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Apfelbäume pflanzen und pflegen

Äpfel zählen zu den beliebtesten Obstsorten in Deutschland, für viele gehört ein Apfelbaum unbedingt in den eigenen Garten. Pflanzenexperte Elmar Mai erklärt, wie diese prächtig gedeihen und üppig Früchte tragen.

Beitragslänge:
7 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 04.10.2019

Beliebt sind Apfelbäume, die im Container (im Topf) verkauft werden. „Containerware ist deshalb unproblematisch, weil beim Pflanzen kaum Schäden an den Wurzeln auftreten, sie könnten daher sogar jederzeit gepflanzt werden“, sagt Pflanzenexperte Elmar Mai. Der Herbst und der frühe Winter ist jedoch die ideale Zeit. Billiger und praktischer ist es, wurzelnackte Ware zu kaufen, die mit dem Laubfall der Bäume in den Handel kommt. „Diese Bäume müssen aber sofort nach dem Kauf gepflanzt werden und sowohl an der Wurzel als auch in der Krone mit einem sogenannten Pflanzschnitt versehen werden“, rät Mai. Man solle unbedingt beim Verkäufer erfragen, ob dies bereits im Gartencenter oder in der Baumschule erledigt wurde.

Standort und Abstand

„Nicht zu dicht pflanzen“, rät Elmar Mai. Die Bäume müssen so weit auseinander gepflanzt werden, dass der Wind noch gut hindurchwehen kann. Im Endzustand dürfen die Baumkronen sich nicht berühren, sonst ist der Baum krankheitsanfälliger und das Obst fault schneller. „Erfragen Sie den genauen Abstand bei der Baumschule, denn der hängt von der Sorte ab.“

Grundsätzlich kann man die Bäumchen auch im Kübel pflanzen: Damit sollte man aber besser bis zum Frühjahr warten, um das Problem der Überwinterung direkt auszuklammern. Für Balkon und Terrasse sollte man immer Containerware verwenden.

Hygiene

Fallobst
Fallobst sollte rasch entfernt werden.
Quelle: imago/localpic

Fallobst und Laub sollten sofort entfernt und in der Restmülltonne entsorgt werden. Selbst wenn das Obst durch den Wind fällt, sollte man es nicht liegen lassen. „Das sind reine ‚Schädlingszuchtanstalten‘“, erklärt Elmar Mai. Manchmal ist eine Notreife der Grund für Fallobst: Das Obst fällt, weil der Baum zu voll hängt. Es ist noch nicht ausgereift, also auch nicht essbar. Häufig sind Schädlinge im Fallobst, die längerfristig dem Baum schaden können.

Eine andere häufige Ursache für Fallobst sind Krankheiten wie Schorf oder Pilzbefall; Baumkrebs und Apfelblattläuse sind sortenabhängig. Wer sein Obst nicht spritzen will, muss unbedingt auf gesunde Sorten achten. Elmar Mai: „Solche Sorten für den kleinen Hausgarten wären zum Beispiel die schorfresistenten Sorten auf schwachwachsenden Unterlagen wie ‚Karneval‘, ‚Merkur‘, ‚Selena‘ oder ‚Galiwa‘, des Weiteren rotfleischige Apfelsorten wie ‚Baya Marisa‘, die zwar recht sauer, aber sehr vitaminreich und gesund sind und einen interessanten Saft liefern.“

Wenn der Baum keine Früchte trägt

Apfelblüte
Apfelbäume brauchen einen anderen Apfelbaum als Pollenspender.
Quelle: imago/Christian Ohde

Apfelbäume sind von Natur aus nicht selbst fruchtbar. Sie brauchen in der Regel einen anderen Apfelbaum als Pollenspender. Die Bestäubungsbiologie ist kompliziert, es kann sein, dass ein Fachmann hinzugezogen werden muss, der vor Ort die Situation begutachtet. Man sollte grundsätzlich bei erfahrenen Fachleuten in der Nähe einkaufen, die die Sorten der Region kennen und gute Empfehlungen aussprechen können.

„Oft wird die Schuld am Misserfolg bei der Ernte dem Wetter oder der Sorte in die Schuhe geschoben, in Wahrheit sind die Blüten nur nicht fruchtbar bestäubt worden“, so Elmar Mai. Eine früh blühende Apfelsorte etwa kann von einer spät blühenden nicht befruchtet werden, zudem sind viele Sorten auch untereinander nicht fruchtbar. Bei sogenannten Familienbäumen sind bereits zwei Sorten, die sich gegenseitig befruchten können und zwei verschiedene Apfelsorten tragen, auf einen Stamm gepfropft. „Mit der Zeit kann allerdings das Problem auftreten, dass eine der beiden Sorten abgestoßen wird“, so der Experte.

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