Assistenzhunde bei PTBS

#unsereHelden: Wenn bei einer Posttraumatischen Belastungsstörung Medikamente und Therapien nicht helfen, besteht für Betroffene dennoch Hoffnung. Assistenzhunde können sie im Alltag unterstützen.

Beitragslänge:
5 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 25.11.2020

Die Posttraumatische Belastungsstörung – kurz PTBS – ist eine psychische Erkrankung, die durch ein schwerwiegendes Trauma ausgelöst wird. Dabei können die Traumata sehr unterschiedlich sein und beispielsweise durch Gewalttaten, Unfälle, Kriegseinsätze, Naturkatastrophen, aber auch durch das Beobachten von Ereignissen, die das Gehirn nicht richtig verarbeiten kann, ausgelöst werden. Es muss nicht immer ein einzelnes Erlebnis sein, eine PTBS kann auch durch ein kontinuierliches Stressempfinden in lebensbedrohlichen Situationen ausgelöst werden.

Die Diagnose ist oft schwierig, da Betroffene häufig nicht über das Erlebnis sprechen können oder sogar wie „weggetreten wirken“, sobald das Trauma angesprochen wird. Diese sogenannten Dissoziationen sind ein in der Situation sinnvoller, in der Verarbeitung des Erlebten aber hinderlicher Schutzmechanismus des Gehirns. Betroffene wissen, dass es eine schreckliche Erinnerung gibt, aber die Angst davor, das Erlebte wieder hervorzurufen, ist so groß, dass es manchmal nur sehr schwer möglich ist, sich das Erlebte wieder ins Bewusstsein zu rufen.

Begleiterscheinungen und Therapie

Die Symptome sind bei jedem Betroffenen unterschiedlich stark ausgeprägt. Dazu zählen Schlafstörungen, Gereiztheit, Aggressivität, Depressivität, Konzentrationsschwierigkeiten, Teilnahmslosigkeit und als diagnostisches Hauptsymptom das Wiedererleben des Traumas. Dazu gehören Albträume, Flashbacks und Intrusionen (durch einen Schlüsselreiz wie zum Beispiel einen Geruch getriggertes Wiedererleben). Die Reaktionen der Betroffenen darauf können sehr unterschiedlich ausfallen, manche dissoziieren, manchen erleiden sogar psychogene Krampfanfälle.  

Je nach Ausprägung empfiehlt sich eine stationäre oder ambulante Psychotherapie, um mit der Aufarbeitung des Traumas zu beginnen. Medikamente werden eingesetzt, um Begleiterscheinungen zu reduzieren, sind aber keine dauerhafte Lösung und können PTBS nicht heilen. Die Arbeit mit Assistenzhunden ist eine Form der Therapie, die aber durch fehlende Studien noch keine wissenschaftliche Bestätigung erhalten hat. Jedoch zeigen diverse Einsätze, dass Assistenzhunde die Alltagssituationen der Betroffenen entschärfen können. Sie fungieren als ständige Begleiter und reagieren auf alle Gemütsverfassungen. Sie helfen bei Panikattacken, geben Sicherheit, schützen in schwierigen Situationen. Sie können Betroffene abschirmen, damit kein Fremder an sie herantreten kann. Sie können ihren Besitzer aus einer Menschenmenge führen, wenn er selbst es nicht mehr kann.

Was ist ein Assistenzhund?

Assistenzhunde können Betroffene im Alltag unterstützen. So werden sie beispielsweise darin ausgebildet, ihre eigene Leine zu führen oder Lichtschalter zu betätigen. Während ein Therapiehund beim Hundetrainer bleibt und bei mehreren Menschen temporär eingesetzt wird, lebt ein Assistenzhund dauerhaft beim Betroffenen. Assistenzhunde werden für unterschiedliche Krankheitsbilder ganz unterschiedlich ausgebildet. So wird ein Hund für Diabetiker anders ausgebildet als ein Hund für PTBS-Betroffene. Deshalb werden im Vorfeld Trainingspläne besprochen.

Nicht jeder Hund ist für diese Ausbildung geeignet. Die Charaktereigenschaften sind das erste Kriterium, nach denen ein Hund für die Ausbildung ausgesucht wird. Diese Eigenschaften ergeben sich aus dem Stammbaum des Hundes und variieren je nach Rasse. Mit zwölf Monaten beginnt die Ausbildung des Hundes und dauert etwa ein Jahr. Erst dann kann der Hund den Betroffenen unterstützen.

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