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Attraktive Aronstabgewächse

Die rund 4000 Arten der Aronstabgewächse bilden eine Pflanzenfamilie mit vielen tropischen Vertretern, von denen erstaunlich viele Einzug in unsere Wohnzimmer gehalten haben.

Beitragslänge:
8 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 12.03.2021

Bei den Aronstabgewächsen handelt es sich um eine vielgestaltige Gruppe, entsprechend vielgestaltig ist ihre Verwendung im Zimmer. Die größte Blüte der Welt ist der Titanwurz (Amorphophallus), ein Aronstabgewächs, das während seiner Blüte von bis zu vier Metern Höhe in botanischen Gärten stets für Schlagzeilen sorgt. Taro, eine Art der Familie der Aronstabgewächse, liefert in den Tropen ein wichtiges, stärkehaltiges Lebensmittel. Aronstabgewächse sind auch im Schnitt- und Zierpflanzenbereich ein nennenswerter Wirtschaftsfaktor.

Haltung und Pflege

Aronstabgewächse gehören zu den pflegeleichten Pflanzen, die jedoch verschiedene Ansprüche an das Licht und den Platzbedarf stellen. Arten, bei denen es vor allem auf Blüten ankommt, sind meist für die helle Fensterbank oder den lichten Schatten geeignet. Blattschmuckarten dagegen vertragen meist deutlich weniger Licht und können auch in der Raummitte ohne direkte Sonneneinwirkung kultiviert werden.

Sortenvielfalt

Zamioculcas
Zamioculcas
Quelle: imago/YAY Images

Die unzähligen Sorten der Anthurien sind dekorative Blütenpflanzen. In den letzten zwei Jahrzehnten haben Züchter fast jeden Wunsch erfüllt. So gibt es heute Sorten, die höchstens 30 Zentimeter groß werden, andere, die auch schon mal einen Meter überschreiten. In der Farbgebung gibt es von weiß über pastellfarbig alle Rosa-, Rot- und Violett-Töne, manche Sorten sind mittlerweile sogar zweifarbig. Grünblühende Sorten haben sich vor allem in der Floristik durchgesetzt.

Obwohl es bei Anthurien mehrere hundert Wildarten gibt, sind im Topfpflanzenbereich hauptsächlich Züchtungen von drei Arten im Angebot. Anthurien leben in der Natur meist als Aufsitzerpflanzen ähnlich wie Orchideen und passen daher auch in der Pflege gut zueinander. Sie haben die gleichen Ansprüche an Licht, Wasser und Dünger. Kräftige Blütenfarben haben auf den Blumenliebhaber eine anregende Wirkung und gehen damit über den reinen Zierwert hinaus.

Als typische Aufsitzerpflanzen reicht es, den Topf einmal pro Woche zu tauchen, bei jedem zweiten Mal etwas Orchideendünger dazugeben. Ansonsten ohne Wasser im Untersetzer oder im Übertopf in Ruhe zu lassen, nach Möglichkeit immer am gleichen Platz in der gleichen Position zum Licht.

Wenig Lichtbedarf

Monstera
Monstera
Quelle: imago/Westend61

Für das eher lichtärmere Rauminnere eignen sich Arten, die als sogenannte Grünpflanzen bezeichnet werden und deren Hauptschmuck in der Form oder Färbung der Blätter zu suchen ist und weniger in ihren Blüten. Sie haben den großen Vorteil, dass sie ganzjährig zieren. Es sind meist Arten, die aus tropischen Wäldern stammen und durch intensiveres Grün den Lichtmangel am Boden kompensieren. Dadurch wirken sie auf uns kerngesund. Diese Gruppe ist extrem vielgestaltig und liefert von kleinen bodendeckenden Arten alles bis hin zu üppigen Kletterpflanzen. Viele Arten haben reich gepunktete oder gescheckte Blätter, manche sind sogar kunterbunt gefärbt. Was für uns als Laune der Natur angesehen wird, ist in der Natur Tarnung. Das kann jeder bestätigen, der solche Pflanzen schon mal am Urwaldboden gesucht hat. Der Vorteil für den Anwender ist, dass es fast für jede zu begrünende Ecke die passende Pflanze gibt.

Beliebt ist derzeit die Monstera, vor allem bei jungen Menschen. Diese Pflanzen mit riesigen Blättern, die zum Teil kunstvoll eingeschnitten oder gelöchert sind, haben eine sehr formale Wirkung und passen in jede moderne Wohnung. Speziell bei derart großblättrigen Pflanzen haben Psychologen Erstaunliches herausgefunden: Üppig begrünte Räume haben auf die Psyche und die Gesundheit der Bewohner eine deutlich positive Wirkung: Sie steigern die Konzentration, wirken gegen negative Gefühle bis hin zu Depressionen oder Angstzuständen, senken Puls und Blutdruck, fördern die Heilung nach Operationen, stärken das Immunsystem und haben einen positiven Einfluss auf Menschen mit Demenz.

Speziell die Aronstabgewächse liefern hier besonders pflegeleichte Arten, die auch ohne grünen Daumen gut gedeihen. Wichtig ist nur, dass sie regelmäßig so gegossen werden, dass sie weder zu nass noch zu trocken stehen. In die Reihe der „Raumwunder“ gehören Philodendren, Spathiphyllum, Calathea, Zamioculcas, Dieffenbachie und viele andere. Da verschiedene Arten verschiedene Größen haben, lassen sich auch schmale Ecken begrünen, etwa mit Zamioculcas. Hängende Formen kann man an einer seitlichen Schrankwand herunter wachsen lassen oder einen am Stab angebundenen Philodendron vom Boden aus in die Höhe ziehen.

Das Raumklima verbessern

Philodendron
Philodendron
Quelle: imago/Liedle

Es gibt weitere wissenschaftliche Erkenntnisse, die aufhorchen lassen: Viele Aronstabgewächse können das Raumklima erheblich verbessern. Im Rahmen der Raumforschung im Zusammenhang mit der Mond- oder der Marsmission hat man die Wirkung der Pflanzen in geschlossenen Systemen untersucht. So sind unter anderem Efeutute oder Kolbenfaden (Aglaonema) in der Lage, Formaldehyd, das dem Holzschutz entweicht, aber auch andere Wohngifte aus der Raumluft zu entfernen. Auch Gerüche können mit Pflanzen gebunden werden und last but not least wird die Luftfeuchtigkeit deutlich erhöht. So verbessern Pflanzen nicht nur die Psyche und die Gesundheit, sondern auch die Raumluft. Mit einer geschickten Auswahl von Aronstabgewächsen kann man so drei Fliegen mit einer Klappe schlagen.

Die Weltraumforschung hat auch ein bis dato unbekanntes Phänomen ans Tageslicht gebracht: Erde als Kultursubstrat für Pflanzen ist in geschlossenen Räumen nur bedingt tauglich. Bodenorganismen können zu Ungleichgewichten, auf Dauer sogar zu allergischen Reaktionen führen. Daher ist es eine Überlegung wert, Zimmerpflanzen vielleicht grundsätzlich erdenfrei zu kultivieren und sie stattdessen in Hydrokultur zu halten oder mineralische Substrate zu verwenden. Damit wird die Fäulnisgefahr der Wurzeln oder die Schimmelbildung unterbunden. Und wo keine Bakterien oder Pilze wachsen, wohl aber Pflanzenwurzeln leben können, ist die Gefahr schon im Ansatz gebannt.

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