Autoimmune Hirnentzündung

Plötzlich ein Kribbeln in der Hand, hängende Mundwinkel und innerhalb weniger Tage der Fall ins Koma. Die Autoimmune Hirnentzündung kann einen großen Krater ins Leben reißen. Wir berichten über Anna-Celine und ihre Kraft nicht aufzugeben.

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5 min
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02.07.2020
Video verfügbar bis 02.07.2021

Neu auftretende Gedächtnisstörungen, Persönlichkeitsveränderungen, Psychosen oder epileptische Anfälle können Anzeichen einer Hirnentzündung sein. Sie wird entweder durch Bakterien oder Viren ausgelöst. Eine Fehlreaktion des eigenen Immunsystems kann ebenfalls der Auslöser sein. Dann spricht man von der Autoimmunen Hirnentzündung.

Hauptsächlich junge Frauen betroffen

Die häufigste autoimmune Form ist die sogenannte Anti-NMDA-Rezeptor-Enzephalitis, die erstmals 2007 beschrieben wurde. Etwa 80 Prozent der Erkrankten sind junge Frauen und Mädchen, die durchschnittlich 23 Jahre alt sind. Die Hirnentzündung beginnt oft mit einem grippeähnlichen Vorstadium, Schlaflosigkeit, Appetitlosigkeit, Verwirrtheit, gefolgt von psychischen Symptomen wie Angst, Erregung, bizarrem Verhalten, Wahn und Halluzinationen.

Ein großer Teil der Patienten kommt deshalb zunächst in psychiatrische Behandlung. Innerhalb weniger Wochen kommen epileptische Anfälle und Bewusstseinsstörungen dazu. Weitere Symptome sind Bewegungsunfähigkeit, Atemstörungen oder Sprech-Aussetzer bis hin zum kompletten Verlust der Sprache. Die Erkrankung kann rasch voranschreiten, sich aber auch langsam über mehr als ein Jahr entwickeln. Wer an einer Anti-NMDA-Rezeptor-Enzephalitis erkrankt ist, wird oft über längere Zeit auf der Intensivstation behandelt.

Diagnose und Behandlung

Die Diagnose lässt sich über eine Analyse des Nervenwassers (Liquor) und des Blutes auf Antikörper stellen. Ist die Erkrankung erkannt, muss die Behandlung sofort beginnen: Eine Blutwäsche - genannt Plasmapherese - soll die Antikörper im Gehirn herausfiltern und zerstören.

Zusätzlich werden die Antikörper-produzierenden Zellen mit einer milden Chemotherapie vernichtet und so der Nachschub verhindert. Sind zu Beginn der Immuntherapie schon Nervenzellschäden entstanden, können diese nicht rückgängig gemacht werden. Zum Beispiel kann das Erinnerungsvermögen unwiderruflich geschädigt sein. Deshalb ist es wichtig, die Erkrankung so schnell wie möglich zu erkennen und zu behandeln.

Prognose

Ungefähr 75 Prozent der Patienten werden gesund oder überleben mit nur leichten neurologischen Problemen. Etwa 20 Prozent der Betroffenen überleben mit schweren neurologischen Schäden; einige wenige sterben an den Folgen der Erkrankung.

Nach neueren Untersuchungen zeigt gut die Hälfte der Patienten, die mit einer immununterdrückenden Therapie behandelt wurden, bereits nach vier Wochen eine Verbesserung. Es besteht bei den meisten Erkrankten ein bleibender Gedächtnisverlust für die Dauer der Erkrankung. Rückfälle sind möglich.

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