Arbeitsschutz für alle

Sicherheit fördern, Gesundheit schützen

Verbraucher | Volle Kanne - Arbeitsschutz für alle

Fachanwalt Christoph Burgmer erklärt, welche Regelungen im Bereich Arbeitsschutz gelten.

Beitragslänge:
6 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 15.01.2017, 14:00

Arbeitgeber sind gesetzlich verpflichtet, die Gefahren für Arbeitnehmer möglichst gering zu halten. Auch Büroangestellte profitieren von dieser Regelung.

Der Arbeitgeber muss dafür sorgen, dass die Sicherheit und die Gesundheit des Arbeitnehmers möglichst nicht gefährdet werden – so steht es sinngemäß im Arbeitsschutzgesetz. Weiter heißt es dort, dass für Maßnahmen, die derartige Gefahren verringern sollen, der aktuelle Stand der Technik, Medizin und Hygiene berücksichtigt werden muss.

Dieser Schutz gilt unabhängig davon, wie gefährlich der jeweilige Arbeitsplatz ist – umfasst also auch Büroangestellte. Für diese muss zum Beispiel ausgeschlossen werden, dass die Beschaffenheit von Schreibtisch, Stuhl oder Computer zu gesundheitlichen Problemen wie Rücken- oder Augenleiden führt.

Büromöbel richtig einstellen

Bekommt ein Büroangestellter solche gesundheitlichen Probleme, sollte er zunächst sicherstellen, dass die Schuld nicht bei ihm selbst liegt – etwa weil er die Höhe von Tisch oder Stuhl falsch eingestellt hat. Einige Lieferanten beziehungsweise Hersteller bieten Vor-Ort-Unterweisungen zu den Einstellungsmöglichkeiten ihrer Büromöbel an.

Kommt der Arbeitnehmer aber zu dem Schluss, dass sein Arbeitsplatz den Anforderungen des Arbeitsschutzes nicht genügt, kann er sich mit einer Beschwerde an den Betriebsrat wenden. Auch Betriebsärzte oder Sicherheitsingenieure können geeignete Ansprechpartner sein. Bei groben oder anhaltenden Verstößen gegen den Arbeitsschutz kann es sinnvoll sein, die zuständige Behörde, etwa die Gewerbeaufsicht, zu informieren.

Mehrkosten freiwillig tragen

Die Kosten für den generellen Arbeitsschutz hat der Arbeitgeber zu tragen. Spezieller Arbeitsschutz, wie er für Arbeitnehmer mit individuellen Gesundheitsproblemen erforderlich werden kann, wird gegebenenfalls von Institutionen wie Rentenversicherung oder Arbeitsagentur finanziell gefördert. Ist ein Arbeitnehmer beispielsweise auf eine bestimmte Art von Stuhl oder Tisch angewiesen und kann er dies mit einem ärztlichen Attest belegen, kann er einen entsprechenden Antrag stellen. Um herauszufinden, welche Institution für eine etwaige Förderung in Frage kommt, kann man sich etwa vom Betriebsrat beraten lassen. Es gibt allerdings auch Arbeitgeber, die freiwillig bereit sind, solche Mehrkosten zu tragen.

Investitionen in den Arbeitsschutz können auch der Berufsunfähigkeit vorbeugen, indem sie das Risiko von Berufskrankheiten, beispielsweise Schwerhörigkeit bei Musikern oder Bandscheibenvorfälle bei Maurern, möglichst gering halten.

Schutzhelme und Sicherheitsschuhe

Neben den Arbeitgebern sind aber auch die Arbeitnehmer für den Arbeitsschutz verantwortlich. Zuallererst dadurch, dass sie sich über Gefahren für Sicherheit und Gesundheit sowie die entsprechenden Gegenmaßnahmen informieren. Schließlich müssen sie in vielen Berufen auch selbst aktiv werden – etwa indem sie als Bauarbeiter grundsätzlich Schutzhelme und Sicherheitsschuhe tragen.

Um unser Web-Angebot optimal zu präsentieren und zu verbessern, verwendet das ZDF Cookies. Durch die weitere Nutzung des Web-Angebots stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Näheres dazu erfahren Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Gemerkt! Merken beendet Bewertet! Bewertung entfernt Abonniert! Abo beendet