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Ausaat für Balkon und Garten

Tipps von Anja Koenzen

Für die eigene Anzucht von Salaten, Gemüse und Sommerblumen ist es Anfang Mai noch nicht zu spät. Was man jetzt aussät, wird aufgrund der wärmeren Temperaturen sehr schnell groß. Gartenexpertin Anja Koenzen erklärt, was man beachten muss.

Beitragslänge:
7 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 07.05.2021

Eine eigene Aussaat hat den Vorteil, dass sie kostengünstig ist, zumal aus einem Samentütchen zwischen 30 bis 40 Sommerblumen gezogen werden können. Zudem erhält man besondere Sorten: Viele Neuheiten oder auch alte, fast vergessene Gemüsesorten, wie zum Beispiel Melde oder Erdbeerspinat, gibt es meist nur als Samen. Wer Wert auf Bio-Gemüse und Bio-Kräuter legt, hat beim eigenen Anbau zudem die Gewissheit darüber, welche Pflanzenschutzmittel zum Einsatz kamen.

Pflege- und Anbau-Tipps für Anfänger

Zur eigenen Pflanzenaufzucht benötigt man Samen, Anzuchtbehälter und Gefäße sowie Erde, in die man die pikierfähigen Pflanzen setzen kann. Aussaat- bzw. Anzuchterde hat eine besonders feine Struktur, sodass die Pflänzchen leich durchdringen können und besonders gut durchlüftet sind. Zudem fließt hier das Wasser leicht ab und sie besitzt einen geringeren Nährstoffgehalt als normale Blumenerde. Tipp: Anstatt Aussaat- oder Anzuchterde zu verwenden, kann man auch Blumenerde mit grobem Sand im Verhältnis 1:1 mischen. Kompost und Perlite im Verhältnis 1:1 funktioniert auch.

Wichtig ist, dass das Saatgut trocken und kühl (am besten unter zehn Grad) gelagert wird und nicht zu alt ist. Die Haltbarkeit der Samen ist je nach Pflanzenart unterschiedlich. Dill-, Kerbel- und Schnittlauchsamen sind beispielsweise lediglich ein bis zwei Jahre bei korrekter Lagerung haltbar, die Samen von Gurke und Kürbis dagegen fünf bis sechs Jahre. Wer sicher gehen will, ob das Saatgut in Ordnung ist, kann eine Keimprobe machen: Dazu ein paar Samen auf ein feuchtes Lösch- oder Krepppapier streuen. Keimen mehr als die Hälfte der Samen, braucht man kein neues Saatgut kaufen. Selbst wenn weniger als die Hälfte aufgeht, müssen Sie die Samen nicht weggeworfen werden - stattdessen dichter aussäen und anschließend bei Bedarf vereinzeln.

Im Handel gibt es spezielle Anzuchtbehälter, die die Aussaat vereinfachen, indem zum Beispiel eine Heizmatte für eine konstant optimale Temperatur sorgt. Man kann aber ebenso Tontöpfe oder ausrangierte Plastikbehälter, wie zum Beispiel Joghurtbecher oder Obstverpackungen, verwenden. Wichtig ist nur, dass unten und eventuell auch seitlich Löcher vorhanden sind, durch die überschüssiges Wasser abfließen kann. Die Haube eines professionellen Anzuchtbehälters kann durch eine Kunststofffolie ersetzt werden. Generell gilt: Je größer die Samen und Kerne sind, desto größer muss der Anzuchtbehälter sein. Samen mit unterschiedlichen Wachstumsgeschwindigkeiten oder Wasserbedürfnissen sollten nicht zusammen in einen Behälter ausgesät werden.


Aussäen Schritt für Schritt

Die sauberen Gefäße werden mit der Aussaaterde gefüllt. Man stößt sie auf, damit sich die Erde setzt, und drückt die Erde behutsam mit den Händen oder einem Brett an, sodass die Oberfläche eben wird. Dann werden die Samen ausgestreut. Die empfohlene Distanz liegt bei der drei- bis sechsfachen Korngröße. Feines Saatgut, wie zum Beispiel Erdbeeren oder Begonien, mit etwas feinem Sand in der Tüte vermischen, um es leichter gleichmäßig ausstreuen zu können.

Bei Lichtkeimern die Samen leicht andrücken und mit lauwarmem Wasser besprühen. Bei den Dunkelkeimern die Samen mit Sand oder einer dünnen Erdschicht bedecken und die Erde leicht andrücken. Statt Erde verwenden Profis auch gerne eine ganz dünne Schicht Vermiculit. Das Material ist leicht und hat die Fähigkeit, Licht zu reflektieren und Feuchtigkeit zu speichern. Dies verhindert eine übermäßige Erwärmung der Setzlinge und sorgt für eine ausgeglichene Substratfeuchtigkeit. Mit einer Brause befeuchtet man die Erde, dann deckt man eine Haube darüber, damit sich das Gewächshausklima entwickeln kann. Sammeln sich viele Wassertropfen an der Abdeckung, stellt man sie etwas auf, damit das überschüssige Wasser ablüften kann. Zu viel Feuchtigkeit kann Fäulnis fördern.

Nach dem Keimen die Haube abnehmen. Auf keinen Fall die Samen beziehungsweise Keimlinge düngen! Sind die Keimlinge so groß, dass man sie mit den Fingern fassen kann, werden sie pikiert, das heißt vereinzelt. Oft wartet man dafür so lange, bis sich nach den beiden Keimblättern das erste „richtige“ Blatt zeigt. Für das Pikieren die Pflänzchen vorsichtig mit einem Holzstäbchen aus der Erde lösen und in die bereit stehenden Töpfe umsetzen. Hierbei darauf achten, dass die Wurzeln senkrecht in den neuen Topf gesetzt werden.


Welche Nutzpflanzen lohnen sich zum Aussäen für Balkongärtner?


Optimaler Standort für die Anzucht

Kälteempfindliche Pflanzen wie Tomaten, Aubergine und Chili sollten jetzt noch drinnen vorgezogen werden. Ein helles Fensterbrett ist ideal. Man sollte aber Mittagssonne meiden und darauf achten, dass es nachts eher kühl ist. Wenn die Sämlinge untypisch lang werden und hellgrün sind, dann ist das ein Zeichen dafür, dass es zu dunkel ist. Mehr Licht kann auch mit einer Pflanzenleuchte erzielt werden.

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