auch als Girlandenhortensie bezeichnet.

Schnitt nur selten nötig

Schneeball-Hortensie
Schneeballhortensien sind sehr beliebt.
Quelle: imago/imagebroker

Die meisten Hortensien benötigen keinen Schnitt. Sie gehören der ersten Schnittgruppe an und sollten nur schwach im Frühjahr oder in der Hochblüte zurückgeschnitten werden, um den Blütenstand zu schonen. Schneidet man sie später und zu stark, dann können Blütenknospen, die sich während der Blüte für das Folgejahr bilden, entfernt werden. Man sollte die Triebe bis zum nächsten gesunden Augenpaar zurückschneiden. „Alte abgestorbene Triebe erkennt man daran, dass deren Rindengewebe keinen gelben Farbton mehr hat“, erklärt die Pflanzenexpertin.

Hortensien der Schnittgruppe zwei werden wie klassische Sommerblüher zurückgeschnitten. Alle Triebe der letzten Saison sollten im Spätherbst oder im zeitigen Frühjahr auf kurze Stummel mit je einem Augenpaar zurückgeschnitten werden.

Schnittgruppen

Standort und Boden

Pinke Hortensie
Hortensien blühen in fast allen Rosa-Tönen.
Quelle: imago/blickwinkel

Hortensien mögen weder kalkhaltige noch trockene Standorte. Ihr lateinischer Name Hydrangea setzt sich aus den Worten „hydro“ (Wasser) und „angeion“ (Kelch) zusammen. Der Name deutet auf einen großen Wasserbedarf hin. Selbst an einem idealen Standort freut sich die Pflanze, wenn man ihr ein- bis zweimal im Jahr eine zusätzliche Portion Wasser gönnt. Kalkarmes Regenwasser ist am besten.

Halbschatten ist der perfekte Standort für Hortensien, weiß Anja Koenzen: „An einem halbschattigen Platz in einem leicht sauren, lehmig-humosen Boden, der gut die Feuchtigkeit hält, braucht die Pflanze so gut wie keinerlei Pflege.“ Aber auch in der prallen Sonne gedeihen die Pflanzen, wenn genügend gewässert wird. Dort bekommen sie sogar noch üppigere und größere Blüten.

Düngung

In einem gut vorbereiteten Boden müssen Hortensien nicht unbedingt gedüngt werden. Kompost enthält meist zu viel Kalk und ist daher nicht so gut für Hortensien geeignet. Stehen die Pflanzen im Topf, brauchen sie Nährstoffgaben. Hier eignet sich Rhododendrondünger oder spezieller Hortensiendünger. „Achten Sie beim Kauf von Hortensiendünger darauf, ob in ihm auch Alaun oder Wesilaun (Aluminiumsulfat) enthalten ist. Dies sorgt dafür, dass Pflanzen mit rosafarbenen Blüten zu blauen Blüten umgefärbt werden.“ Ist ein Umfärben der Blüten nicht erwünscht, sollte in dem Dünger kein Alaun enthalten sein.

Blüten umfärben

Prächtige Hortensien
Alaun und ein saurer Boden färben die Blüten blau.
Quelle: imago/blickwinkel

Fast alle blau blühenden Hortensien sind eigentlich rosafarben blühende Pflanzen, die den Farbstoff Delphinidin enthalten, der mithilfe aluminiumhaltiger Dünger die Blaufärbung hervorruft. Dies funktioniert aber nur auf sauren Böden mit einem pH-Wert von 4 bis  4,5. Nur dann können die Pflanzen Aluminium aufnehmen; bei einem höheren pH-Wert wird Aluminium gebunden. „Die Zauberformel, die die Hortensie blau färbt, lautet also: Kalialaun + saurer Boden = blaue Hortensien“, so die Pflanzenexpertin.

Da schwere Böden von Natur aus einen höheren pH-Wert haben und dabei das Aluminium nicht pflanzenverfügbar ist, wird das Blaufärben hier wenig erfolgversprechend sein, sagt Anja Koenzen. „Wenn Sie es bei einem leichteren Boden versuchen möchten, dann besorgen Sie sich im Fachhandel ein Aluminiumsulfat-Präparat. Es wird im April und September gestreut und im Sommer nochmals im 14-tägigen Rhythmus aufgelöst und gegossen, natürlich mit kalkfreiem Wasser.“

Hortensien vermehren

Hortensie in Vase
Hortensien sehen auch in der Vase toll aus.
Quelle: imago/Design Pics

Hortensien lassen sich im Frühsommer leicht über Stecklinge vermehren. „Stecklinge nimmt man von Trieben ohne Blüte. Unterhalb eines Blattpaares möglichst gerade mit einem scharfen Messer schneiden, das Blattpaar direkt darüber entfernen und die Blattmasse der verbliebenen Blätter einkürzen, damit darüber nicht zu viel Wasser verdunstet wird“, erklärt Anja Koenzen. Der Steckling wird dann in Anzuchterde gesteckt und gleichmäßig feucht gehalten. Man kann Stecklinge auch in ein Wasserglas stellen, auch dort bilden sie Wurzeln. Pflanzt man sie dann später in die Erde, kommt es allerdings häufig zu einem „Umpflanzschock“, den die neu gewonnenen Pflanzen unterschiedlich gut verkraften.

Hortensien lassen sich auch über Bodenabsenker vermehren. Dazu einen Hortensientrieb mit einer Klammer oder einem Stein so auf der Erde befestigen, dass sicherer Erdkontakt gewährleistet ist. Nach einiger Zeit bilden sich dort Wurzeln aus - der Trieb hat seine eigene Nährstoffversorgung und kann von der Mutterpflanze abgetrennt werden.

Kleines Hortensien-Einmaleins

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